Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management zum Thema Bewegtbild Storytelling mit Timo Wäschle berichtet Daniel Wermelinger.

Die kommenden vier Stunde erhalten wir intravenös und in fünf Akten Zugang, wie mit Bewegtbild Storytelling einerseits Daten und andererseits Beziehungen generiert werden, die für jede/n Unternehmer/in wie pures Gold Wirkung entfalten können. Oder in anderen Worten, es geht um Branding, Verkaufsförderung, Mindset und Techniken.

Warum konsumieren wir heute Bewegtbild Stories?

Seit je her ist das Erzählen von Geschichten für die Menschheit zentral. Einerseits werden damit Informationen verbreitet. Andererseits lernt mehr als die Hälfte aller Menschen visuell. Und mit dem was Frontal aufgenommen wird können Abgleiche mit bereits schon Geschehenem, Erlebten, Gehörten, Gefühlten oder Gerochenen vollzogen werden. Dies wiederum ermöglicht uns Menschen den jeweiligen Absender besser zu verstehen. Oder anders ausgedrückt wir können uns mit diesem „Informationsabgleich“ emotional besser mit dem Absender verbinden. Somit, Bewegtbild Stories sind dienlich für die:

  • PERSÖNLICHE IDENTITÄT = Orientierung, lernen, Wissen, Weisheit
  • INTEGRATION                     = Bestätigung, Selbstfindung, Spiegelung
  • INTERAKTION                     = Zugehörigkeit, Gesprächsgrundlage
  • UNTERHALTUNG                = Eskapismus, Zeit füllen, Entlastung

Bewegtbild ist vielschichtig als auch relevant oder gar situativ wichtig. Aber das Bewegtbild kann sich situativ immer wieder und v.a. auch rasch ändern. Um an pures Gold heran zu kommen bedarf es ein einzelnes Bild! Aber dieses muss der entscheidende Auslöser sein, ob überhaupt ein Film angeklickt wird oder nicht. Es gilt Relevanz mit dem einzelnen Bild bzw. mit dem Bewegtbild Relevanz und damit Mehr Wert = Vorsprung zu schaffen. Eine Story, die mitten ins Herzen meiner Audienz trifft bedient die Kriterien des Content Radar (siehe Abbildung unten).

Wie entsteht eigentlich ein gutes und nachhaltiges Bewegtbild Storytelling? Nachfolgend eine erprobte Vorgehensweise in fünf Akten:

1. Akt: Bild Bewegt Storytelling

Ein gutes Bewegtbild Storytelling lässt Menschen fühlen! Dazu braucht es eine Unmenge an Daten bzw. Bilder. Für 1 Sekunde Bewegtbild braucht es 25 einzelne Bilder. Entsprechend muss klar geregelt sein:

2. Akt: Bild Bewegt Storytelling

Seit 2013 boomt der Vertrieb und die Nutzung von Bewegtbild. Seit dem Go Live von Youtube, spätestens jedoch mit den Launch von Snapchat, Instagram und WhatsApp explodiert das Verbreiten von Bewegtbild Storytelling förmlich. Was hat uns Instagram gebracht? Die gefühlte Nähe: wir sind gerne live dabei, ungeschminkt und voll transparent. Was hat uns Facebook gebracht? Likes und ein gewisses Qualitätsbewusstsein in Bezug auf das bewegte Bild. Und Netflix? Seine einzigartige Qualität.

Die Social Medias bringen uns immer wieder neue Looks und Tools. Damit können u.a. maximale Retention generiert werden. Daher wichtig zu beachten gilt es die Komposition als auch der Look. Nicht mehr der Goldene Schnitt steht im Zentrum sondern das Format der heutigen Smart Phones und Tablets (Hoch-Quer-Mittig-Nah). Dabei gilt: angesprochen fühlt sich nur, wer angesprochen werden will.

Mit dem richtigen Format kann bis zu 78% mehr Retention generiert werden. Timo nennt aus seiner Sicht ein paar positive Beispiele:

  • Stories: Parks Projects oder Curaprox Schweiz.
  • Livestream/AMA (ask my anything): Bewegtbild mit Stopp Motion. Nähe ist auch, wenn die verschiedenen Stakeholder transparent zum Zuge kommen. Aber Achtung, der Ton ist super wichtig.
  • Sharing: Wenn sich die User an einen Look/Picture Profil gewohnt haben, dann kann man einfach und preiswert Inhalte kreieren. Content is king-data is gold.
  • Serial longform: Kommt wieder zurück. Siehe bspw. Chipotle Grill.

3. Akt: Bild Bewegt Storytelling

Zu Beginn gleich 3 Key Charts aus Timo’s Referat! Oder wenn Du Dir die Story lieber im Bewegtbild erzählen lassen willst schau nach auf: https://youtu.be/tlNQdREg9eY

Heute muss das Bewegtbild Storytelling innerhalb von 3 Sekunden den Betrachter einfangen. Aber wie soll das gehen? Ganz einfach, man kehrt alles um 180° und bringt den Climax am Anfang. Das aller wichtigste beim Storytelling ist und bleibt die Fallhöhe. Je nachvollziehbarer die Fallhöhe ist desto klarer wird das Verständnis für den Zuschauer, warum das Produkt bzw. die Dienstleistung wirklich benötigt wird. Die Fallhöhe weckt die Spannung. Eine spannende Geschichte kann in kleinen Häppchen wiederkehrend über eine längere Zeit gespielt werden oder als ein “Mehrgänger” an einem Anlass präsentiert werden.

Was für eine Geschichte habe ich? Welche zwei, drei Botschaften will ich mit der Geschichte transportieren? Worauf sollen diese Botschaften einzahlen? Dann, wer sind meine relevanten Helden? Wessen Welt wollen wir verändern? Wen stellen wir als Subjekt ins Zentrum? Sowie, wie orchestriere ich es? Bspw. David gegen Goliath? Oder soll dargestellt werden, dass die heutige Welt besser gemacht werden kann? Oder sollen zwei Zusammenkommen?

Wie bringen wir die Spannung innert 3 Sekunden aufgebaut? Arbeite mit Trigger (emotional, haptisch, visuell, Ton, Familie, Sicherheit, Peers, …). Prüfe bei welchem Trigger der Topic aufschlägt. Suche dann die Extreme darin. Dann hast Du die Spannung innert 3 Sekunden direkt adressiert.

Der 4. und 5. Akt konnten aus Zeitgründen nur noch kurz angeschnitten werden, weshalb nachfolgend auch nur ein Auszug der relevanten Charts und genannten Beispiele wiedergegeben wird.

4. Akt: Multi-Trans-Cross-Media

Top Beispiele dazu: -Go Kart Gang in Zürich 2016; -Dumb Ways to Die, Australia

5. Akt: Workflow

Eine Story ist ein konsistenter Teil bestehend aus ein bis zwei Sätzen. Dann wird die Story in das Thema eingebettet. Im Weiteren wird geklärt wer der Protagonist ist, welcher den Sachverhalt erklärt. Nachfolgend wird das Format bspw. Hoch/Quer, Blog, Vlog usw. sowie dessen Look definiert.

Im Workflow werden die einzelnen Schritte ausgeleuchtet, die Fragmente der Geschichte ausgelegt und dann die Story verpackt (Snack Content, Main Content, Add On) à Strategie, Concept, Creation, Distribution, Performance

Mehr Inspiration ist unter Youtube/Storytelling Timo oder https://youtu.be/lLAvQHUIBcE