Aus der Study Tour 3 Silicon Valley Day 1 des CAS Digital Leadership 17-2 berichten Mathias Eichmann und José Alonso:

Nach einem Welcome-Dinner am Vorabend im Rest. Bluestem geht die Woche in San Francisco endlich los. Wir treffen Gert am Morgen um 8 Uhr im Nikko Hotel wo Dreamforce seine Schweizer Kunden zum Morgenessen eingeladen hat. Hier können wir schon die ersten Leute networken und uns als Einstieg für den bevorstehenden langen Tag stärken.

Um 9.45 Uhr geht es weiter in die co-working spaces von WeWork Transbay wo uns Mark Zawacki, Gründer von 650Labs in Palo Alto in die Geheimnisse vom Silicon Valley einweiht. 650Labs betreut nebst vielen internationale Grosskonzerne auch ein paar Schweizer Unternehmen wie Zürich, Tamedia, etc.

Das Silicon Valley ist nicht (mehr) nur Hightech-Zentrum der Welt, risk taking mentality, open networking und it’s OK to fail. Der Mythos von „alles begann in einer Garage“ ist aber immer noch omnipräsent. Das Silicon Valley hat einen big shift zu „Industry-Disruption Capital of the world“ gemacht (builds disruptive businesses, competes with businesses globally, Mercenary wie z.B. iTunes). Bekannteste Beispiele sind:

1. Mobile Handsets: iOS/Android disrupted Motorola, Nokia, etc.
2. Advertising: Google/Facebook disrupted Broadcast & print media, big brands
3. Music: Apple/Pandora disrupted Music retailers, distributors, music labels
4. Movies: Netflix disrupted Movie retailers, content creators
5. Hospitality: Airbnb disrupted alle grösseren Hotelketten weltweit

Weiteres Merkmal: leverage assets of others, rent and don’t own assets, people, resources. Uber besitzt keine Taxis, Airbnb keine Hotels, WhatsApp keine Telco-Infrastruktur, Facebook kein Inventar oder Netflix keinen Content. Software is eating the world (Marc Andreessen) oder anders gesagt: fast beats slow (und i.d.R sind grosse Unternehmen langsam).

Viele kleine start-ups sind im Silicon Valley vertreten, hingegen nur wenige grosse Unternehmen aus der angestammten Branche. Im Financial Services Cluster mischen Tech-Unternehmen wie z.B. Google, Apple, Samsung, Paypal, Twitter aber auch über 700 Silicon Valley startups mit. Hingegen haben nur etwas über 30 multinationale Firmen der Finanz-Branche eine strategische Präsenz im Silicon Valley (citi, BBVA, Visa, Wells Fargo, Amex, AXA, etc.). Im Media Cluster mischen Google, Facebook, Twitter, Apple, YouTube, Instagram, etc. mit, über 200 Silcon Valley startups und nur ca. 15 multinationale Firmen sind im Silicon Valley vertreten (axel springer, Nielsen, Bloomberg, abc News, etc.).

Massive sharing: jedes Unternehmen ist mit x-anderen verbunden. Z.B. BBVA mit Verizon mit Walmart (Partnerschaften werden früh gesucht und gefunden).

„We need to re-think, re-imagine and re-design everything we know about management, leadership, careers, competition, culture, skills and getting shit done in organisations…everything…“. Der shift vom Indutrial age (Stabilität) zum Digital age (Anpassungsfähigkeit) ist in vollem Gange.

Disruption = Grösserer Marktanteil (market share) + Nachhaltigkeit (sustainable). Heisst: Disruption erfolgt durch Plattformen (nicht mit Apps), die sich auszeichnen durch:

1. Global scale
2. Creation of new sources of supply (z.B. Uber)
3. Creation of new user behaviors on the demand side (z.B. Airbnb)
4. Bild scale partner ecosystems (facebook)
5. Networks effects (WhatsApp)
6. Architecting a strong curation system with transparency (PayPal)
7. Bring scarcity and surplus together (Kickstarter)

Disruption erfolgt meistens durch branchenfremde Unternehmen, die bestehende Produkte/DL besser, einfacher machen, open organization/innovation und wenn man zu den Klassenbesten im Bereich data science gehört. New school: quantitativ, old school: qualitativ –> Math,, Data Scientists, Computer Science (Algorithmen) werden zum entscheidenden Skill/Vorteil der Angestellten/Firmen.

Im zweiten Teil des Morgens empfängt uns Dr. Mario Herger. Er lebt seit über 13 Jahren im Silicon Valley, ist gelernter Chemiker und u.a. Buchautor von „Das Silicon Valley Mindset“ und „Der letzte Führerscheinneuling“ sowie Foresight thinker. Mario versucht disruptive Trends, die neusten Startups und Technologien vorherzusehen, um nicht selber disruptiert zu werden.

Herger’s Definition eines Startups: erst wenn man keine Ahnung hat, welches Produkt man entwickeln soll und nicht genau weiss, wer die Kunden sind, handelt es sich um ein richtiges Startup. Dazu braucht es zuerst viele Ideen: „If you want to have good ideas, you must have many ideas“ (Linus Pauling). Dabei wird das Storytelling immer wichtiger. Nicht nur Fakten und Zahlen runterrattern, sondern emotionale Geschichten erzählen ist seine Devise.

Mit seiner Erfahrung kann uns Mario einen spannenden Einblick geben wie Silicon Valley tickt und vor allem wie die Leute im Silicon Valley funktionieren. Hier gilt die Einstellung „pay it forward“, was soviel heisst, wie, schenke den Leuten Zeit und früher oder später wirst du Zeit erhalten. Scheitern, aufstehen, wieder scheitern, wieder aufstehen, nochmals scheitern, etc. Dies sei eigentlich in unseren Genen drin und der Vergleich mit unserer jüngsten Kindheit überzeugt: auch als wir laufen lernten und stürzten sind wir immer wieder aufgestanden bis wir gehen konnten ohne hinzufallen.

Speed und beschleunigte Adoptionsraten sind weitere eindrückliche Einblicke. Zum Beispiel brauchte das Festnetz-Telefon 75 Jahre um 100 Mio. User zu erreichen, Mobiltelefone jedoch nur 16 Jahre, das Internet 6.5 Jahre, der App Store von Apple gut 2 Jahre und Pokémon Go sogar nur 2 Wochen!

Das die 5 wertvollsten „Tech“-Firmen (Google, Facebook, Amazon, Microspot, Apple) die 15 wichtigsten DAX-Unternehmen um knapp das 3-fache übertreffen oder dass z.B. Tesla bei nur 80’000 verkauften Autos wertvoller ist als BMW, GM oder Ford ist, zeigt weiter eindrücklich das Potential dieser Marken aus dem Silicon Valley. Oder es zeigt eben auch wie 100-jährige solide Top-Brands verdrängt werden –> Nicht die Anzahl Autos ist entscheidend, sondern die (Automobil)daten machen sie so wertvoll.

Deshalb plädiert Mario auch für neue Skills bei den Leuten, da in Zukunft vermehrt Data Scientists, Experten für AI, etc. gefragt sein werden und die Zusammenarbeit mit Universitäten und Startups unabdingbar ist. Das alles ist im Silicon Valley vorhanden und er zeigt uns das mit ein paar Videos von selbstfahrenden Autos oder sogar Fahrrädern.

Als Abschluss gibt er uns zwei weitere statements mit auf den Weg: nicht warten bis die anderen etwas machen, sondern selber ausprobieren und schauen was passiert bzw. lebe nach dem Fail-Prinzip (wer nicht scheitert, hat zu wenig riskiert).

Mit einer einstündigen Verspätung schliessen wir den Morgen und gehen beeindruckt essen.

The Autodesk Gallery celebrates creative design

Design shapes the world – From the buildings we live and work in to the machines that propel us forward to the products that enrich our lives, we live in a designed world.

An diesem Nachmittag konnten wir außerordentliches Design kombiniert mit Engineering aus der ganzen Welt erleben. Die Autodesk Gallery zelebriert den kreativen Prozess und zeigt auf, wie heute neue Technologien angewendet werden, um dabei zu versuchen die Welt und das Leben weiter zu entwickeln.

Wir haben einen herausragenden Einblick erhalten, wie Designer, Architekten, Filmemacher, Ingenieure, usw.. heute schon und in Zukunft Ideen erarbeiten und umsetzen.

DocuSign simplifies the

Die qualifizierte Unterschrift – Senden, Unterschreiben, Verwalten. Sehen Sie, wie einfach es ist, mit DocuSign digital zu werden.

Besonders interessant ist der Business Case von DokuSign, dass eigentlich eine einfacher Prozess angeboten wird, der aber zusätzlich alle rechtlichen und branchenspezifischen Aspekte umsetzen kann. Kundenspezifische Bedürfnisse kombiniert mit den rechtlichen Umfeld bringen den Nutzen.

Christian Marek (Produkt Manager) hat uns einen interessanten Einblick in die Welt von DukuSign gegeben. Dabei hat er nicht nur das Produkt, sondern auch den Entwicklungsprozess „Ideal discovery process based on submission input“ aufgezeigt und erklärt.

Spannend waren auch seine Erläuterungen zum Leben als Europäer in USA.

Fazit aus dem Debriefing: Wir müssen nicht den VR oder den CEO überzeugen, sondern wir selber sind die treibende Kraft und gehen voraus!