Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business mit Adrian Wenzl berichtet Jan Eijsten.

Adrian hat sich Zeit genommen und uns einen Nachmittag lang “Apps und Apps Marketing” näher gebracht. Als Mitarbeiter bei Webrepublic und Spezialist für Google AdWords und Web Analytics konnte er uns ausgiebig über die Instrumente des Digital Marketing und deren Einsatzgebiete unterrichten.

Die unglaublichen Möglichkeiten von Mobile Marketing

Das Potential von Mobile Marketing ist riesig, alleine im 2015 wurde in der Schweiz ein Umsatz von CHF 2 Milliarden mit Abschlüssen über Mobiles erwirtschaftet. Pro Schweizer Smartphone User wurden damit Verkäufe im Wert von CHF 341 generiert. Während Mobile Sessions und deren Conversions stark ansteigen, verlangsamt sich zeitgleich das Wachstum des Desktops diesbezüglich.

Weiter zeigt sich das Potential erneut in der hohen Nutzung des Mobiles. Ein Durchschnittlicher User nutzt sein Mobile Phone 165 Mal am Tag – bei einer ungefähren Schlafdauer von 8h würde ich also im Schnitt alle 6 Minuten mein Smartphone nutzen. Note to myself: Weniger ist manchmal mehr! Adrian zeigt uns weitere spannende Zahlen, so generiert zum Beispiel Facebook 70% seines Gesamtumsatzes bereits heute durch Mobile Advertising. 70% entsprechen bei Facebook astronomischen USD 3’353’000’000 “nur” mit Mobile Ads – WAHNSINN.

Quelle: https://www.statista.com/chart/2496/facebook-revenue-by-segment/

Quelle: https://www.statista.com/chart/2496/facebook-revenue-by-segment/

Wie User Apps nutzen, oder eben nicht nutzen

Was hat das Ganze aber mit dem eigentlichen Titel der Veranstaltung zu tun, den Apps und dem App Marketing? Auch hier kann uns Adrian aufklären. Mittlerweile hat jeder User im Schnitt über 36 der 1.5 Millionen verfügbaren Apps installiert und trägt so seinen Anteil am weltweiten Umsatz von USD 40 Milliarden durch App-Verkäufe und In-App-Transaktionen bei (2015). Im Schnitt werden wir aber 25% dieser 36 Apps nie öffnen und nur 26% der Apps täglich nutzen. Vergleiche zwischen Mobile und Desktop User sind an der Tagesordnung, allerdings lohnt sich auch ein weiterer Vergleich, nämlich zwischen der Nutzung vom mobilen Web und der Nutzung von Apps. In der USA, erneut im 2015, verbrachten die User 90% ihrer Zeit in Apps. Der Umkehrschluss, dass nur gerade 10% über das mobile Web surfen, hat mich doch etwas erstaunt. Gerade für das Mobile Advertising bietet sich hier aber auch eine unglaubliche Möglichkeit, sind doch die App-Benutzer loyaler als ein regulärer “Mobile Web-Surfer”.

Wie bringen wir aber User dazu überhaupt unsere App runterzuladen? Auch heute werden User noch zum grössten Teil durch Mund-zu-Mund-Propaganda durch Freunde und Familie (52%) auf Apps aufmerksam, oder aber dann durch browsen des jeweiligen App Stores direkt. Entscheidend für den Download ist am Schluss aber eine Mischung aus Preis (82%), Beschrieb (62%), Erfahrungsberichte und Bewertungen (je 60%). Als Massnahme auf einen hohen Preis kann aber auch eine kostenfreie Version angeboten werden, die dann immerhin noch mit 43% den Entscheid beeinflusst.

Die 5 Säulen des App Marketing

Mit all diesem Hintergrundwissen ausgerüstet, lässt uns Adrian zum Herz seiner Präsentation vorstossen, den 5 Säulen des App Marketing. Den fünf Komponenten, die für ein erfolgreiches App-Marketing unabdingbar sind:

  1. App-Tracking

    Dies beinhaltet das Tracking der Downloads und das Tracking des Nutzverhaltens. Vor dem Tracking ist es wichtig sich zu überlegen, welche Kennzahlen man überhaupt messen will um später für Kampagnen oder ähnliches verwenden zu können. In einem zweiten Schritt gilt es dieses Tracking dann wirklich zu integrieren und auswertbar zu machen. Nur so ist es möglich gezielte Kampagnen zu lancieren und ein bestmögliches Ergebnis zu erreichen.

  2. App Promotion

    Dieses Element soll uns helfen, die Anzahl der Downloads zu maximieren und unsere Nutzergruppe zu vergrössern. Über die verschiedenen Social Media Plattformen (Google, YouTube, Facebook/Instagram, Twitter) können verschiedene Ads geschalten werden, dabei gibt es verschiedene Arten wie vorgegangen werden kann (siehe Darstellung).

    Quelle: Eigene Darstellung

    Quelle: Eigene Darstellung

  3. App-Re-Engagement

    Diese Komponente soll erreichen, dass User dazu animiert werden die App zu öffnen und wieder zu nutzen. Analysen zeigen, dass die Aktivität der User nach 3-7 Tagen (nach Installation) drastisch sinken. Ein App-Re-Engagement hilft, dass die App weiter in den Köpfen der User bleibt und nicht einfach vergessen geht. Zwei wichtige Faktoren in diesem Bereich sind App-Retention und App-Loyalty, bei welchen vor allem Kommunikations- und Social Apps Höchstresultate erzielen.

  4. App Store Optimierung

    Die Optimierung und korrekte Erfassung/Pflege in den App Stores hört sich einfach an, birgt aber viele Gefahren und kann eine noch so gute App aus den vorderen Rankings verschwinden lassen. Einige der simpelsten Punkte wie Name, Beschreibung oder die Auswahl der Screenshots tragen zum ersten Eindruck bei und können zu Downloads anregen oder eben auch nicht.

  5. App-Indexing

    Durch eine Indexierung kann die Nutzung der App gefördert werden, indem Nutzer durch Deeplinks einfach in die App gelangen.

KPIs

KPIs dienen dazu, überprüfen zu können ob Ziele erreicht werden und helfen auch, sich auf die wichtigen Punkte zu fokussieren.

App KPIs die zum Beispiel bei der Installation zum Tragen kommen sind Impressions, Klicks, Cost-per-Click (CPC), Click-through-rate (CTR), Anzahl Installationen und Cost-per-Installation. Für Engagement werden vor allem der durchschnittliche Umsatz pro User, die Kosten pro loyalem User, die Retention und die Länge der Session als Messwerte herangezogen.

Quelle: http://blog.apps-builder.com/10-mobile-marketing-quotes/

Quelle: http://blog.apps-builder.com/10-mobile-marketing-quotes/