Aus dem Unterricht des CAS Multichannel Management mit Oliver Brunschwiler und Marion Marxer berichtet Ramona Steiger:

Für unsere Case Studies hatten wir heute Morgen einen prominenten Gast: Oliver Brunschwiler, Marketingleiter von FREITAG, gab uns einen Einblick in die Schweizer Firma. Das KMU aus Oerlikon schenkt ausgedienten Materialien ein zweites Leben und stellt jedes Produkt als Unikat her. Besonders wichtig sind ihnen die Markenwerte und Wertvorstellungen, die sie als „Principles“ in einem vertraulichen Dokument festgehalten haben. Bei Kooperationsmöglichkeiten hinterfragen sie immer, ob der Kooperationspartner zu den Prinzipien von FREITAG passt.

Als Beispiel hat uns Oliver Brunschwiler die Kooperation mit SENNHEISER vorgestellt:

Kooperation_FREITAG_Sennheiser

Die zwei Partner verbinden sehr ähnliche Werte; beide sind eigentümergeführt. Sie haben eine limitierte Anzahl F703 SENNHEISER-Kopfhörer zum weltweit ersten Kopfhörer-Unikat verarbeitet, indem sie ein Stück LKW-Plane auf dem Kopfhörer angebracht haben und diese in einem dazu passenden FREITAG-Etui verpackt haben. Unter dem Motto “High Fidelity x High Individuality” wurde die Limited Edition zum Erfolg und hat für beide Kooperationspartner neue Zielgruppen angesprochen. Das Produktvideo wurde von verschiedenen Künstlern vertont, unter anderem vom Beatboxer und FREITAG-Fan Michael Winslow: Video.

Mit diesen wertvollen Inputs von Oliver Brunschwiler konnten wir an unserer Gruppenarbeit für eine Kooperationsmöglichkeit für FREITAG weiterarbeiten.

Der folgende Erfahrungsbericht schildert die Arbeit der Gruppe 5:

1. Kooperationspartner und Produkt

Diese Punkte haben wir noch einmal in der Gruppe besprochen, um zu sehen, ob die neuen Inputs vom heutigen Briefing eine Anpassung verlangten. Wir haben uns entschieden, bei der gewählten Produktidee und dem Kooperationspartner zu bleiben.

2. Marketing-Essenz

Die Marketing-Essenz stellt das erste von vier Formularen dar, die wesentlich sind für die Erarbeitung des Multichannel-Prozesses: Es zeigt die Ausgangslage, die Produktidee, den Kooperationspartner und die Stossrichtung mit den Hauptkanälen. Die Marketing-Essenz für unsere Gruppenarbeit ist bereits erstellt und muss nur noch digital aufbereitet werden für die Schlusspräsentation vor FREITAG.

Marketing_Essenz

3. Konzept-Ansatz mit Creative Rational

Die kreative Idee zur Umsetzung unserer Multichannel-Kampagne haben wir beim Workshop mit den Riklin-Brüdern in St. Gallen erstellt: Wir möchten eine Geschichte um das neue Produkt aufbauen, die die Leute begeistert, zum Mitmachen animiert und dadurch auch das Interesse der Öffentlichkeit und der Medien auf sich zieht. Dieser Ansatz wird auch in der Marketing-Essenz unter dem Punkt „Stossrichtung“ erwähnt und für die Präsentation noch detaillierter erklärt.

4. Touchpoint Selection

Zur Auswahl der relevanten Kanäle haben wir nun ein Channel Profil Overview anhand des folgenden Modells erstellt:

 

Channel_Profil_Overview
 

Wir haben das Potential der Touchpoints anhand der fünf Kriterien „Impact“, „Relevance“, „Engagement“, „Value“ und „Future“ bewertet und somit unsere Hauptkanäle festgelegt.

5. Touchpoint Basic Configuration

Die Touchpoint Basic Configuration stellt das zweite relevante Formular im Multichannel-Prozess dar:

Touchpoint_Basic_Configuration

Die folgenden Fragen sollen damit beantwortet werden:

  • Welche Rolle übernimmt der Kanal?
  • In welcher Situation befindet sich die Zielgruppe?
  • Welchen Mehrwert bietet der Kanal?
  • Was für eine Aufgabe hat der Touchpoint?
  • Welche Reaktion soll ausgelöst werden bei der Zielgruppe?
  • Aus welcher Motivation heraus soll die Zielgruppe sich auf diesen Kanal begeben?
  • Welche Handlung wird ausgelöst?

Wichtig ist, dass parallel zur Erarbeitung der Touchpoint Basic Configuration eine Customer Journey erstellt wird und visuell dargestellt wird, wie die Kanäle untereinander zusammenhängen und wie die Zielgruppe von einem Kanal mit konkreten Massnahmen zum anderen geleitet wird, z.B. über eine Facebook-Fanpage (Social Media) auf die Firmenwebseite.

Die Touchpoint Basic Configuration wird uns auch noch am nächsten Case Study-Tag beschäftigen. Daraus wird anschliessend das vollständige Touchpoint Design als drittes wichtiges Formular entwickelt. Aus der bereits erarbeiteten Customer Journey werden schliesslich die Prototypen, das vierte notwendige Formular, finalisiert.

Flipchart_MCM_20052016

Wir sind gespannt auf die Gruppenpräsentationen am Ende der Case Studies, um zu sehen, wie die anderen Gruppen vorgegangen sind und welche innovativen Kooperationsmöglichkeiten unsere Klasse FREITAG vorschlagen wird.

Den Blogbericht zum ersten Kapitel unserer Case Study finden Sie hier.