Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management mit Lucia Yapi berichtet Theofilos Sidiropoulos:

Heutzutage ist es für ein Unternehmen schwieriger auf einer Suchmaschine wie Google nicht gefunden zu werden, als dass es auf irgendeine Weise gefunden wird. Es geht um Suchmaschinenmarketing. Und auch hier zieht sich der (gute) Content wie ein roter Faden durch unseren Unterricht.

Jedoch gilt es zuerst einmal zu definieren, dass das Search Engine Marketing (SEM) aus zwei Teilen besteht: der Search Engine Optimisation (SEO) oder auch Suchmaschinen-Optimierung und dem Search Engine Advertising (SEA) der Suchmaschinen-Werbung. Oder kurz gesagt, SEO sind die Massnahmen, die man unternimmt, um im Suchmaschinenranking in den unbezahlten Suchergebnissen auf höheren Plätzen zu erscheinen. Wohingegen SEA sich um die bezahlten Google Ads dreht, die bis vor kurzem auf der rechten Seite der Suchtreffer erschienen und heute vor den organischen Suchtreffern aufscheinen und mit „Anzeige“ gekennzeichnet sind.

Suchmaschinenmarketing wird dem Inbound Marketing zugeordnet. Hierbei handelt es sich um eine Marketing-Methode, die darauf basiert, von Kunden gefunden zu werden. Des Weiteren zählen dazu Blogs, Newsletter aber auch Social Media. Auf der anderen Seite haben wir das Outbound Marketing wozu die Klassiker wie TV, Radio und Print gehören. Outbound kommt ungefragt zum potentiellen Kunden. Das Unternehmen entscheidet wann und wo die Inhalte publiziert werden. Bei Inbound sucht sie sich der User gezielt. Inbound Marketing muss gefallen, damit der User wiederkommt und auch Kunde wird. Denn guter Content zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zieht die Leute an.

Die Funktionsweise einer Suchmaschinen-Optimierung

Ein Teil des Suchmaschinenmarketings ist die Suchmaschinenoptimierung, also die Massnahmen um beim organischen Suchmaschinenranking weiter oben zu landen. Hier gilt die Devise: Wer online nicht gefunden wird, existiert nicht. Je nach Themengebiet und Suchbegriffen ist es ein knallharter Wettbewerb. Die Ersten drei bis fünf Positionen greifen 65% des Traffics ab.

Jedoch reicht es nicht aus gefunden zu werden. Wenn der User auf eine Seite ist, muss das Ziel sein, ihn zu halten und sein Interesse zu wecken. Er soll zum Kunden werden. Deshalb sollte der Fokus von SEO auf Neukunden und Mehrumsatz liegen. Eine breite Streuung macht eher wenig Sinn. Die richtige Zielgruppe muss den Inhalt finden. Hier lohnt sich zu analysieren, ob der ROPO-Effekt greift. Das heisst, ob Kunden die sich online informieren (research online) ihre Waren auch online beziehen (purchase online). Falls dies nicht der Fall ist, ist das Budget für SEO nicht optimal eingesetzt, da
bspw. die Recherche zwar online erfolgt, der Kauf jedoch nicht. Jedoch spielen die Suchmaschinen bei der Recherche eine sehr wichtige Rolle.

Suchmaschinen erfassen Website-Inhalte mit sogenannten Spidern. Die Herausforderung für den Seitenbetreiber ist die folgende:

  • wir müssen gefunden werden, wobei heutzutage ist es mehr Arbeit nicht gefunden zu werden
  • der Google Bot muss uns lesen/indexieren können, d.h. verstehen was da drauf ist
  • dem richtigen Begriff zugeordnet werden, und das hat mit Content und Benutzerverständnis zu tun
  • du bist nicht der einzige, der gefunden werden will, ich muss Google beweisen, dass meine Seite relevanter ist als die anderen
  • mit einem mal ist es nicht gemacht, es ist ein stetiger Prozess

Die Keyword-Analyse

Nicht nur die Anzahl der Suchanfragen steigt Jahr um Jahr. Die Suchanfragen werden auch immer präziser. 70% des Traffic werden über den sogenannten Long Tail generiert. Es werden Informationen zu spezifischen Themen gesucht mit gezielten Suchbegriffen. Hierbei gilt es sich in die Lage des Nutzers zu versetzen. Was passiert auf der eigenen Website? Über welche Begriffe kommt der Traffic und welche Handlungen werden durchgeführt? Nach welchen Begriffen sucht der Nutzer, z.B. DVD-Abspielgerät oder sucht er doch den DVD-Player? Hier bietet answerthepublic.com Hilfe bei der Suche nach relevanten Themen, um Content für Unternehmen zu finden. Diese kann man anschliessend mit Google AdWords prüfen, ob sie sich als Keywords eigenen. Auch ist es immer von Vorteil zu wissen, was denn die Mitbewerber machen.

On Page Kritrien

Für SEO ist eine gute Usability unabdingbar. Das beinhaltet Transparenz, Relevante und eigene Inhalte sowie eine einfache Navigation. Die Seite soll für den Nutzer erstellt werden und nicht für eine Suchmaschine. Googles Suchalgorhythmus bewertet die Seite auch nach Kriterien, die das Surfverhalten simulieren. Zudem ist die Optimierung für Mobilgeräte ausschlaggebend sowie die Ladezeit der Seite und auch deren Geschwindigkeit im Vergleich zu anderen Webseiten der gleichen Branche. Und natürlich dürfen keine Fehler in der Programmierung vorkommen. Google prüft auch die Navigation. Sie muss logisch strukturiert sein, so wenig Hierarchien wie möglich aufweisen und jede Ebene sollte mit sinnvollen Begriffen benannt werden.

Das Ranking wird durch folgende Kriterien beeinflusst:

  • Webseitentitel
  • httpS
  • Unique Content
  • Titel in dem das Keyword drinsteht
  • Mobiletauglich
  • Registertitel
  • Ladezeit
  • Backlinks
  • XML-Sitemap
  • Fehlerfreie Programmierung
  • robots.txt

Off Page Faktoren

Bei den Off Page Kriterien geht es darum, was ausserhalb der Website passiert. Der Schlüssel hierzu vor allem sind Backlinks. Also andere Seiten, die auf die eigene Seite verweisen. Diese Referenzierung wertet Google mit Relevanz. Aber nicht jeder Backlink ist gleichviel wert. Er sollte einen thematischen Bezug zur eigenen Seite haben, die Domain sollte eine hohe Autorität besitzen, zudem sollte der Link innerhalb eines Fliesstextes sein. Die Anzahl der Links sollte auch regelmässig und natürlich wachsen. Ansonsten wertet das Google als Manipulation, und die verlinkte Seite wird relevanztechnisch abgestraft, da dies ein Hinweis auf bspw. eingekaufte Links ist.

Auch Social Media beeinflusst das Ranking bei Google. Durch Social Media kann man sich eine Reputation aufbauen, was Einfluss auf das Ranking hat. Zudem führt guter Content mit Social Media zu einem besseren Ranking. Über Posts in den Sozialen Netzen entsteht mehr Traffic auf der Website und User teilen und verlinken den Inhalt. Darum müssen Search und Social zusammenarbeiten. Eine Präsenz auf Facebook, ein Google MyBusiness Account, LinkedIn und Xing oder auch Twitter sollten darum heute auch zum Repertoire gehören.

Monitoring und Kotrolle

Für die Messung ist Google Analytics das Nonplusultra. Über die Suchanalyse wird gezeigt über welche Suchanfragen eine Seite gefunden wird. Man erhält einen ausgedehnten Einblick woher die Besucher kommen, wann sie kommen oder welche Geräte und Browser sie verwenden.

Fazit

Social Media unterstützt SEM in dem es Traffic auf die Seite bringt, die Relevanz bei entsprechend gutem Content steigert und beim Streuen des Contents hilft. Das alles aber nur wenn die Website sauber aufgebaut ist und Google sie entsprechend diverser Faktoren wertet.