Ein Erfahrungsbericht für den CAS Multichannel Management von Yves Ehrsam:

Zeitmanagement konnte ich noch nie und ich werde es wohl auch nie können. Schon gar nicht wenn es um schriftliche Arbeiten geht. Das Rechtschreibwörterbuch Duden definiert Zeitmanagement als „[strukturierter] Umgang mit der zur Verfügung stehenden Zeit“. Hört sich jedenfalls ganz plausibel an. Meine neueste Erfahrung im Rahmen der Zertifikatsarbeit bestätigt, dass mir ein strukturierter Umgang mit der zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich ist. Meine Realität wiederspiegelt sich eher im Paretoprinzip: 80 % der Ergebnisse werden in 20 % der Zeit erzielt…

The Good …

Rückblickend sind mir die schriftlichen Arbeiten während meines Studiums vor 10 Jahren durchaus positiv in Erinnerung geblieben. Während ich mich kaum mehr an die einzelnen Fächer und deren Inhalte erinnern kann, geht es mir bezüglich der Gruppen- und Einzelarbeiten anders. Schliesslich hat man unzählige Stunden, Nerven, Schweiss und manchmal auch Tränen investiert. Es gab Fälle da wurde das hohe zeitliche und geistige Investment schlecht belohnt. Andererseits kann ich mich an nicht wenige Arbeiten erinnern, in denen sich mein Minimalismus überdurchschnittlich ausbezahlt haben.

Mit dieser Vorgeschichte habe ich Anfang Februar guten Mutes den CAS Multichannel Management an der HWZ in Angriff genommen. Am ersten Schultag an der Lagerstrasse wurden wir über den Studiums Alltag und unsere Pflichten informiert. Mein grösstes Interesse, und wohl auch das meiner neuen „Gspänli“, galt natürlich der allgemeinen Leistungskontrolle. So sollen wir nebst eben diesem Blogbeitrag und einer mündlichen Prüfung, eine praxisorientiere Zertifikatsarbeit abliefern.
Am 10. Februar 2017 hat sich mein naives Ich auf diese Herausforderung gefreut!

… the Bad …

Nachdem ich relativ schnell ein spannendes Thema für meine Arbeit gefunden habe, habe ich mich an Ostern ein erstes Mal an den Laptop gesetzt. Meine Motivation war riesig. Ich habe mir vorgenommen, rechtzeitig zu beginnen, damit ich schnellstmöglich in den Flow komme. Schliesslich steht der Sommer vor der Tür und die Wochenenden im Mai/Juni sollen nicht der Arbeit wegen draufgehen.

Der Start war harzig. Eine klare Struktur wollte mir nicht gelingen und meine Effizienz war lausig. Viel zu schnell lies ich mich von Kleinigkeiten ablenken. Zudem verseuchte der Gedanken „du hast ja noch ewig Zeit“ wie ein Virus meine Kreativität und meinen Schreibfluss. Und so ging es auch in den kommenden Wochen ohne nennenswerte Fortschritte weiter, oder eben nicht.

… and the Ugly

Stress Level, Effizienz-Kurve

Zeitmanagement/Effizienz Kurve

Mit der Zeit wurde ich natürlich immer nervöser und das Stress Level stieg täglich. Der Gedanken „du hast ja noch ewig Zeit“, wurde bald durch „du solltest jetzt dann aber wirklich in die Gänge kommen“ abgelöst.
Je näher der Tag der Abrechnung (D-Day) rückte, desto unruhiger wurde ich. Gleichzeitig stellte ich aber erfreut fest, dass meine Effizienz gegen Ende überproportional stieg:

Happy End

Wie meist in klassischen Geschichten, endet auch dieses Storytelling glücklich. Auch ohne strukturierten Umgang mit der zur Verfügung stehenden Zeit habe ich die Arbeit rechtzeitig abschliessen können. Es war oft harzig und manchmal nervenaufreibend, aber schlussendlich bleibt das positive Gefühl etwas Einzigartiges und hoffentlich Sinnvolles und Nachhaltiges erschaffen zu haben. Eat this Konrad Duden!