Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business mit Dr. Fabian Schär berichtet Roman Wey.

Und schon war es soweit.. Das Semester ging wirklich schnell vorbei und dann war er da, der letzte Schultag. Für den Abschlusstag organisierte Ralph Hutter einen Überraschungsreferenten, dazu aber später mehr.

Am letzten Schultag standen die Themen Bitcoins, Blockchain und Kryptoassets auf dem Stundenplan. Wir waren alle sehr gespannt auf diese Themen. Ein Teil unserer Klasse kam privat bereits selber in Kontakt mit Bitcoins und Blockchain. Ein paar Kolleginnen und Kollegen sind deshalb stolze Besitzer eines Wallets mit diversen Kryptowährungen und kleinen Anteilen von Bitcoins.

Die Ursprüngliche Idee der Kryptowährung war „A purely peer-to-peer version of electronic cash would allow online payments would be sent directly from one party to another without going through a financial institute.“ – Satoshi Nakamoto.

Eine einfache Bargeldzahlung

  • Bilateraler Austausch „Peer-to-peer“
  • Gleichzeitiger Austausch (Immediate Settlement)
  • Nur von Angesicht zu Angesicht möglich (POS)
  • Hohe Transaktionskosten und Einschränkungen
  • Bedingt eine gewisse Fälschungssicherheit des Tokens

Digitales Bargeld ein naiver Versuch

  • Beliebige Anzahl Kopien möglich
  • Möglichkeit sogenannter „Double Spends“

Doch wie können «Double-Spends» verhindert werden ohne den Austausch eines fälschungssicheren, physischen Tokens und ohne ohne eine zentrale Instanz als Mittelmann?

Bitcoin hat dieses Problem gelöst! Bitcoin ist aber nicht das erste Zahlungssystem, welches dieses Problem gelöst hat.

Die Mühlesteine von Yap (Rai)

Die Bewohner der Insel Yap nutzen als Währung bis zu 5 Tonnen schwere Steine als offizielles Zahlungsmittel. Diese Steinräder (Rai) haben unterschiedlich grosse Durchmesser und ein Loch in der Mitte, um diese mithilfe von Stangen transportieren und tauschen zu können. Schnell merkten Inselbewohner, dass der Transport sehr umständlich ist und entsprechend kamen die Menschen auf die Idee, dass bei einem Tauschgeschäft der Stein nicht physisch von einem Inselbewohner zum anderen Inselbewohner wechseln muss, sondern dass es bereits ausreicht, wenn jeder weiss, dass der Stein nun ein neuer Eigentümer hat. Der Rai blieb deshalb immer an der gleichen Stelle und nur der Eigentümer wechselte, was auf der Insel allen Bewohnern mitgeteilt und somit bestätigt wurde.

  • Kein Mittelsmann
  • Gruppenkonsens über Eigentumsrechte
  • Bei einem Konflikt gewinnt der stärkere Strang

Entscheidend ist, dass Konsens und Verfügbarkeit der Information in einem öffentlichen Register geführt werden.

Und so kann auch Bitcoin in einer digitalen Welt als Mühlestein betrachtet werden.

Das Gut oder die Dienstleistung wird bezogen und das Eigentumsrecht an dem Bitcoin wird dem neuen Besitzer übertragen und in der Blockchain wird dies vermerkt, die „Miner“ bündeln diese Transaktionen zu Blocks.

Was ist eine Blockchain?

Blockchain ist eine dezentral organisierte Datenbank aller Transaktionen, dadurch sind alle Bitcoin-Kontostände ableitbar. Die Datenbank wird als chronologische Kette von Blocks aufgebaut und durch Miner bewirtschaftet. Ein Miner bündelt Transaktionen zu Blocks und versucht diese Blocks der Kette anzuhängen.

Miner kann grundsätzlich jeder sein, der die quelloffene Bitcoin Software herunterlädt und seine Rechnerkapazität zur Verfügung stellt.

Bitcoin-Konten können mit Hilfe einer virtuellen Wallet, einem virtuellen Portemonnaie, verwaltet werden. Die Wallet generiert ein Schlüsselpaar, bestehend aus einem privaten und einem öffentlichen Schlüssel. Der Public Key wird in eine öffentliche Adresse umgewandelt – die sozusagen für jeden Teilnehmer sichtbare Kontonummer. Der Private Key wird nicht offenbart. Er ist Teil einer digitalen Unterschrift, mit der jede Transaktion zu signieren ist.

Ablauf eine Transaktion

Eine Bitcoin-Transaktion erfordert:

  • die öffentliche Adresse des Empfänger-Kontos
  • den Überweisungsbetrag
  • die öffentliche Adresse des Sender-Kontos
  • den Private Key zu dieser öffentlichen Adresse, um Transaktionen ausgehend von diesem Konto zu signieren

Informationen wie Kartennummern, Namen oder Adressen sind nicht erforderlich. Die Teilnehmer wickeln ihre Transaktionen zudem ohne Intermediär ab.

Ausblick

Altcoins werden nächstes Jahr einen Boom erleben:

Altcoins sind alternative Krypotwährungen wie Litecoins, Ethereum, Bitcoin Cash, Ripple oder Litecoin.

Altcoins haben verschiedene Vorteile wie:

  • schnellere Blockgenerierungsintervalle
  • schnellere Bestätigung von Transaktionen
  • weniger Energieverbrauch beim Mining

Blockchain Spiele wie Cryptokitties werden vermehrt auftreten.

Doch Blockchain bringt auch neue Herausforderungen wie beispielsweise der Stromverbrauch. Im Moment wird pro Tag weltweit Strom im Wert von knapp USD 31 Millionen verbraucht. Auch Verbrecher springen auf den Trend auf, so verlangen die Programmierer von WannaCry, dass ein gewisser Bitcoin Betrag überwiesen werden muss, um die Daten wieder freizugeben.

Am Nachmittag kam Edy Portmann vorbei als Überraschungsreferent zum Thema Smart Cities und wieso Städte smarter und „menschenfreundlicher“ gemacht werden.

Als Einstieg ein Video wie die Zukunft nach Keiichi Matsuda aussehen wird.

Gemäss Edy wird künstliche Intelligenz auch in den Städten stark zunehmen.

Der Trend zeigt, dass Startups immer mehr Ideen mit künstlicher (KI) anreichern, um diese smarter zu machen.

2000 – mobile

2010 – IoT

2020 – KI

Eine grosse Herausforderungen liegt in der Urbanisierung, immer mehr Menschen leben in immer grösser werdenden Städten. Diese führt zu wachsenden Anforderungen an die Städte. Sie benötigt mehr Ressourcen für den Ausbau von Gesundheitswesen und die Infrastruktur gerät an ihre Belastungsgrenze. Es müssen smarte Lösungen gefunden werden.

Der Grundgedanke von soziotechnischen Systemen in der City ist es, mittels Technologie schönere, lebenswerte Lebenswelten zu schaffen und dadurch einen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz leisten, um schlussendlich nachhaltige Systeme zu schaffen.

Aus dem Vortrag ergaben sich spannende Diskussionen in der Klasse und wir sind alle gespannt auf die Zukunft. Insgesamt war es ein spannender Tag am Institute for Digital Business, an welchem wir viel über die technischen Details von Bitcoins und Blockchains lernten. Zudem gab es spannende Gespräche über die Zukunft von Bitcoin und ob sich die kryptischen Währungen tatsächlich durchsetzen werden, ob die Kurse weiter steigen werden oder ob am Schluss alles nur eine Blase ist.

Mein persönliches Fazit: Man sollte sicherlich bereit sein und sich mit diesen Themen auseinandersetzen, damit man bereit für die Zukunft ist.