Aus dem Unterricht des CAS Blockchain Economy mit Dozent Prof. Dr. Fabian Schär berichtet Yves Suter.

Die Idee einer dezentralisierten Währung

Wenn es nach Ex-Bundesrat Schneider-Ammann geht, wird man in 5-10 Jahren nicht über das Crypto Valley Zug, sondern über die Crypto Nation Schweiz sprechen. Doch die grundsätzliche Idee einer dezentralen Währung kommt weder aus der Schweiz noch von Bitcoin. Die Einheimischen der Insel Yap haben seit Jahrhunderten ein Zahlungssystem, dass auf grossen Steinscheiben beruht. Durch ihre Grösse bleiben die Scheiben, genannt Rai immer am gleichen Ort. Bei einem Geldtransfer wird lediglich die Gemeinschaft über den Besitzerwechsel informiert.

In einer kleinen Gemeinschaft mag dieses System gut funktionieren, jedoch gibt es bei der Skalierung zwei wesentliche Probleme, die Transaktionslegitimität und den Transaktionskonsens. Eine Lösung dieser Mängel bietet die Blockchain Technologie.

Transaktionslegitimität – Die asymmetrische Kryptografie

Der Einsatz der asymmetrischen Kryptografie stellt die Transaktionslegitimität sicher. Dabei arbeitet man nicht mit einem Schlüssel, sondern mit einem Schlüsselpaar. Bestehend aus einem öffentlichen und einem privaten Schlüssel. Dabei gibt es zwei Anwendungskategorien für die asymmetrische Kryptografie:

Der private Schlüssel muss zu jedem Zeitpunkt geheim gehalten werden. Denn Texte, welche mit einem der beiden Schlüssel verschlüsselt worden sind, können nur mittels des Anderen entschlüsselt werden. Aber wie und wo verwahrt man einen private Key? Es gibt eine Vielzahl von Storage-Möglichkeiten, unter anderem:

  • Desktop Wallets
  • Mobile Wallets
  • Online Wallets
  • Hardware Wallets
  • Paper Wallets
  • Hot Wallets

Transaktionskonsens- Die Übereinstimmung des Netzwerkes

Bei dezentralen Netzwerken gibt es das Problem des Double Spendings, der Doppelausgabe. Nur durch Konsens Algorithmen kann verhindert werden, dass die Blockchain vor Manipulation und böswilligen Aktivitäten geschützt ist. Diese Algorithmen werden dazu eingesetzt, die Gültigkeit von Transaktionen zu prüfen und stellen sicher, dass alle Teilnehmer ein und dieselbe Datenbasis nutzen.

Bitcoin benutzt den Proof-of-Work (PoW) Konsens Algorithmus um neue Blocks der Blockchain hinzuzufügen. Dabei können nur Blocks mit einem passendem Hash der Blockchain angehängt werden. Bei Unstimmigkeiten wird immer die längste Blockchain als die Konsenskette angesehen.

Forks

Momentan gibt es mehr als 1’500 Tokens die auf Tauschbörsen gehandelt werden. Jedoch sind diverse dieser Tokens nicht etwa neue Crypto Currecies, sondern die Folge eines Forks. Forks entstehen durch Veränderung an den Konsens Regeln und können in drei Kategorien unterteilt werden:

Tokenisierung

Mittels Tokens werden der Blockchain externe Werte angeknüpft. Die Bitcoin-Blockchain erlaubt dies über zwei Arten:

  1. Colored Coins: Coins, welche existierenden Bitcoins einen Wert anknüpfen.
  2. Rootstock: Tokens, welche durch die Anknüpfung eines neuer Layers auf der Bitcoin-Blockchain Ethereum-artige Smart Contracts erlauben.

Viel gängiger ist jedoch das Ausstellen von neuen Tokens auf der Ethereum-Blockchain mittels ERC20, ERC223 oder ERC271. Je nach Verwendungszweck des Tokens werden diese von der FINMA in eine der drei Kategorien eingeteilt:

  1. Payment Token: Standard Kryptowährung ohne Zusatzfunktionen.
  2. Utility Token: Token mit Zugang zu App oder Dienstleistung
  3. Investment / Asset Token: Zahlungsversprechen wie z.B. Dividendenzahlung.

Risiken

Trotz der zunehmenden Akzeptanz der Technologie kämpfen Blockchain-Tech und Kryptoassets immer noch mit einigen Problemen: