… es ist ein Pool von unglaublich wertvollen Informationen.

Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management berichtet Bea Gerber:

Wir starten mit der Speech von Prof Dr. Peter Krause am Bundestag zum Thema: Wie beeinflusst das Internet die Gesellschaft?

Da wir diesen Video bereits in einer anderen Stunde analysiert hatten (siehe blog 12.4.) fasst Michel die wichtigsten Punkte für uns nochmals zusammen:

  • Grundsätzliche Verschiebung von Angebot und Nachfrage
  • Veränderung hat etwas mit der Systemarchitektur zu tun:

a) Vernetzungsdichte wird gravierend erhöht

b) durch das Web 2.0 mehr Spontanaktivitäten im Netz

c) die kreisende Erregung (z.B. Retweets auf Twitter)

–> Wenn diese drei Dinge zusammenkommen, dann haben die Systeme eine Tendenz zur Selbstaufschaukelung. Die Systeme werden mächtig, ohne hervorsagen zu können wann und wo das genau passiert.

Weiter geht es mit einer These, die in den Raum gestellt wird:  Business Netzwerke verändern die (Arbeits-) Welt! Und umgekehrt. Dies unter anderem, weil die firmenübergreifende Kommunikation durch die Social Media Kanäle einfacher wird.

Das Bedürfnis der Vernetzung ist nichts Neues. Vernetzung lohnt sich immer noch. Denn Netzwerke gab es schon immer – heute sind sie schnellebiger und weitreichender. Auch das Nutzen von ’Vitamine B’ in der Arbeitswelt ist bekannt – doch es reicht alleine nicht mehr aus. Es ist immer noch sehr wichtig, wie statistische Werte zeigen – 50% aller Aufträge laufen über Beziehungen, sei dies für Job oder Aufträge.

Dann die nächste Frage: Business Netzwerke – Zeitvertrieb oder Wirtschaftsfaktor? Klar ist:

Business Netzwerke sind kein Zeitvertrieb!

Was wird unter Business Networks verstanden? Primär geht es um:

  1. LinkedIn
  2. Xing
  3. kununu (AUT Plattform – kürzlich von Xing gekauft wurde)

Auf diese konzentrieren wir uns in unserer Lektion. Ergänzend zeigt uns Michel den Kreis der ’Social Recruiting’ Instrumente und Plattformen. Michel’s Erfahrung zeigt, dass diese weiteren Plattformen wenig bis gar nicht genutzt werden.

Xing – Fokus Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH)

Fakten und Zahlen zusammengefasst:

  • 13 Mio Nutzer weltweit; > 7 Mio in DACH (CH > 600 000 Mitglieder)
  • Traffic in der Schweiz: > 40% mobil
  • War 1. Netzwerk an der Börse
  • Trend Wachstum: > 20% pro Jahr
  • Xing für Private wie auch für Unternehmen

Der Xing ‚shitstorm’ wird in der Klasse diskutiert und emotional unterstrichen. Ausgelöst wurde dieser durch das Erkennen einer versteckten Preiserhöhung, welche in den Augen vieler massiv war. Details erspare ich Euch hier 🙂

Da es im Bereich von Business Networks noch nicht viele Alternativen gibt, legt sich der ‚shitstorm’ schnell, die meisten Mitglieder bezahlen ihre neuen Beiträge und nutzen die Plattform für ihre Bedürfnisse weiterhin.

Einige wichtige Elemente für Xing Unternehmen:

Talentmanager

Nutzung Tendenz steigend, da mit diesem Admin-Tool die passenden Leute für die entsprechenden Jobs gefunden werden können. Diese Arbeit muss vermehrt in den Unternehmen gemacht, weil die heute zur Verfügung stehenden Kanäle (e.g. Job.ch) nicht ausreichend sind.

Projektmanager

Hilft, um für ein Projekt, die passenden Leute zu finden. Spannende Entwicklung zu erkennen: Verbindung zu einem Unternehmen lässt nach, weil die Arbeitnehmer mehr inhaltlich Arbeit in verschiedenen Projekten / in verschiedenen Firmen suchen.

Unternehmensprofile

Sehr sinnvoll, da gute Positionierung möglich. Jedes Hauptprofil Unternehmen ist mit der Plattform kununu verlinkt

Communities

Administrative Gruppenbildung kann selber gemacht werden als Unternehmen.

Werbung

Sehr gute Segmentierung und spezifische Zielgruppen Ansprache möglich . Dieser Vorteil wird häufig vergessen.

Tipp von Michel: Bilden von Kontaktgruppen zu Beginn nützlich (e.g. Kontakte, die wichtig sind für das Unternehmen, Kontakte mit Impact auf den eigenen Beruf, Kontakte, welche im Ausland sind). Auch Funktionalität ausschalten, dass email an alle verschickt wird, wenn neue Ausbildung ergänzt wird.

Fazit:

  1. Xing hat sich weiterentwickelt
  2. Communities, Gruppen und Foren sind gut genutzt und können sehr sinnvoll sein für die Unternehmung
  3. Grosser Vorteil der lokalen Vernetzung, da nur DACH orientiert

kununu – Arbeitgeber Bewertungsportal aus Österreich

  • 2007 gegründet und 2013 von Xing gekauft
  • Auf dieser Plattform werden Unternehmen durch Mitarbeiter bewertet
  • Erfahrung von Michel: schlechte Bewertung in kununu muss nicht Realität widerspiegeln; deshalb diese mit Vorbehalt zu geniessen.

Xing und Kununu

LinkedIn – weltweit und global

Fakten und Zahlen zusammengefasst:

  • > 277 Mio Nutzer weltweit; 4 Mio in DACH
  • Traffic: > 40% mobil
  • Trend Wachstum: > 20% pro Jahr
  • LinkedIn für Private wie auch für Unternehmen (3.5 mio Firmenprofile)

LinkedIn verfolgt die Strategie, User zu generieren, die sich immer wieder auf der Plattform bewegen und natürlich auch möglichst lange User bleiben.

Was bietet LinkedIn für private User:

  • Persönliches Profil kann erstellt werden (Selbstdarstellung)
  • Network: Verbindungen im beruflichen Kontext
  • Knowledge: Firmenblog hosten; Slidesshare (gehört auch zu LinkedIn)

Was bietet LinkedIn für Unternehmen (sieht sich hier mehr als Werbeplattform)

  • Hire / Recruiting
  • Market: Brand, Content, Community
  • Sell: wird bis heute bei uns noch nicht richtig genutzt

collage

Der grosse Unterschied von Xing und LinkedIn:

  • Xing verfügt über lokales Networking – Ziel ist es, dass sich die Mitglieder nicht nur digital kennen, sondern Xing will die Nutzer auch physisch zusammenbringen.
  • Zahlen / Fakten: Xing 83 Mio Umsatz / LinkedIn Umsatz in Milliarden Höhe
  • LinkedIn sieht sich als Werbeplattform; Xing als digitales und vor allem lokales Networking
  • LinkedIn generiert heute mehr Traffic als Xing – Schnittpunkt im 2011 erreicht

Die grosse Frage am Schluss:
Sind wir bereit weiterhin beide Plattformen zu unterhalten? Der Entscheid muss jeder für sich selber treffen. Doch wichtige Punkte, die den Entscheid allenfalls beeinflussen könnten:

  • Gehen wir, wenn wir Kontakt aufnehmen über LinkedIn oder Xing? Wo bewege ich mich beruflich – global oder DACH?
  • Sind meine Kontakte auf beiden Plattformen?
  • Als Unternehmen ist Reichweite ein Ziel, das ich verfolge – wie ist dies bei den Plattformen gegeben für mein Unternehmen?

Mit diesen Thesen schliesst Michel die Session:

Business Networks…

… werden weiter wachsen und sich entwickeln (hier wäre der Vorteil nur eine Plattform zu haben; Nachteil dafür wäre die Abhängigkeit zu einer Plattform)

… gelernte Kommunikationsmuster werden sich verändern (e.g. direkter Austausch, firmenübergreifend)

… ermöglichen neue Vorgehensweisen nicht nur im Recruiting sondern auch Marketing und Verkauf

… sind Bestandteil des Auftrageberauftritts – Firmen müssen kreativer werden und werden gezwungen diese Tools zu nutzen.

… erlauben Kandidaten mehr Kontrolle im Recruiting Prozess zu gewinnen

L e t ‘ s  n e t w o r k  !