Ich habe mich gründlich auf unsere Intensivwoche in Berlin vorbereitet. Während vier Tagen sind wir von Tiefencastel, über Filisur, Bergün nach Preda gewandert, alles entlang dem UNESCO Welterbe Albulabahn. Von Preda ging es dann auf 2’400 Meter hoch und wieder hinunter ans andere Ende des Albulatunnels, nach Spinas. Und weil es so schon wär, stiegen wir von Spinas nochmals auf 2’400 Meter hoch und dann hinunter nach Samedan. Die Wanderung von Morteratsch nach Pontresina am letzten Tag war im Vergleich ein Spaziergang.

Nun berichte ich jeden Tag von unserer Berlin-Woche des CAS Digital Real Estate.

Voll motiviert starteten wir in Berlin mit Regine Haschka-Helmer, einer Internet- und Digitalpionierin aus der schwäbischen Alp. Sie verglich Blockchain mit dem Aufkommen des Internets in den 90er-Jahren – auch diese Technologie wird unser Geschäft nochmals umpflügen. Sie sprach auch von den unermesslichen Chancen von Internet of Things IoT. Sensoren werden alles vernetzen und so wertvolle Daten liefern. Allerdings hält sie wenig vom Kühlschrank, der selbstständig Milch nachbestellt, sollte keine mehr vorhanden sein. Realistische User Cases hätten aber grossen Potenzial, so Regine. Gemäss Hype Cycle von Gartner sieht die Expertin die Immobilienbranche noch ganz am Anfang, also eine lange Lunte. Wie laut der Knall einmal sein wird, lässt sie (die Expertin) offen.

Kai Zimprich von JLL zeigte gleich zu Beginn seines Referates eine Grafik von Deloitte, wonach 85% der Immobilienmakler durch die Digitalisierung gefährdet sind. Er machte den Anwesenden gleich wieder Mut, in dem er neue Berufsbilder (in der Immobilienwirtschaft) wie Data Scientist erwähnte. Eindrücklich waren die Ausführungen zu den 9 Treibern der Digitalisierung, wobei Breitband als Grundvoraussetzung zu betrachten ist. Kai meinte, dass 30% der Daten nicht strukturiert seien. Ich denke da ans Anmeldeformular für Mietinteressenten. Dieses ist in der Schweiz aus der Sicht des Vermieters erarbeitet worden, die Interessen des Mieters wurden nicht berücksichtigt. Hier bringen digitale Prozesse wie derjenige von coozzy.ch einen Mehrwert für Vermieter und potenziellen Mieter.

Das Nachmittagsprogramm fand in der Nähe des Kurfürstendammes statt. Im Ludwig Erhard Haus besuchten wir Berlin Partner. Wortgewaltig wurde uns erklärt, weshalb Berlin der führende Platz für Startups sei. Obwohl: Etwas neidisch hörten wir den Ausführungen über diese Standortförderungsorganisation schon zu. Hier wird scheinbar mit vereinten Kräften die Ansiedelung von Firmen und Startups vorangetrieben. Bei unserem Föderalismus und Städtli-Geist schwierig zu übertreffen.

Heinz M. Schwyter