Diesen Gastbeitrag aus dem Digital Society Report schreibt Felix Walker:

Im Rahmen der weltweit grössten Studie zur Arbeitsplatzkultur wurden auch dieses Jahr  in der Schweiz wieder über 26’000 Mitarbeitende befragt. 150 Unternehmen stellten sich dem Vergleich mit den „Besten Arbeitgebern“, legten Ihre Personalprozesse offen und liessen ihre Mitarbeitenden anonym Rückmeldungen geben. Das Resultat der Untersuchung, die regelmässig vom Great Place to Work Institut durchgeführt wird, zeigt, dass IT-Firmen nicht nur technisch führend sind; sie belegen in jeder Grössenkategorie den ersten Rang als beste Arbeitgeber. 

Generell gelte es, die Mitarbeitenden bei Entscheidungen zu integrieren und gemeinsam soziale Verantwortung zu übernehmen. Vielen Mitarbeitenden sei es wichtig, einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. So liegt die Zustimmung zur Förderung der Work-Life-Balance bei ausgezeichneten Organisationen mit 77 Prozent deutlich höher als bei nicht ausgezeichneten mit nur 44 Prozent. Die besten Arbeitgeber schaffen es zudem, die Erwartungen an das Unternehmen zu erfüllen. Nach mehr als zwei Dienstjahren bleibt die Zufriedenheit mit 81 Prozent recht stabil während nicht ausgezeichnete Arbeitgeber mehr und mehr Mitarbeitende enttäuschen – die Zustimmung sinkt auf 65 Prozent.

Die Studie zeige die Grundlagen einer guten Arbeitsplatzkultur auf, sagen die Autoren der Studie und sie nennen Glaubwürdigkeit, Respekt und Wertschätzung, Fairness, auch bei der Vergütung, und Teamgeist. Ebenfalls sehr wichtig sei der Stolz auf die Tätigkeit und den Arbeitgeber. Bei der Wahrnehmung eines angemessenen Lohns zeigen sich in den Unternehmen grosse Unterschiede: 79 Prozent positive Bewertungen bei ausgezeichneten, 38 Prozent bei nicht ausgezeichneten Organisationen. Auffällig dabei: Wichtiger als die absolute Lohnhöhe ist die empfundene Fairness und Perspektive. Hier erzielen auch Firmen ohne hohe Löhne oft eine bessere Wahrnehmung als Branchen mit hohen Löhnen.

Um Kreativität zu wecken, schnell auf Veränderungen reagieren zu können und Mitarbeitende für einen besonderen Einsatz zu begeistern, braucht es jedoch mehr als viel Geld am Monatsende. Gemäss den Autoren der Studie werden die Bedeutung der Sinnhaftigkeit des Jobs und des Vertrauens im Unternehmen oft unterschätzt. Dabei zeigten sich gerade diese Punkte als entscheidend für den besonderen Einsatz der Mitarbeitenden.

Dass eine gute Arbeitsplatzkultur für Unternehmen klaren und direkten Nutzen bringt, zeigt sich bei der Personalbeschaffung. Das bestätigt Matthias Keller von der UMB AG. Als ausgezeichneter Arbeitgeber sei es leichter Talente zu gewinnen, sagt er. Er muss es wissen: Sein Unternehmen hat dieses Jahr den ersten Rang im Ranking der mittelgrossen Unternehmen gewonnen und gehörte auch in vorangegangenen Jahren schon zu den Siegern. Auch in der Gruppe der grossen Unternehmen steht ein IT-Unternehmen an der Spitze: Cisco Systems Switzerland machte das Rennen. Bei den Kleinen gewann Rackspace International.  Die ganze Rangliste kann hier eingesehen werden.