Aus dem Unterricht des CAS Digital Real Estate mit Robert Beer berichtet Monika Tamas

Allthings

Das Unternehmen wurde 2013 als Spin-Off der ETH Zürich in Basel gegründet und hat Standorte in Basel, Berlin, Frankfurt am Main und Freiburg im Breisgau. Das 70-köpfige Team hat das Ziel, das Leben in Gebäuden nachhaltig zu verbessern. Als digitaler Vorreiter der Branche wurde Allthings mit zahlreichen Preisen ausgestattet und zählt einige der grössten Immobilienunternehmen Europas zu seinen Kunden. Mehr Informationen auf www.allthings.me.

Schon kurz nach Beginn des Unterrichts wurde Roman Beer mit folgenden Fragen konfrontiert:

Wie verdient Allthings Geld?
Antwort: Der Assetmanager schliesst mit Allthings den Leistungsvertrag ab.

Wie weit kann man diese Dienstleistung dem Mieter weiterverrechnen und was kostet das pro Mieter?
Antwort: Ja, kann man über die Nebenkosten. Die Kosten belaufen sich zwischen CHF 2 und 5 pro Monat für den Mieter.

Wo und wem gehören die Daten?
Antwort: Die Daten gehören dem Nutzer, aber die Durchschnittsdaten dürfen für den Benchmark herausgegeben werden.

Was genau macht Allthings und wo ist der Mehrwert?

Digitale Kommunikation in Gebäuden – effiziente und transparente Prozesse zwischen allen Beteiligten sowie neue Service- und Geschäftsmodelle – alles auf einer Plattform.

  • Viele sich wiederholende Aufgaben werden automatisiert und digitalisiert
  • Alle Prozesse können gemessen werden, der Eigentümer erhält Zugang zu den Daten
  • Die Leistungen in der Bewirtschaftung werden messbar und kategorisierbar
  • Die Prozesse zwischen Mietern, Bewirtschafter und FM werden schneller und effizienter
  • Die Endkundenzufriedenheit wird messbar – der Fokus wechselt von Abarbeiten von repetitiven Aufgaben zu: Prozessqualität, Kundenzufriedenheit und proaktivem Leerstandsmanagement. Plattformen führen zu neuen Chancen und Ertragsmöglichkeiten.

Beispiele sind:

Property und Facility Management Partner:
Ticketing, tägliche Kommunikation und Dokumentenbereitstellung. Entweder eigenständig oder integriert in die Bewirtschaftung-Software. Mit direkter Einbindung von Handwerkern oder Diensten wie Rezeption.

Handwerker- und Gebäudedienstleister:
Gebäudedienstleister Ende-zu-Ende Abwicklung von Vorfällen wie Maler, Caterer, Gebäudetechniker, etc.

Kommunikation:
Entweder in Form einer Pinnwand oder als Magazin. Immer (teilweise maschinell) mit Monitoring-Dienstleistung von Allthings.

Serviceangebot:
Zur Abwicklung interner Dienstleistungen in gewerblichen Gebäuden. Concierge-Dienstleistungen für Wohnliegenschaften.

Buchungsfunktionen:
Zur Buchung von gemeinsam genutzten Ressourcen wie Parkplätze, Besprechungsräume etc. und zur Umsetzung von Sharingkonzepten.

Dies wird alles über einen App-Store abgebildet und die gewünschte Funktion kann heruntergeladen werden.

Basis Micro Applikationen

Allthings Ein App Store für Gebäude & Portfolios

Was wollen Assetmanager? Und wie entsteht Rendite?

Höhere Transparenz, mehr Effizienz, höhere Kundenbindung und mehr Einnahmen – es dreht sich alles um Daten.

Onboarding Metriken:
Registrierte Endnutzer, Registrierte Geschäftsnutzer, Registrierte Partner

Effizienz Metriken:
B2C digitale Kommunikations-Event, abgewickelte Tickets, digital gelesene Dokumente

Nutzungs Metriken:
Magazinartiger Artikel, Partner-Artikel, Nutzergenerierter Artikel, Kommentare und Posts

Ertrags Metriken:
Mietsteigerung, gebuchte Services , Reservationen, Nutzer in neuen Modellen

Laut Aussage von Robert Beer ist das heutige Modell der klassischen Bewirtschaftung Disruptiv, aber was heisst das Konkret? Do everything yourself? Der Propertymanager als Prügelknabe, der auf der ganzen Linie überwacht, kontrolliert, gesteuert und nur noch nach seiner Leistung mit dem Ticketing gemessen wird. Ein ungutes Gefühl!

Folgende Erkenntnis für unsere Branche im Real Estate: Wir müssen in die digitalen Gänge kommen und können es nicht aussitzen. Wenn nicht wir von der Branche das Steuer übernehmen, übernimmt es ein anderer für uns. Neue Geschäftsmodelle müssen jetzt entwickelt werden – Kooperationen mit unseren Mitbewerbern ist anzustreben. Die Banken haben es uns schon vor Jahren vorgemacht. Der Kunde übernimmt heute die Dienstleistungen, welche früher sein Berater übernommen hat und alle Zusatzleistungen sind kostenpflichtig.

Fazit

Wichtig zu wissen, was die gesammelten  Daten aussagen können und was man mit diesen bewirken kann. Das richtige Mass zu treffen, wird es ausmachen.