Aus dem Unterricht des CAS Multichannel Management vom 30. März 2017 mit Marion Marxer berichtet Béatrice Sunier.

Der Nachmittag stand unter dem Fokus der Kanal- und Touchpoint Analyse. Wenn wir auf die Menschen und unsere Kunden eingehen wollen, ist die Evaluation der Kanäle zentral. Denn nur wenn wir wissen, wo und wie wir unsere Zielgruppe erreichen, werden unsere Botschaften auch richtig ankommen und für eine Interaktivität mit der Zielgruppe sorgen.

Die Evaluation der Kanäle wird nach 6 Kriterien gemäss folgendem Modell erstellt:

ABOUT: Welche Charakteristiken zeichnen den Kanal aus? Wie ist die Relevanz des Kanals unter Berücksichtigung der Trends und des Markts?
CIRCLE: Welche Zielgruppe erreiche ich, wenn ich diesen Kanal bespiele? Wann erreiche ich sie? Was sind die Motivation und Werte der Zielgruppe, die sich auf diesem Kanal befindet?
ACTIVITY: Wie ist das Engagement der Zielgruppe? Wieso involviert sich die Zielgruppe? Wie findet die Interaktion statt?
BRANDSHIP: Wie stark akzeptiert die Zielgruppe meine Marke? Was sind der Nutzen und Mehrwert, den ich am Touchpoint generieren kann?
FUTURE: Wie entwickelt sich der Kanal in Zukunft? Wird sich die Nutzerstruktur verändern? Gibt es neue Herausforderungen an die Interaktion und somit an den Inhalt und Mehrwert, den ich auf diesem Kanal generieren muss?
SCORE: Die Zusammenfassung aller oben erarbeiteten Kriterien ergibt die Gesamtbeurteilung des Kanals und ermöglicht eine Einschätzung des Potentials und der Relevanz desselben.

Der gleiche User kann sich auf den verschiedenen Kanälen völlig anders verhalten. Darum sollten wir die Zielgruppe auf jeder Plattform verstehen, um das Potential und die Dynamik einschätzen zu können. Ziel ist es, die richtigen Kanäle zu bespielen, also den bestmöglichen Mix zu erreichen. Dabei müssen nicht alle Kanäle berücksichtigt werden, sondern die für unsere Zielgruppe relevanten.

Hier am Beispiel von Street Marketing:

Street Marketing – Die Strasse ist das neue Wohnzimmer!

Street Marketing geht in eine ähnliche Richtung wie Live Marketing. Street Marketing findet im Alltag statt, es ist etwas, das zu uns kommt und uns begleitet. Live Marketing hingegen sind die grossen Events und Sponsorings.

Man ist heute praktisch immer unterwegs und ständig erreichbar. Auf der Strasse wird man im realen Leben abgeholt und kann das, was man sieht und erlebt, sofort in den Alltag integrieren (hoher Realbezug). Das lokalspezifische Targeting lässt sich auch nach Tageszeiten ausrichten, denn die Aktivität der Zielgruppen variiert je nach Ort und Zeit stark. Das Beispiel des berühmten Geigenspielers Joshua Bell, der frühmorgens in der Tube mit einem höchst wertvollen Instrument klassische Musik spielt und nicht erkannt noch wahrgenommen wird, zeigt, dass die Menschen in diesem Moment nicht offen und bereit für das Angebot waren (Pendlerstrom, zur Arbeit hetzen).

Joshua Bell, one of the best concert violinist in the world played for free, for 45 minutes, on a violin worth 3.5 million dollars  at a subway station. Over a thousand people passed by Bell, only seven stopped to listen him play, including a 3-year old boy, and only one person recognized him.

https://www.youtube.com/watch?v=LZeSZFYCNRw

Ein guter Überraschungseffekt wird für ein hohes Sharingpotential sorgen, jedoch sollten der Ort, das Angebot und die Zeit zusammen passen. Es gibt viele Momente auf der Strasse, wo eine unterschiedliche Inszenierung der Marke den grossen Unterschied ausmachen und für Awareness sorgen wird. Der richtige Mix macht es aus, dass die Komponenten live + mobile + social zum Erfolgstrio werden!

Die Zukunft wird eine Digitalisierung der Strassen mit sich bringen, denn es werden immer mehr Themen öffentlich auf die Strasse getragen werden.

Die wichtigsten Touchpoints im Street Marketing sind:

  • Games
  • Pop-up
  • Service
  • Sign
  • Smart Infrastructure