Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management mit Frank Lang berichtet Elina Zampiero:

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Frank Lang in seinem Element

“Der Begriff Social Media ist old school!” Sagt uns Frank Lang nach wenigen Minuten. Uns – wir die den CAS Social Media Management besuchen. Wie jetzt?! Aber natürlich verstehen wir mittlerweile alle, was er uns sagen will. Bei Social Media geht es in Tat und Wahrheit um Story Telling. Und die sozialen Medien sind hierfür natürlich ein tolles Gefäss und Hilfsmittel. Aber wenn man von Social spricht, muss man auch von Mobile sprechen: Es geht um Kommunikation.

Wir schauen im Schnitt 150mal auf unser Handy.

Mobile ist momentan ein grosses Thema, denn Smartphones dominieren den Markt. Junge Plattformen, wie z.B. 20min oder Watson haben bereits über 60% mobilen Traffic. Auch E-Mails werden immer häufiger mobile gelesen. Wenn man bei der Arbeit ankommt, sind alle neuen E-Mails mindestens schon gelesen, wenn nicht sogar schon beantwortet, was ein grosser Vorteil ist.  Es gilt also nicht herauszufinden ob, sondern wie man sein Produkt oder seine Dienstleistung mobile machen kann.

Wenn man sich Mobile im Kontext einer Online-Strategie anschaut wird klar, dass man an diesem Thema nicht mehr vorbeikommt. Mobile spielt in allen Strategie Bereichen eine Rolle. Für die Bewerbung eines Produktes oder einer Dienstleistung benutzt man Mobile Advertising. Mobile Apps ermöglichen die Verbreitung des Contents und dienen als Content Hub. Natürlich kann man aber über eine Mobile App auch gleich ein Produkt verkaufen und zu guter Letzt die Kunden binden.

Ein erster Schritt in Richtung Mobile ist es die eigene Website mobile-tauglich zu machen. Denn:

“If you don’t have a mobile website, you don’t have a website.” (Unknown)

Diese Erfahrung haben wir doch alle schon gemacht. Wie sehr regt man sich auf, wenn eine Website gar nicht oder mehr schlecht als recht auf einem mobilen Browser läuft. Da verliert man schon mal die Lust, sich für längere Zeit auf einer bestimmten Seite aufzuhalten.

Die primären Umsetzungsfunktionen heissen hier Adaptive und Responsive Webdesing:

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Am besten zeigen diese beiden Bilder (onboardinformatics.com), wo die Unterschiede sind:

  1.  Bei Adaptive Webdesign reagiert der Content auf das vom Benutzer verwendete Gerät (Mobile, Tablet oder PC).
  2.  Bei Responsive Webdesign hingegen reagiert der Content auf die Grösse des Bildschirmes des verwendeten Gerätes.

… oder anders ausgedrückt: Beim Adaptive Webdesign ist der Inhalt für die verschiedenen, spezifischen Geräte optimiert, während beim Responsive Webdesign der Inhalte für alle Geräte optimiert ist.

Auf die vielen Vorteile und Nachteile gehe ich an dieser Stelle nicht weiter ein. Viele Infos, Ressourcen und eine eindrückliche Darstellung zum Thema Responsive Webdesign gibt es hier.

Gross, grösser, Google

Digital Life-A Closer Look-Streaming TVZumindest kann man das zum Thema Mobile Advertising sagen. Nicht wirklich überraschend holt sich Google gmäss einer eMarketer Statistik das grösste Stück vom Kuchen ab.

Frank erklärt uns im folgenden die verschiedenen Möglichkeiten des Mobile Advertising. Trotz vielen teils spektakuläreren Möglichkeiten, wie Flip-Banners, Site-Flips, Swipe-Ads oder Video-Layern sind Standard Banner und Interstitials immernoch die beliebtesten und gebräuchlichsten.

Google ist natürlich auch beim Thema Mobile Search der Massstab. Ein Drittel aller Google-Abfragen werden über ein mobiles Gerät getätigt. 44% suchen mobil während dem TV-Konsum, um etwa während der TV Show zusätzliche Hintergrund Informationen abzufragen.

So gilt es auch hier, das richtige Tool für die richtige Situation auszuwählen. Frank erläutert also die verschiedenen Möglichkeiten des Mobile Search, die wir zwar bestimmt alle schon für völlig normal erachten, aber sie vermutlich noch nicht alle beim Namen nennen könnten.

Ein Meer von Apps

Es gibt weit über 1 Mio Apps im iTunes und im Google Play Store. Weshalb lädt sich ein User genau meine App herunter? Diese Frage stelle ich mir. Und wenn ich mir die Zahlen ansehe, die Frank uns aufzeigt wird die Frage noch essentieller. Der durchschnittliche Benutzer hat also 60 Apps und nutzt davon aber nur 20 regelmässig. 25% aller Apps werden nur 1 mal benutzt während 54% nicht einmal 1000 mal heruntergeladen werden.

Was macht eine App also erfolgreich? Zu einer dieser 20? Die Frage ob man eine App braucht, kann man nicht so einfach beantworten. Für gewisse Informationen, ist eine App aber die richtige Wahl: z.B. der SBB Fahrplan, eine der erfolgreichsten Apps der Schweiz.

Es gilt also grundlegende Fragen zu beantworten. Wen will man ansprechen und welches Ziel soll verfolgt werden? Soll es eine zeitsparende Anwendung, also eine Utility sein oder doch mehr Entertainment bieten? Mein Fazit zum Thema Apps lautet: Eine App sollte ein Instrument zur Zielerreichung sein. Die App sollte niemals selber das Ziel sein. Nur so kann sie erfolgreich sein.

iOS vs Android

Auch auf das Thema Mobile Business geht Frank ein. Hier stehen vor allem die Stichworte BYOD und die grossen UI-Unterschiede im Mittelpunkt. Bringt jeder Mitarbeiter sein eigenes Gerät zur Arbeit entstehen neben den vielen Vorteilen auch einige Anforderungen, die erfüllt sein wollen. Die Datensicherheit muss gewährleistet sein und ausserdem muss man das Geschäftsumfeld für viele verschiedene Plattformen verfügbar machen.

iOS und Android sind völlig unterschiedlich. Es ist deshalb gefährlich einfach das eine Konzept für das andere Betriebssystem abzukupfern. Dies führt nur zu halbpatzigen Lösungen und unzufriedenen Kunden. Ist eine App einmal entwickelt, will sie auch beworben werden. Es gibt viele Aspekte zu beachten, um das Targeting zu optimieren. Wenn man die Werbung konsolidiert und so viele User dazu bringt, die App innerhalb von kurzer Zeit zu downloaden geht automatisch das Ranking im Store und in anderen Social Media hoch.

Last but not Least

Zum Abschluss präsentiert uns Frank noch einige Innovationen, die wir innert kürzerer oder längerer Frist des öfteren sehen werden. Mit Augmented Reality können bestimmte Bilder erkennt werden. Die NFC und Bluetooth Techniken werden weiterentwickelt und somit z.B. mobile Bezahlung (NFC) salonfähig machen. Seine letzte Folie zeigt das untenstehende Bild. Welches dieser Wearables werde ich wohl dereinst tragen?

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