Von der Study Tour Schweiz des EMBA Digital Leadership mit Sunnie J. Groeneveld und Manuel P. Nappo berichtet Tobias Lindeke.

Die wichtigste Entscheidung viel am Dienstag morgen (4.02.20) noch vor der Abreise an einen kleinen Bahnhof in der Ostschweiz. Ich stehe mit meinem Rollkoffer am Gleis, drei interessante Tage vor mir, denn es geht auf Studienreise an die ETH und ans IBM Forschungszentrum in Zürch. Am Abend dann weiter nach Genf um am nächsten Tag das CERN und das WEF Hauptquartier zu besuchen. Den Donnerstag wollen wir dann am IMD (International Institute for Management Developmant) und EPFL (École polytechnique fédérale de Lausanne) in Lausanne verbringen. Da trifft mich die Erkenntnis plötzlich wie ein Schlag, ich habe mein Portemonnaie zu Hause vergessen. Ich greif in meiner Tasche nach meinem Smartphone, um mir schnell noch ein Ticket zu besorgen, während ich fieberhaft darüber nachdenke was ich tun soll.

Mit dem Handy bezahlen

Mit dem Handy in der Hand entscheid ich mich für das unglaubliche. Ich fahre ohne Portemonnaie. Zugtickets und Halbtax geht übers Handy, vor einem halben Jahr habe ich mit mal wegen 5 Fr. Gutschrift Twint installiert, unsere Reise geht nicht ins Ausland und dann bin ich ja ab Zürich nicht alleine unterwegs. Also ziehe ich im SBB App den EasyRide Start Butten nach rechts und steige in Zug.

In Zürich angekommen bespreche ich meine digitale challenge, drei Tage Study Tour ohne Bar- und Platikgeld mit Manuel P. Nappo, der das ganze sportlich sieht und wirkt als würde er im Notfall aushelfen. Vor der Abfahrt zur Robotik an die ETH ist noch Zeit für einen Kaffee. Ich erzähle meine Situation einer Kommilitonin und sie bietet an mich einzuladen. “Wenn sie Twint akzeptieren lade ich Dich ein, wenn nicht freue ich mich über Deine Einladung”: sage ich. Und tatsächlich Twint ist akzeptiert und ich schöpfe Hoffnung, die kommenden drei Tage mein Portemonnaie durch mein Handy zu ersetzen.

Handy als ID Ersatz

Der erste Tag vergeht mit spannenden Vorträgen wie “Robots Outside the Production Hall” von Prof. Dr. Roland Siegwart an der ETH oder “Artificial Intelligenceand and the Futue of Wrk” von Dr. Karin Vey bei IBM. Meine persönliche Herausforderung ist dann wieder ganz plötzlich da mit dem Satz des Portier in Genf: “Ihren Ausweis bitte.”  Mérde, denke ich bei mir. Da fällt mir ein, dass ich den mal eingescannt habe und ich log mich bei mir im Geschäft ein. Tatsächlich finde ich den Scan und sende ihn mir aufs Handy. Etwas skeptisch willigt der Portier ein überlässt mir das gebuchte Zimmer.

Am nächsten Tag beim CERN und noch strenger beim WEF, dessen Eingangskontrolle eines Sicherheitschecks am Flughafen gleicht, komme ich ebenfalls nach einigem zögern mit einem Scan meiner ID auf meinem Handyscreen durch. Da feierte schon die halbe Reisegruppe mit, wenn ich mal wieder eine weitere Hürde genommen habe. Mir fällt jedes mal ein Stein vom Herzen. Den Austausch mit den Forschern am CERN über “Exponential Thinking and Disruptive Innovation” habe ich in meinem Lerntagebuch bereits vor der Abfahrt als für mich speziell interessant und relevant bewertet. Es ist mir ein Anliegen herauszubekommen in wie weit ich in der Lage bin exponentiel zu denken und wie meine Interventionen im Betrieb disruptive Innovationen behindern oder befördern.

Nach diesen ersten beiden Tagen der Study Tour Schweiz, war das einchecken und geduldige Abwarten an der Hotelrezeption schon Rutine und am Donnerstag hat uns sowohl das IMD als auch das EPFL freundlich und ohne Passkontrolle empfangen und interessanten und weniger interessanten Vorträgen eingeladen.

Tatsächlich bin ich bis auf 3.50 Fr. (für die ich Georg vielmal danke) drei Tage ohne Bar- und Plastikgeld zurecht gekommen. Ohne vorherige Hotelbuchung von meinem Unternehmen aus hätte es allerdings nicht geklappt.