Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management über Content Marketing mit Christian Gisi berichtet Raphael Wermuth:

Die vor mehr als 150 Jahren im Aargau gegründete Seilerei kennt mittlerweile nicht nur jeder Schweizer: Japan ist heute ihr drittwichtigster Absatzmarkt. Aus dem kleinen Familienbetrieb ist ein Unternehmen geworden, das 600 Mitarbeitende beschäftigt und mittlerweile an der Schwelle vom KMU zum internationalen Konzern steht. Die Rede ist von Mammut, Anbieter von Bergsportartikeln – der Outdoor-Anbieter mit dem Urtier im Markenwappen.

Dem Einheitsbrei entfliehen – doch wie? 

Christian Gisi, Head of Marketing bei Mammut, beschreibt seine beruflichen Herausforderungen anschaulich mit einem Bild:

Bildschirmfoto 2015-09-04 um 21.17.17

Hochfunktionelle Outdoorartikel  – der eine sieht aus wie der andere.

Die Produkte der bekannten Bergsportmarken sind mittlerweile so austauschbar wie Mineralwasser in der PET-Flasche. Die hochfunktionelle Gore-Tex-Jacke von Vaude unterscheidet sich von derjenigen von Peak Performance fast nur noch durch das Marken-Logo im Brust- oder Ärmelbereich. Wie kann man sich in so einer Situation clever positionieren, eine hohe Markenbekanntheit erreichen und – das Wichtigste – Käufer finden?
Gisis Antwort: strategische Markenführung. Es gilt, die Unternehmensmarke mit gezielten Kommunikationsmassnahmen zu stärken; clevere Ideen sind gefragt, die kontinuierlich auf das Markenimage-Konto einzahlen. Emotionen helfen, das Markenimage zu stärken, denn: 70% des Kaufentscheides laufen über das Emotionale, das Bauchgefühl.

Sich differenzieren – von der Website bis hin zur Medienarbeit

Mammut hat schon früh begonnen, eine gezielte Contentstrategie auszuarbeiten, auf der Marketingklaviatur die emotionalen Aspekte des Bergsportes hervorzuheben und das Zielpublikum zu unterhalten. Als wohl eines der ersten Unternehmen in der Schweiz setzte Mammut auf “owned” und “earned content”  (für mehr Theorie vgl. hierzu die Graphik von M. Lange, 2014). Die erste richtige Mammut-Kampagne bot viel Unterhaltungswert: Wer erinnert sich noch an die 85-jährige Dame, die mit ihrem Dackel den Mount Everest besteigen wollte?

Mittlerweile hat Mammut einige weitere Kampagnen entwickelt und umgesetzt, derzeit stehen einzigartige Bilder und packende Videos in deren Mittelpunkt. Allen gemein ist, dass Mammut Inhalte (auf Neudeutsch Content) schafft, welche Treibstoff für alle Kommunikationsmassnahmen sind: von der Website übers eMail-Marketing und Social Media bis hin zur Pressearbeit. Alle Kampagnen müssen langfristig auf das Image der Marke einzahlen. Und: Sie müssen Mammut von den vielen anderen Bergsportmarken differenzieren und erfolgreich die Nische besetzen!

Tipps und Tricks vom Profi

Was sind Marketingchef Gisis Tipps für jene, die ähnlich erfolgreich sein wollen mit Content Marketing? Hier seine Erfolgsrezepte:

  • Eine clevere Content-Strategie kommt vor der Social-Media-Strategie
  • Nutzer suchen Mehrwert, deshalb: einzigartiges Know-how vermitteln, spannende Unterhaltung bieten, langlebigen Content schaffen
  • Die 70/20/10-Regel: 70% eigene Inhalte produzieren, 20% Inhalte von Dritten teilen und maximal 10% “promotional content”, also Produktwerbung
  • Fotos, Fotos, Fotos – und: Videos, vor allem für Facebook!
  • Plattformen wie Facebook oder Twitter gehören Dritten, eigene Inhalte deshalb immer auf eigenen Plattformen stattfinden lassen
  • Einen gewissen finanziellen Anschub braucht es heutzutage für Inhalte auf den sozialen Plattformen, vor allem bei Facebook
  • Die SRS-Regel: Sunrise, Rainbow, Sunset – solcher Content läuft immer gut
  • Planung ist alles, ohne Redaktionsplan geht gar nichts. Doch: Bitte das Spontane dabei nicht vergessen!

In diese Richtung geht auch das neuste Baby der Marketingabteilung, das Mammut Magazin – der Ort, wo alle Inhalte beginnen.

Wir dürfen schon jetzt auf die nächste Kampagne von Christian Gisis Team gespannt sein!