Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management mit Thomas Knüwer zum Thema „Grosskonzerne II – Alles social, oder was?“ berichtet Rosilene de Mattos Reutimann:

An Beispielen von Unternehmen hat uns Thomas Knüwer gezeigt, dass Social Media aus unserem privaten und professionellen Alltag nicht mehr wegzudenken ist.

Aber wie verändert Social Media ein Unternehmen? Welche sind die Herausforderungen?

Marketing

Fast alle Marketingleute reden über Content Marketing. Aber was ist Content Marketing eigentlich? Um sich objektiv anzunähern, hilft die Definition von Thomas Knüwer, Gründer von kpunktnull: „Content Marketing ist die Erzeugung, Kuratierung und Distribution relevanter Inhalte für eine zuvor klar definierte Interessenszielgruppe, um sie als Kunden zu binden oder zu gewinnen. Der direkte Vertriebsaspekt tritt dabei oft in den Hintergrund.“

Der Einsatz von Social Media erlaubt eine dauerhafte Kommunikation mit den Anspruchsgruppen und eine individuelle, persönliche Ansprache. Im diesen Kontext dürfen Unternehmen den Dialog im Social Web nicht vergessen. Social Media ist ein Ort der Gespräche und eine Marke braucht Themen, um Konversationen zu stimulieren. Deswegen ist Content Marketing die logische Folge von Social Media. Jedoch ist es wichtig zu betonen: Content muss zielgruppenorientiert sein. Ausserdem passt nicht jeder Inhalt zu jeder Marke und je kleiner die Zielgruppe ist, desto wirkungsvoller ist Content Marketing.

Die Produktion von Content ist aber ressourcenaufwändig. In vielen Unternehmen scheitert es an Ressourcen für jede laufende Social-Media-Plattform Inhalte zu erstellen. Der Aufbau einer eigenen Website oder eigener Kanäle kann teuer sein. Aus dieser Situation heraus entstand die Zusammenarbeit mit Influencer. Diese sind Multiplikatoren und Markenbotschafter, die bereits hohe Anerkennung ihrer eigenen Community besitzen und Vertrauen schaffen. Gemeinsam mit Unternehmen können Influencer beispielsweise Kampagnen mithilfe der Social Media entwickeln, Content glaubwürdig verbreitern und Social-Media-Benutzer positiv beeinflussen.

Kampagne

Social Media selbst ist zwar keine Kampagne, sie kann aber trotzdem für Kampagnen eingesetzt werden. Crossmedia muss von Anfang mitgedacht werden weil, je grösser die Marke ist, desto ein höheres Investment wird erwartet. Ein gutes Beispiel dafür war die erfolgreiche crossmediale Kampagne von British Airways für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2012.

Customer Care

Die Verbindung mit Social Media erbringt quantifizierbare Ergebnisse. Der Kunde ist der neue Rockstar und steht im Vordergrund: schnelle Lösungen für Kundenanliegen steigern die Kundenzufriedenheit und können Word-of-Mouth-Effekte erzeugen. Dazu braucht es aber Strukturen.

Marktforschung

Mithilfe von Social Media ist Marktforschung tiefer und schneller als mit den klassischen Methoden. Verbraucher können schneller einbezogen werden und ihre Ideen einbringen.

PR

Die Zusammenarbeit mit Social Media schafft Multiplikatoren und ermöglicht besseres Themen- Targeting als in klassischen Kanäle.

Personal

Social Media bringt zusätzliche Kanäle, um offene Stelle zu veröffentlichen und Bewerber mit eigenen Mitarbeitern in Kontakt zu bringen. Dazu müssen Mitarbeiter inklusive der CEO als Botschafter gewonnen werden. Aber Achtung: der Ton der jüngeren Generation ist schwer zu treffen.

Kollaboration

Digitaler Wandel ist unausweichlich und der Social-Media-Dienst verbreitet sich schnell in der Unternehmenskultur. Ein Verbot von Social Media im Unternehmen wird von Mitarbeitern unterlaufen. Besonders wichtig ist die Unterstützung von oben (CEO, Manager). Social Media kann für die interne Kollaboration und das Teilen von Wissen eingesetzt werden.

Generell erlaubt der Einsatz von Social Media Effizienzgewinne, eine Anfangsinvestition ist jedoch nötig.