Aus der Study Tour 1 Silicon Valley Day 4 des CAS Digital Leadership 17-2 berichten Jasmin Schenk, Andrea Schlegel und Johannes Staub. Tag 4 war ein Schweizer Tag und die erste Location war sogar hier im Silicon Valley auf Schweizer Boden in der Schweizer Botschaft:

swissnex

Um 9:00 Uhr starten wir einen weiteren Tag im Valley. In den Räumlichkeiten von swissnex am Pier 17 -The Embarcadero treffen wir zuerst Benjamin Bollmann, welcher uns die Intention und Organisation von swissnex erläutert. Bei einem Rundgang den „coworking space“ für Schweizer Startup’s zeigt er und die „wall of fame“ der Startup’s welche swissnex seit 2010 auf ihrem Weg hier im Valley begleitet hat.

swissnex ist ein globales Netzwerk mit Standorten in den wichtigsten Innovationszentren wie zum Beispiel Bangalore, Boston, San Francisco, Shanghai, und Rio de Janeiro.

Die auf Initiative des Schweizerischen Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI), die in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt gegründete swissnex wird heute vorwiegend durch private Partner, Sponsoren und Spendern getragen.

swissnex bietet eine Plattform für den Austausch über Themen aus Wissenschaft, Bildung und Kunst. Ideen und Personen aus der Schweiz und USA werden zusammengebracht um Innovationen zum Durchbruch zu verhelfen. Am Pier 17 in San Francisco betreut swissnex Firmen wie: Hochschule Lausanne, Logitech, Nestlé, Pro Helvetia, Swisscom, Swiss Re und Universität Genf.

swissnex bietet u.a. je nach Zielsetzung Dienstleistungen für:

  • Trend Scouting
  • Co-working
  • Startup Acceleration
  • Ausstellungen

SECO

Felchlin, welch grosser Name in der Schokoladenproduktion! Und in der Tat, Damian Felchlin von Swiss Global Enterprises stammt aus der Familie der berühmten Schokoladenproduzenten. Weitere Berührungspunkte mit der Nahrungsmittelindustrie im Rahmen seiner Aufgabe als Trade Commissioner in San Francisco für das EDA folgten später. Swiss Global Enterprise agiert im Auftrag des SECO’s.

Die Aufgabe der Swiss Global Enterprises gliedert sich in zwei Hauptsegmente:

  1. Export Promotion (Exportförderungstätigkeit)
    Unterstützung von Schweizer und Liechtensteiner KMU-Unternehmungen, welche in den 22 vertretenen Ländern Produkte anbieten möchten. Dazu zählen die Vermittlung von Kontakten, Beratung über Marktentwicklungen, Marktanalysen und Geschäftsmöglichkeiten.
  1. Investment Promotion (Standortpromotion)
    Informationen von potentiellen, ausländischen Investoren über die Rahmenbedingungen und Stärken des Wirtschaftsstandorts Schweiz.

Jeder Interessent wird dabei 1:1 individuell und mehrstufig beraten und betreut.

  1. Analyse der aktuellen Situation (erste Beratung kostenlos)
  2. Marktinformation
  3. Zielmarktsuche
  4. Individuelle Markt- und Länderanalyse
  5. Kontaktbereitstellung
  6. Suche nach Kunden und Partner
  7. Faktenlage herbeiführen
  8. Lokale Präsenz aufbauen
  9. Steuerung und Vertragsklärungen
  10. Betrieb

Neben den Interessanten «Hardfacts» hat uns Damian mit viel spannenden Zwischeninformationen versorgt. Es ist praktisch unmöglich, als Schweizer Lebensmittelhersteller bei den Grosshandelsketten einzutreten. Die einzig wirksame Strategie ist den Markteintritt über Nischengeschäfte, wie Bioläden oder ähnliche Geschäfte mit einer laufenden Ausbreitung möglich.

Obwohl das pro Kopf Einkommen in den USA nur bei 60’000 $ p.a. liegt, sind die Konsumenten bereit hochpreisige Lebensmittel zu kaufen. Dies vergrössert die Absatz-Chancen für qualitativ hochstehende und trendige Nahrungsmittel. Dies gilt nicht für Schweizer Fleischprodukte, welche seit 10 Jahren auf der Blacklist stehen und daher nicht in die USA importiert werden kann. Gemäss Damian steht die Streichung von der Liste für kommendes Frühjahr an.

Cheese from Switzerland, is not the same like Swiss Cheese!

Swisscom

Bei Swisscom führte uns Arijana Walcott in die Silicon Valley Kultur und wessen Platz Swisscom einnimmt.

Silicon Valley ist eine Stadt wie keine andere! Start-ups schiessen wie Pilze aus dem Boden, Investoren investieren hier gerne das grosse Geld. Jeder hier träumt von der perfekten Erfindung und dem Reichtum; die Realität sieht aber anders aus und etwa 95% der Start-ups scheitern. Gute Talente werden hier schnell abgeworben und es kann vorkommen, dass AI und Engineer Studenten nach dem Studium mit einem Salär von 400’000 bis 500’000 pro Jahr starten.

Die verrückte und schnelllebige Zeit beobachtet Swisscom nahe und hat hier in Paolo Alto ihre Basis. Arijana verbringt ihre Zeit, Startups zu besuchen und neue Ideen anzuschauen um diese hoffentlich gewinnbringend in die Swisscom einzubringen. Swisscom ist hier Investor und ermöglicht es 5 Startups in der Schweiz die Silicon Valley Erfahrung für eine Woche zu machen. Besonders gefällt ihr der Austausch und das Sharing von Ideen. In der Schweiz könne sie sich nicht vorstellen, einmal Monatlich mit Telecom Ideen auszutauschen.

Valora

Bei Valora hat uns Cyril Dorsaz, Digital Innovation Manager, in die Zukunft des Retails eingeführt. Valora hat jeden Tag über eine Million Kundenkontakte in rund 2’800 Verkaufsstellen.

Valora kämpft mit viel Konkurrenz und ist bestrebt, innovativ zu bleiben. Cyrill’s Aufgaben hier im Silicon Valley ist, kreative Strategien auszuarbeiten um langfristig mit Valora erfolgreich zu bleiben. Er zeigte uns die Zukunft des Retails und führte uns in die folgenden Gebiete ein:

  • Postmates:
    • Durch App wird Produkt in bestimmten Laden gewählt und persönliche Shopper kauft für den Kunden ein
    • Das Produkt wird innerhalb einer Stunde dem Käufer ausgehändigt (viel schneller als Amazon Lieferzeit)
    • Mit Postmates verliert der Retailer die direkte Kundenbeziehung
  • Dezentralisiertes Shopping:
    • An verschiedenen Orten werden kleinere Schränke aufgestellt welche mit Waren gefüllt sind
    • Der Kunde öffnet diesen Schrank mit seinem App
    • Durch Kameras wird erkannt, was der Kunde aus dem Regal nimmt und direkt abgebucht
  • Amazon Go:
    • Der Kunde läuft in einen Laden und holt sich die Waren, die er braucht direkt aus dem Regal und läuft raus ohne das physische Bezahlen
    • Die Zahlung erfolgt via App. Wenn der Kunde in den Laden läuft, meldet er sich an und der Laden ist so aufgebaut, dass die Dinge die er bezieht direkt abgebucht werden
  • Robots:
    • Einkäufe werden durch Roboter ausgeliefert
    • Funktioniert besser als Drohnen und wird zurzeit in Bern und Winterthur getestet
  • OSHbot:
    • Roboter die in Baumarkt die Kunden mit Beratung unterstützen
    • Dadurch kann an Personal gespart werden
  • Smart Homes:
    • Die Zukunft des Wohnens was das Leben erleichtern soll
    • Auf dem Kühlschrank ist zum Beispiel ein Screen und Einkäufe können direkt darüber vollzogen werden und werden nach Hause geliefert

Cyril’s Vortrag war extrem spannend und zeigte verschiedenste Fassetten des Zukunfts-Shoppings auf. Wir können uns auf eine einfachere und angenehmere Einkaufserfahrung freuen.

Auch dieser Tag hat uns wieder einmal aufgezeigt, wie viele Ideen, Projekte und Start-ups es hier gibt. Der open Mind-set fördert den gegenseitigen Austausch was extrem wichtig ist und den Aufbau von Beziehungen zu potenziellen Geschäftspartnern unterstützt.