Diesen Gastbeitrag aus dem Digital Society Report schreibt Felix Walker:

Es waren wohl die immer zahlreicheren Roboter und vielleicht auch die selbstfahrenden Autos, die das Thema künstliche Intelligenz in den letzten Jahren und Monaten immer populärer gemacht haben. Trotzdem wissen wir nicht, wohin die Entwicklung führen wird. Aktuelle Umfragen zeigen, dass Künstliche Intelligenz mit viel Skepsis betrachtet wird. Eigentlich kein Wunder – wenn sogar wichtige Wirtschaftsführer eindringlich davor warnen.

Tesla- Chef Elon Musk sieht künstliche Intelligenz als die grösste Gefahr für die Menschheit. Er wolle nicht alarmierend klingen, sagte Musk, tat es dann aber doch:

„Ich habe Zugang zur modernsten künstlichen Intelligenz, die es gibt. Und ich glaube, die Leute sollten besorgt darüber sein.“

Künstliche Intelligenz: Frauen sind skeptischer als Männer, was die positiven Auswirkungen von KI auf unseren Alltag betrifft. Bild Wikimedia Commons

Wer den neuen Technologien ein gesundes Misstrauen entgegen bringt, befindet sich also durchaus in guter Gesellschaft. Wie sich zeigt, sind das recht viele Konsumenten – wenn auch nicht aus existenziellen Gründen, wie Mr. Musk. Durchschnittliche Konsumenten sorgen sich nicht so sehr darüber, dass KI die Menschheit vernichten könnte, sondern eher darüber, ob ihre Daten bei einem Chatbot in sicheren Händen sind, oder ob sie sich auf KI-Dienste überhaupt verlassen können, wie eine aktuelle Bitkom-Studie in Deutschland zeigt:

“Grundsätzlich legen die Deutschen nach wie vor hohen Wert auf eine persönliche Interaktion, auch wenn angenommen wird, dass KI das Leben künftig in Form von Robotern, Chatbots und anderen intelligenten Maschinen immer mehr beeinflussen wird. Zudem ist jeder Zweite (55 Prozent) der Meinung, dass ein Chatbot ein größeres Sicherheitsrisiko im Hinblick auf persönliche Daten darstellt, als ein Mensch. Auch wenn zwei Drittel der Befragten Vorteile in vollautomatisierten Dienstleistungen für sich als Kunden erkennen, macht sich die Mehrheit (71 Prozent) dennoch Sorgen, dass vollautomatisierte Dienstleistungen die Sicherheit ihrer persönlichen Daten gefährden. […] Nicht einmal jeder zweite Verbraucher (44 Prozent) würde einem vollautomatisierten Einkaufsservice vertrauen, der Lebensmittel automatisch nachbestellen würde, wenn diese aufgebraucht sind. Ebenso skeptisch stehen die Deutschen der Frage gegenüber, ob Smart-Home-Geräte ihnen den Alltag erleichtern…“

Und natürlich ist das nicht die einzige Unsicherheit gegenüber KI. Wie eine andere Umfrage im Aufrag von Trusted Shops ergab, erwarten zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten, dass durch den Einsatz von intelligenten Maschinen in den kommenden Jahren ganze Berufsgruppen verschwinden werden. Trotzdem erwarten viele Bürger, dass sie von KI profitieren werden:

“Über die Hälfte der Befragten (53 Prozent) sehen die Vorteile, die mit der Ausbreitung künstlicher Intelligenz einhergehen. Sie stimmen der Aussage zu, dass der Einsatz von KI das Leben der Menschen in den kommenden Jahren deutlich angenehmer machen wird. Sie erwarten eine Erleichterung des Alltags durch die weitere Inanspruchnahme intelligenter Maschinen. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während 60 Prozent der männlichen Teilnehmer eher die positiven Begleiterscheinungen einer solchen Technologie-Entwicklung für den Alltag sehen, sind Frauen dieser Entwicklung gegenüber eher skeptisch eingestellt…“ Nach Meinung der Befragten sind es Beschäftigte in den Sektoren Industrie und Produktion, deren Jobs am meisten durch KI gefährdet sind – am wenigsten gefährdet sei der Handel.