Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management mit Timo Wäschle zum Thema «Storytelling mit Bewegtbild» berichtet Ester Neff:

Timo Wäschle, ist ein Radio- und Filmemacher, der mit Glanz & Gloria seinen Oldtimer in den DJ-Himmel gefahren und 6 Awards abgeräumt hat. In diesem Modul an der HWZ gibt er uns einen Einblick in das Storytelling mit Bewegtbild und wie wir mit Aufmerksamkeit, Information und Einsatz eine Umsetzung (Conversion) erreichen, die uns die Loyalität des Rezipienten schon fast garantiert.

Was ist Storytelling?

Dumb Ways to Die

Gutes Storytelling ist, wenn der Rezipient abgeholt und auf seiner Reise begleitet wird. Dazu gehört ebenfalls Vertrauen schaffen und Relevanz bieten, denn das generiert Resonanz.

Im Vorfeld der Planung muss das Ziel klar sein. Dann erst kommt die Auswahl der Technik hinzu. Im Bewusstsein, was die Umsetzung erreichen soll, wird im Storytelling-Fadenkreuz zwischen funktional und emotional, sowie vorder- und tiefgründig die Story eingeordnet.

Ein Story-Muster wird im Storytelling benötigt. Folgende Archetypen gibt es:

  • Defeating the Monster – David gegen Goliath
  • Rags to Riches – Das hässliche Entlein
  • The Hero’s Journey – Der Herr der Ringe
  • The Journey and Return – Alice im Wunderland
  • The Comedy – Vier Hochzeiten und eine Todesfall
  • The Tragedy – Romeo und Julia
  • The Rebirth – Die Schöne und das Biest

Was ist im Skript enthalten?

Der 1. Akt ist die Ausgangslage. Hier finden wir Protagonisten, also die Secret Heros/Mentoren und Helden, die gegen die Antagonisten kämpfen. Im 2. Akt geht es um Konfrontation, die Story soll eine grosse Fallhöhe aufweisen. Im 3. Akt ist die Lösung ein «change to the better».

Ein Tipp von Timo Wäschle, die Klassiker kommen nie aus der Mode, adaptieren ist erlaubt.

Auch neue Medien oder ein verändertes Nutzungsverhalten erfordert hohe Agilität. Ein Beispiel bei Kurzvideos, der Climax (Höhepunkt) wird bereits bei 3 Sekunden vermittelt.

65% der Leute sind visuelle Lerner. Darum weniger Text und mehr Media, was folglich mehr Views generiert.

Multi-, Cross- oder Transmedia?

Je nach Ziel soll unterschieden werden zwischen:

  • Multimedia (one story, many forms, one channel)
  • Crossmedia (one story, many channels) und
  • Transmedia (one campaign, many stories, many forms, many channels)

Formate

Vorausblickend wird mindestens im Format 4k (hochauflösendes digitales Videoformat, das ungefähr viermal so viele Bildpunkte (Pixel) hat wie Full HD) produziert. Emotionen werden mit ausgewählten Filtern verstärkt.

Aus Film/Video, Animation, Interaktion, Infographik und Snack Content werden die passenden Formate ausgesucht.

Technik

Die sachlich/informative Infografik fliesst jeweils mit dem emotional/bewegenden Realbild zusammen. Transitions, setzen grafisch/innovativ die Sahne auf die Storytelling-Torte. Ein schönes Beispiel zeigt das Video «Red Dress» mit der Tracking Technik.

Augmented Reality (AR) also „erweiterte Realität“, ist die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung und wird meistens mit Brille oder Tablet konsumiert.

Virtual Reality (VR) also «virtuelle Realität» ist eine computergenerierte Wirklichkeit mit Bild (3D) und in vielen Fällen auch mit Ton. Timo Wäschle weist darauf hin, wenn VR ohne Miteinbezug des Körpers konsumiert wird, sich nachweislich neurologische Schäden ergeben können. Darum auf einen Haftungsausschluss bestehen oder mit einer Technik, wie z.B. Burdly von der ZHdK arbeiten.

Was gibt uns Timo Wäschle sonst noch mit auf den Weg?

  • Wer «talk-of-town» sein will muss laufend kommunizieren
  • Eine übergreifende, greifbare Geschichte hilft zur Orientierung
  • Das dramaturgische Orchestrieren ist Key
  • Modulare, «snackable» Approaches erhöhen den ROI
  • Der Kontext und die zeitliche Komponente ist nicht zu unterschätzen

Nach der Story ist vor der Story

Champions are made off-season! Vorausplanend Issue Management betreiben und Newsjackings für z.B. Jubiläen, Stellwerkstörungen, Stromausfall etc. produzieren, damit am Tag X die Story nur noch aus der Schublade gezogen werden kann.

Ein gutes Beispiel für schnelles Social Media Markting lieferte Oreo Cookie nach dem Stromausfall beim Super Bowl XLVII.