Folgender Blogbeitrag wurde von Student/in Dr. Martin Biehaule im Rahmen eines Leistungsnachweises des CAS Legal Tech verfasst und enthält
subjektive Färbungen. Bewertet wurde der Beitrag von Studiengangsleiter/in Ioannis Martinis und redigiert von der Redaktion des Institute for Digital Business.

Agiles Projektmanagement

Zu Beginn war die Frage aufgeworfen, was den das Agile im agilen Projektmanagement sei?

Dies wurde beantwortet als :

  • Framework für die Erkundung und das Experimentieren rund um
    die Produktentwicklung (und sonstige Aktivitäten)
  • Ein Mittel zur schnellen Bereitstellung von Kundennutzen
  • Ein Mittel zur Bewältigung von Unsicherheiten und Mehrdeutigkeit
    zwischen Lieferant und Kunde durch einen sinnvollen Dialog
  • Ein interaktiver Ansatz, der die Komplexität bei der Entdeckung, Entwicklung und Bereitstellung von Lösungen reduziert
  • Eine Coping-Strategie, die auf organisatorisches Lernen abzielt

Dem Zuhörer entsteht aus der Erläuterung der Eindruck, der Einsatz von agilem Projektmanagement könne entsprechend als quasi allumfassender Beratungsansatz verwendet werden, mit dem sich Produkte entwickeln lassen, der Kunde mit optimalem Nutzen zufriedengestellt wird und gleichzeitig noch die Lieferantenbeziehung gemanaged werde. Gleichzeitig dient es zum allgemeinen Komplexitätsmanagement (d.h. Unternehmenskrisen können damit auch bewältigt werden?) und die Theorie des Lernens ist darin ebenfalls integriert.

Um es nicht zu vergessen: Agiles Projektmanagement greift selbstverständlich auch die Frage der Kultur auf. Eine agile Kultur sei zu vergleichen etwa mit einem Eisberg. Aus Sicht des Autors könnte das in etwa interpretiert werden als: oben wenig davon klar sichtbar und kaum zu erreichen, unten jede Menge im Halbverborgenem.

Jedenfalls entspringen aus der weiteren Erläuterung der agilen Kultur mehr Fragen und Widersprüche als Antworten. So sei beispielsweise eine hierarchisch ausgeprägte Führung typisch für einen “Produktfokus”, aber demokratisches Vorgehen mit einem hohen Grad an Flexibilität und Spontanität im Sinne der Organisationsweiterentwicklung passend. Sind das nun Kriterien einer agilen Kultur oder passt jede Organisationskultur auch zum Agilen Projektmanagement?

Im weiteren Verlauf werden beispielsweise User Stories vorgestellt, die der Anforderungserhebung für die Entwicklung von Software dienen und eng mit Scrum verknüpft sind. Nicht weit davon entfernt schließt sich das Kanban Board an, das für sich genommen eine wirklich nützliche Aufgliederung aller zu erledigenden Aufgaben in “geplant”, “in Arbeit”, “in Kontrolle” und “erledigt” anbietet.

Recht wahrscheinlich ist in jedem Fall, dass man sich bei dem Versuch der Einarbeitung in Agile Projekt Management sehr gut und unter Zuhilfenahme eines großen Kanban Boards sortieren muss, um einen Überblick zu behalten. Vermutlich sollte auch im Sinne der User Story-Methode zwischendurch auch immer wieder die Aussage bereitgelegt werden: Als ein “Studiengangsteilnehmer” will ich “etwas über simpel und praktisch anwendbares Projektmanagement erfahren“, so dass “ich und meine Organisation davon in der Umsetzung von konkreten Legal Tech-Projekten profitieren”. Ohne dieses Mantra wird ein Aspekt den die Perspektive der Selbstorganisation im agilen Ansatz des Projektmanagement als “Learning to Learn” ausdrückt, eher schwer zu bewältigen sein.

Zum Ende des Vortrags wurde noch über Motivation referiert. Davon wird sicherlich jede Menge nötig sein, wenn man sich zunächst durch den theoretischen Ansatz kämpfen möchte, um die Vielfalt an punktuellen Aussagen (aus anderen z.T. sehr umfangreichen Theorien und Konzepten) in ein (un-)anwendbares Konstrukt zu vereinen.