Ein Beitrag von Christopher Moll und Jürg Steiger über den Besuch bei swissnex und Switzerland Global Enterprise San Francisco und darüber, wie Schweizer Startups in den USA Erfolg finden können.


Tag vier unserer Reise startet wieder in der kleinen Schweizer Bastion von swissnex am Pier 17. Langsam hat sich ein Stück San Francisco Alltag eingeschlichen. Wie selbstverständlich schlendern wir mittlerweile am Morgen vom Hotel durch die Stadt. Kurzer Stop im Coffe Shop, beiläufiger Blick in die Zeitung, Chat mit der Barista – zwischen Menschen aller Lebenswege hindurch, zum Treffpunkt am Wasser.

Bei swissnex kennt man uns bereits und wir werden freundlich von unserem ersten Referenten Benjamin empfangen. 9 AM sharp starten wir gemeinsam mit ihm in unseren Tag, der im Vergleich zu den Vorherigen heute eher gemütlich geplant ist und am Nachmittag Zeit bietet um an individuellen Projekten zu arbeiten, sich auf die CAS Arbeit zu stürzen 😅 oder sich auszutauschen. Nicht zufällig, denn die Köpfe sind voll mit Gedanken und Ideen, die reflektiert werden wollen, wie schon die gestrige „Reflection Session“ am Tram Stop Powell Street verdeutlichte.

Doch zunächst zu unserem swissnex Referenten Benjamin Bollmann, der nicht nur wissen möchte wer wir sind und von welchen Firmen wir kommen, sondern auch interessiert ist an unseren Zielen und Motivationen für den Besuch im Silicon Valley. Eine Frage, die wir uns in dieser Form vielleicht noch gar nicht gestellt haben und die wir alle unterschiedlich beantworten: Inspiration sammeln, Kontakte knüpfen, die Komfort Zone verlassen. (Happy to report: we’re doing all of that!)

Was macht also swissnex? Zusammengefasst beschreiben sie sich selbst wie folgt:

Benjamin ist Head of Science Programs & University Affairs bei swissnex und in einer knackigen Stunde gewährte er uns einen Einblick in ihre vielfältigen spannenden Aktivitäten.

swissnex ist Teil des ERI Netzwerks. Das bezieht sich auf „Switzerland’s International Education, Research and Innovation (ERI) policy“.

Das ERI Netzwerk wird betrieben vom State Secretary for Education, Research and Innovation und besteht neben der Niederlassung in San Francisco aus weiteren Vertretungen:

  • swissnex Boston (since 2000), with an outpost in New York City
  • swissnex San Francisco (2003),
  • swissnex China (2007), with an outpost in Guangzhou
  • swissnex India (2011)
  • and swissnex Brazil (2013), with an outpost in Sao Paolo

Die Aktivitäten sind finanziert von Partnern und öffentlichen, sowie privaten Sponsoren. Im Mittelpunkt stehen die Kollaborationen mit Partnern, die sowohl Schweizer Top Universitäten, aber auch multinationale Konzerne, High-Tech Startups und Wissenschaftler sind.

Die Menge von verschiedenen Initiativen die Benjamin beschreibt ist erstaunlich. Besonders aufgrund des verhältnismässig kleinen Teams von Rund 20 Köpfen. (Von denen über 60% übrigens auf den Schultern von Frauen sitzen.)

swissnex Team

swissnex San Francisco bietet die Plattform, um ihren Partnern Zutritt zur Welt von Morgen zu eröffnen. Sie bringen Menschen und Ideen zusammen und unterstützen diese mit Ihrer Plattform dabei Neues zu schaffen. Wissenschaft, Bildung, Kunst und Innovation stehen im Mittelpunkt. Es geht um Networking und Chancen im Silicon Valley.

So treffen beim Pier 17 Universitäten, Startups und Firmen aufeinander. Beispielsweise das Ecole hôtelière de Lausanne, Logitech, Nestlé, Pro Helvetia, Swisscom, Swiss Re, University of Geneva, View, und Vitra. Durch diese Infrastruktur verbindet swissnex innovative Partner, Produkte und Technologien um Schweizer Startups und Design Projekte zu unterstützen.

Einige Beispiele von Benjamin waren die Entwicklung von Roboter Skeletten, welche die Anatomie von Tieren perfekt nachbilden und für Bildungszwecke eingesetzt werden können, Stichwort Cyber Salamander, FACESHIFT, das Schweizer Startup, dessen Star Wars Motion Capture Technologie (samt Team) von Apple gekauft wurde, oder auch BIRDLY, die vogelfreie VR-Experience, die ihren Ursprung an der ZHdK Zürich hat und weltweit für Begeisterung sorgt!

Die ein- bis dreimonatigen Accelerator Programme von swissnex unterstützen Ideen wie diese und bieten so auch Schweizer Startups Möglichkeiten auf dem hart umkämpften Startup Markt im Silicon Valley die nötige Unterstützung zu finden, um mit ihren Ideen abzuheben – virtuell wie finanziell…

Mehr zu swissnex und ihre laufenden Initiativen gibt es HIER.

     Listen. Tweet. Repeat.

Als zweiter Referent trat anschliessend Lionel Müller von Switzerland Global Enterprise (S-GE) vor den Beamer und gab uns eine Übersicht über seine Firma, die ähnliche Ziele verfolgt wie swissnex. Denn S-GE begleitet Kunden auf dem Weg in neue Märkte. S-GE fördert im Auftrag von Bund (Staatssekretariat für Wirtschaft SECO) und Kantonen Export und Investments und hilft Kunden, neues Potenzial für ihr internationales Geschäft zu realisieren und damit den Wirtschaftsstandort Schweiz zu stärken. Als Betreiber eines globalen Experten-Netzwerkes sowie als Vertrauter und starker Partner von Kunden, Kantonen und der Schweizer Regierung bildet S-GE damit die erste Schweizer Anlaufstelle für Internationalisierungsfragen.

Eindrücklich erläuterte uns Lionel, dass die Swiss Business Hubs von S-GE in 21 Zielmärkten weltweit tätig sind. Unter anderem auch hier in San Francisco. Die USA sind insgesamt einer der wichtigsten Märkte für die Schweiz. So sind die USA zum Beispiel (nach Deutschland) der zweitwichtigste Exporthandelspartner. Auch in Sachen Import liegen die USA als Lieferant von Gütern für die Schweiz an zweiter Stelle.

Swiss Business Hubs von S-GE

Lionel erläuterte ausserdem überzeugend, wie das Team hier in San Francisco amerikanischen Firmen die zahlreichen Vorteile der Schweiz aufzeigt. So wird ihre Mehrsprachigkeit als grosser Vorteil wahrgenommen. Denn sie erlaubt einem amerikanischen Unternehmen, sich schneller in Europa zu etablieren, da sie auf kleinem Raum mit verschiedenen Sprachen und Ländern Europas in Kontakt kommen kann.

Auch unterstützt S-GE die Schweizer Startup Szene tatkräftig und erfolgreich. So wurde das IT-Jungunternehmen Starmind (selbstlernende Know-How-Netzwerke für Firmen) aus Küsnacht/ZH aktiv bei der Suche nach Investoren, bei der Vermittlung von Kundenkontakten sowie bei der Eröffnung eines Büros in den USA unterstützt.

In unserer abschliessenden Gruppendiskussion kam der Respekt für swissnex und S-GE deutlich zum Ausdruck, was sie hier in San Francisco alles in Sachen Startups, Kultur, Export- und Investitionsförderung für die Schweiz machen. Echt stark! Kritisch wurde aber auch hinterfragt, ob all diese vielen Aktivitäten auch gut koordiniert sind und der Fokus nicht allzu sehr auf den grossen, etablierten Unternehmungen sowie den Startups liegen. Vor allem kam die Frage auf, ob die KMUs genügend Unterstützung erhalten und ob Firmen dieses Segments die wertvollen Angebote von swissnex und S-GE auch wirklich kennen.

Nach diesem eindrücklichen Morgen unter dem Motto „Switzerland in the Valley“ bekamen wir die Möglichkeit uns individuellen Aktivitäten zuzuwenden. Einige von uns besuchen die Universität Berkley, andere widmeten sich ihrer Diplomarbeit in den Räumlichkeiten von Code for America, oder reflektierten gemeinsam über die spannenden Eindrücke der letzten Tage. Achso… und Shopping! 😅😉

Der Abend bietet auch an Tag vier wieder eine Vielzahl von Events in der gesamten Stadt, darunter auch am Pier 17 bei swissnex. Wohin in „Frisco“, das sagt man so, wenn man (wie wir) hier zu den alten Hasen gehört (😜), es uns verschlägt wird sich zeigen… an Möglichkeiten scheint es hier nie zu mangeln.

Sicher ist, dass Tag fünf mit einem Besuch bei Salesforce und einem Nachmittag gefüllt mit Case Studies uns nochmals Alles abverlangen wird! Wir freuen uns drauf…

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