Aus dem Unterricht des CAS Multichannel Management mit Sebastian Baurmann berichtet Simon Racine.

Wie können wir Menschen über eine Story erreichen, indem wir die Innovationen digitaler Technologie nutzen um ein empathisches, emotionales Erlebnis zu schaffen und gleichzeitig eine Message zu vermitteln? Dies war die Hauptfrage des heutigen Vormittages.

Zu Beginn zeigte uns Sebastian fünf verschiedene Beispiele von Projekten, in welchen obige Fragestellung optimal umgesetzt wurde. Auf zwei dieser Cases würde Sebastian am Ende des Unterrichts nochmals vertieft eingehen.

Gemäss Sebastian wird im digitalen heutzutage oft der technische Aspekt vernachlässigt. Zu oft werden bereits bestehende Standard-Sets genommen. Dabei wird vergessen, dass es bei der Technik bei der Codierung mit Einsen und Nullen anfängt. Es ist wichtig, dass bereits der Grafiker weiss, welche Möglichkeiten es gibt und dass er die Kernbereiche des Projektes auf dem Schirm hat.

Die Geschichte ist das verbindende Element und gibt auch Dingen, die schwer zu verstehen und kommunizieren sind, eine Bedeutung. Filme eignen sich hier sehr gut, um Emotionen zu schaffen. Als Beispiel hierfür zeigte Sebastian die Lovestory von Friends of the Earth.

Aber weshalb erzählen wir überhaupt Geschichten? Wir erzählen Geschichten um:

  • zu unterhalten
  • zu informieren
  • emotional zu binden
  • eine Beziehung aufzubauen.

Oft entwickeln wir ganz unterbewusst Geschichten, um verschiedene Fakten zu verbinden und Sinn entstehen zu lassen.

Aber was bedeutet die Digitalisierung für narrative Formate?

  • Die Kanäle werden verfielfältigt
  • Erwartungen und Verhalten verändern sich

Wichtig ist auch, dass wir verstehen, wie sich das Storytelling in den letzten Jahren verändert hat:

Klassischer Ansatz

Quelle: Unterrichtsmaterial von Sebastian Baurmann

Veränderung durch Digitalisierung

Quelle: Unterrichtsmaterial von Sebastian Baurmann

Heutige Realität

Quelle: Unterrichtsmaterial von Sebastian Baurmann

Das Publikum ist heute nicht mehr bloss ein Zuhörer, es ist ein „Backchannel“. Die User haben nämlich die Möglichkeit, Feedback zu geben – ob man will oder nicht. Darauf muss man zwingend vorbereitet sein.

Weiter formt sich eine Geschichte immer um den User, das Thema steht im Zentrum. Es soll nie etwas für eine Plattform entwickelt werden, sondern immer für die Zielgruppe.

Entwicklung und Produktion bei MIIQO STUDIOS

Nun gab uns Sebastian einen Einblick, wie Geschichten bei MIIQO Studios – dem Unternehmen von Sebastian entwickelt werden.

  • Zuerst werden verschiedene kreative Methoden angewendet. Bei MIIQO sind das zum Beispiel: User Centered Design, Design-Thinking, das Wasserfall-Modell oder Agile Entwicklung.
  • Anschliessend kommt der Entwicklungsprozess. Hier müssen die richtigen Fragen gestellt werden. Man muss sich sicher sein beim WAS, die Ziele genau definieren und beim WIE offen sein. Es soll sich in die Position des Publikums begeben werden. Das Publikum soll da angesprochen werden, wo es ist – nicht da wo wir es haben wollen.
  • Der nächste Schritt wird oft vernachlässigt, ist aber sehr wichtig: das Prototyping. Ein einfaches Prototyping dauert maximal 20 Minuten, es können so aber bereits sehr viele Fehler entdeckt werden.

Im Anschluss ging Sebastian vertieft auf zwei Case Studies vom Beginn des Unterrichts ein.

  • Bei Netwars ging es darum, die Leute auf das Thema „Cyberwar“ zu sensibilisieren. Die Geschichte wurde hier über sechs verschiedene Plattformen erzählt, welche alle miteinander verknüpft waren.
  • Bei Ulm Stories ging es darum, die Geschichten der Stadt Ulm den Leuten übereinen Live Event, über einen Audiowalk sowie eine VR Experience näher zu bringen.