Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management schreiben Merve Kutay und Carole Lehmann:

 

Am Samstag besuchte uns Olaf Grewe, verantwortlich für die Social Media Aktivitäten bei Geberit, der dort keine leichte Aufgabe hat: Denn wie bewirbt man im Social Web ein „Low Involvement“ Produkt wie sanitäre Installationen?

Geberit hat sich dieser Herausforderung 2012 angenommen und innerhalb von lediglich eineinhalb Jahren ein beispielhaftes Social-Media-Konzept im B2B-Bereich aus dem Boden gestampft. Olaf Grewe gewährte uns Einblicke in die zugrunde liegenden strategischen und operativen Prozesse:

Bespielt werden von Geberit primär die Kanäle Facebook (Geberit Pro und Geberit B2C), YouTube und Twitter. Als strategische Grundsätze gelten für den gesamten Auftritt: Einheitlichkeit, zielgruppengerechte Ansprache, Nachhaltigkeit und Qualität.

 

Geberit Pro: Eine eigene Welt für die Installateure

Als gutes Beispiel für eine zielgruppengerechte Ansprache ist „Geberit Pro“ für Installateure und Planer zu nennen. Das Konzept umfasst eine eigene Facebook-Seite, ein Piping Game und die gigantische Roadshow  „Geberit Challenge“, die 2012 in verschiedenen europäischen Halt machte und für Furore sorgte. Etwas alltagstauglicher ausgerichtet sind die ProApp – welche alle Geberit-Spülkästen seit 1964 erkennt – sowie professionelle Montage-Filme, welche den Installateuren die Arbeitsprozesse vor Ort erleichtern sollen.

 

Geberit

Case Study:

Mit diesem Hintergrundwissen im Kopf war am Nachmittag unsere eigene Kreativität gefragt. Die Aufgabe lautete, in Gruppenarbeiten weiterführende Social-Media-Massnahmen für die Geberit zu entwickeln.

Dies erwies sich aufgrund der internationalen Ausrichtung der Firma als gar nicht so einfach. Was ist die geeignete Plattform, wenn ich Architekten ansprechen möchte? Der Blog, Facebook oder gar über Xing?

 

 

Im internationalen Umfeld ist eine Social Media Strategie weitaus komplexer, da oftmals Ländergesellschaften den direkten Kontakt zu Kunden pflegen, die somit das Verständnis für den Markt haben. Zusätzlich spielen die Sprachenvielfalt und die länderspezifischen Gepflogenheiten eine grosse Rolle: Was in Deutschland funktioniert, muss in den USA nicht auch erfolgreich sein. Für international tätige Unternehmen ist daher die Frage „gebe ich die Kontrolle aus der Hand?“  entscheidend. Ein Umdenken in der Unternehmensorganisation wäre womöglich der erste Schritt und dann die Mitarbeiter in ihren jeweiligen geo- und soziografischen Kontexten entscheiden lassen, was in “ihrem Social Web” am meisten Resonanz findet.

 

Die Tweet Conversation of the Day zeigt, wie praktisch-orientiert im CAS gelernt wird: