Aus dem Unterricht des CAS Multichannel Management mit Martin Zimper berichtet Leonie Vasarhelyi:

TRANSMEDIA STORYTELLING, eine Geschichte mit Helden und Ereignisse

Im ersten Teil, werden die ausgewählten Werbespot analysiert, im Lichte der vorgebrachten Vorlesung.

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Etablierung der Situation:

Vorstellung eines Jungen (der Protagonist), der sich nicht wohl fühlt. Er möchte anders sein, er ist zornig und seine Familie versteht ihn nicht. Er hat ein inneres Dilemma, seine Familie spürt es, aber der Dissens bleibt unausgesprochen.

Es gibt mehrere Bits, wo man die Unstimmigkeit fühlt. (Zum Beispiel, vor dem Fensterschau mit seiner Mutter, mit seinem Vater im Boot, und wenn er eine Frauenmodezeitschrift liest)

Die Familienmitglieder sind die Antagonisten.

Moment of change:

Er hat einen heftigen Streit mit seinem Vater.

Konfrontation:

 Die Situation mit seinen Eltern ist voll mit Konflikten und er flüchtet in seine Welt.

Auflösung:

Die Mutter spricht mit dem Vater. Das Produkt „Datenvolumen“ erscheint in diesem Moment und wirkt als die Lösung des Problems. Der Vater schreibt ihm eine Versöhnungsnachricht auf das Handy.

Die Familie wird einig nach der Disharmonie (Catharsis: nach dem Zorn, geht es ihm besser) und der Junge findet seine Identität wieder, in der er sich an einer Modeshow beteiligt. (Anagnorisis: er findet sein Glück wieder und er hat ein wichtiges Ereignis gemacht).

Der Protagonist entwickelt sich im Laufe des Spots und die Antagonisten werden zu Freunde.

FLEUROP SPOT „HOCHTZEITSTAG“

Etablierung des Ortes:

Eine ältere Frau geht zum Friedhof um den Grab seines gestorbenen Man zu besichtigen. Die Frau hat einen nostalgischen Blick.

Moment of change:

Ein Mann kommt zu Ihr mit Blumen und ein Brief, und zieht Sie von Ihren Gedanken raus.

Es ist der Mentor der Ihr „das Produkt“ gibt, die Überraschung ist groß. Das „Produkt“ ist angepasst zu dem Kontext, und ist zu den Emotionen der Frau verknüpft.

Konfrontation:

Die Protagonistin muss ins Klare kommen, sie wird von Ihren Gefühlen überschwemmt (Überraschung, Neugier, Freude, Nostalgie). Ihr gestorbener Mann hat den Brief geschrieben um Ihr mitzuteilen, dass er an Sie denkt.

Auflösung:

Nach all diesen Gefühlen kommt sie zufrieden nach Hause (Catharsis).

Die Geschichte ist sehr emotional, die Kamera muss hinten sein, diskret bleiben um die Intimität der Szene nicht zu stören.

Die alte Frau erlebt eine emotionale Achterbahn (Nostalgie, Überraschung, Freude, Trauer) und hat was verarbeitet, sie geht dann zufrieden nach Hause. (Catharsis).

EDEKA WEINACHTEN:

Etablierung der Situation:

Der Protagonist ist der Opa der nicht zu seinen Kindern rankommt. Er soll Weihnachten allein feiern und fühlt sich einsam. Die Familienmitglieder sind die Antagonisten.

Moment of change:

Der Opa schreibt seinen Kindern eine Todesanzeige.

Konfrontation:

Die Familie trauert.

Auflösung:

Wenn sie ins Haus eintreten ist der Tisch gedeckt. Die Antagonisten fühlen sich glücklich und erleichtert (Catharsis und Peripeteia). Der Opa steht da vor Ihnen.

Das Essen (EDEKA, das Produkt) ist ein zentraler Punkt, und bringt die Familie zusammen.

Das Problem ist hier die Glaubwürdigkeit.

Wenn der Zuschauer das Video als eigenartig und nicht glaubwürdig beurteilt dann findet er die Marke auch eigenartig.

SMART FOR TWO, SPOT OFFROAD:

Etablierung der Situation:

Ein kleines Stadtauto befindet sich im Gelände, auf der Straße.

Moment of change:

Das Auto fährt von der Straße weg ins Gelände.

Konfrontation:

Das Auto kippt fast um wegen den Steinen und Felsen. (Pathos, es droht eine Katastrophe).

Wir fühlen Empathie für den Protagonisten, der in einer schwierigen Lage ist.

Auflösung:

In der Stadt ist er der Held. (Anagnorisis, er findet seine Identität wieder). Und das Geländeauto (der Antagonist) hat Mühe in der Stadt.

Kundenstandpunkt: es gibt immer übergeordnete, aber man sollte am Produkt bleiben das uns nützt.

Im zweiten Teil, werden ein paar Archetypen vorgetragen die sich oft in den Geschichten wiederfinden.

Die Archetypen werden meist als Emanation des Helden bezeichnet, also als Facette seiner Persönlichkeit, mit denen er sich auf seiner Reise auseinandersetzen muss.

Als Unterschiedliche Archetypen haben wir folgende:

-Der Mentor

-Der Herold: er kommt aus einer anderen Welt und bringt eine Botschaft

-Der Schwellenhütter: Er ist zuständig durchzulassen oder auch nicht.

-Der Shapeshifter der nicht immer sein wahres Gesicht zeigt. (Z.B Femme fatale oder ein Spion)

-Der Trickster: Er bringt Humor in die Geschichte, und begleitet den Helden

-Der Schatten: spiegelt dem Helden das, was der Held selbst nicht von sich sehen will, was er in seinem Schattenbereich verdrängt hat: Zweifel, Schuldgefühle, Versagensängste.