Aus dem Unterricht des CAS Digital Real Estate mit den Dozenten Dr. Vishal Mallick und Vikram Bhatnagar berichtet Student Farschid Barzegar:

Co-Working Space

Wir werden von Dr. Vishal Mallick CEO vom Co-Working Space Anbieter Daycrunch begrüsst. Uns wird vom Gastgeber erklärt was die Definition von einem Co-Working Space sein kann. Auch wird erklärt wie ein Co-Working Arbeitsplatz bei einem Anbieter funktioniert. Es werden Charts der Co-Working Entwicklung der nächsten Jahre demonstriert. Zudem wird aufgezeigt, dass das Co-Working Konzept in den letzten Jahren ein sehr starkes Wachstum hat und weiter wächst. Der Überbegriff kann als Space as a Service bezeichnet werden. Hier können je nach Vertragsmodell die Reinigung, Peripheriegeräte (Drucker etc.), Möbel, Kaffeeküche uvm. mitbenutzt werden. Auch Vorteile wie schnelle Anpassung der Mitarbeiteranzahl an die benötigte Arbeitsfläche ist mit einem Space as a Service Modell möglich.

Wohnen vs. Arbeiten

Nun werden Gemeinsamkeiten zwischen Wohnen und Arbeiten aufgezeigt. Büroflächen von Unternehmen machen 99% aller Büroflächen aus und sind somit unflexibel und ineffizient. Es ist eine Tendenz zu beobachten, das Firmen für grössere Projekte Co-Working Space anmieten. Co-Working Space nehmen dadurch ein immer wichtigeren Stellenwert ein. In Zürich stehen über 5% der Büroflächen leer. 399,000 Quadratmeter freie Fläche in Zürich produzieren. Dies hat den gleichen CO2 Wert wie 3000 Autos die pro Jahr 25,000 Kilometer fahren.

Durch die ständige Wandlung in der Arbeitswelt hat sich auch der Co-Working Anteil in den letzten fünf Jahren stark verändert. Es ist zu beobachten das es eine höhere Nachfrage nach diesen Modellen mit mehr als 50 Schreibtischen vorhanden ist. Im Gegenzug geht die Nachfrage von weniger als 50 Schreibtischen zurück.

Nun wird darauf eingegangen wie Internet of Things (IoT) ein Gebäude optimieren kann und was genau eine application programming interface (API) ist. Hier wird die Problematik behandelt das nicht jedes Unternehmen eine Programmierschnittstelle (API) für Ihre Produkte freigibt. Somit ist ein vernetzen von verschiedenen Geräten nicht möglich.

Das Problem der End-to-End-Automatisierung wird genauer erläutert. Es wird aufgezeigt das Digitalisierungsprojekte selten so gestaltet werden, dass ein spürbarer Mehrwert generiert wird. Hier wird das Beispiel von Supermarktketten genannt, die zwar Ihre Kassen automatisiert haben. Einen spürbaren Mehrwert wurde aber nur für das Unternehmen generiert. Kunden hingegen haben durch die Automatisierung der Kassen keine wirkliche Zeitersparnis. Es werden nun Asymmetrische Business Modelle der grossen Firmen wie Apple, Samsung, Google, Facebook und Amazon genauer betrachtet. Hier werden negative Beispiele gezeigt, wie asymmetrisches Business-Modelle nicht immer optimal umgesetzt wurden.

Prüfungsfragen:

  1. Erkläre asymmetrische Business-Modelle inkl. Vorteile und Merkmale?
  2. Was bringt die Digitalisierung vom Gebäude einem Eigentümer?
  3. Erkläre Disruptive Innovationstheorie nach Clayton?

IoT-Plattform

Vikram Bhatnagar, CEO von der Akenza AG erklärt die Herausforderungen einer IoT-Plattform im Internet of Things (IoT). Herr Bhatnagar zeigt auf wie die IoT-Plattform von Akenza sämtliche IoT-Geräte mit unterschiedlichen Funktechnologien integrieren kann und welche Vorteile sich ergeben. Funktechnologien wie Bluetooth, WiFi, 3G, LTE, 5G, LoRa etc. bieten für verschiedene Anwendungsfälle (Use Cases) andere Vor- und Nachteile. Bluetooth kann zum Beispiel dafür verwendet werden, um innerhalb eines Gebäudes ein Leitsystem zu installieren, da GPS hier nicht funktioniert. WiFi hat den Vorteil, dass ein bestehendes WiFi-Netz genutzt werden kann und eine höhere Datenrate erreicht werden kann. LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) hat wiederum den Vorteil, das Geräte eine sehr lange Batterielaufzeit haben und durch die geringe Bandbreite, Cyberattacken fast unmöglich sind. Zudem ist es relativ einfach, ein LoRaWAN in einem Gebäude nachträglich zu installieren.

Anderer Funkstandards im IoT-Bereich sind LTE-M und NarrowBand IoT (NB-IoT).

LTE-M: funktioniert ähnlich wie das Funknetzwerk und hat somit einen höheren Energiebedarf. Im Gegenzug ist eine höhere Datenrate möglich. Da in den meisten Gegenden bereits ein LTE-Netz vorhanden ist, müssen nachträglich keine Gateways installiert werden.

NarrowBand-IoT (NB-IoT): hat eine geringere Bandbreite und ist somit Batterie sparender. Somit ist (NB-IoT) besser geeignet für eine grosse Menge an IoT-Geräten.

Die Akenza AG ist somit ein Enabler um die physikalische Welt mit der digitalen Welt zu verbinden. Die Vorteile von IoT-Geräten liegen in der nachträglichen Anbringung in schon vorhandenen Gebäudestrukturen.

Strukturen

Die historische Evolution von Organisationen hat sich von einer hierarchischen Struktur über eine hybrid Struktur bis zu einer Netzwerk Struktur entwickelt.

Die Herausforderungen für Akenza sind Kommunikation, Daten- und Technikaffinität, agile und flexible Arbeitsweise zu vereinen und dabei nicht die emotionale Intelligenz zu vernachlässigen. Hierfür ist es überaus wichtig das Mitarbeiter bei einem IoT-Projekt so früh wie möglich mit eingebunden werden.

Schwerpunkte im IoT-Umfeld

Smart City, Connected Industry, Connected Buildings, Connected Cars und Smart Energy sind die grossen Treiber im IoT-Bereich. Das ausstatten von IoT-Sensoren in Gebäuden hat zurzeit das höchste Entwicklungspotential. Das Ecosystem von IoT besteht aus den vier Schwerpunkten:

  1. User Experience (Device, Interface)
  2. Technology (Connectivity, Cloud, System Applications)
  3. Market (Mobility, Smart Government, Industry 4.0)
  4. Business (License & Delivery, Market Delivery, Revenue)

Diese Schwerpunkte benötigen eine dynamische Zusammenarbeit um IoT-Projekte erfolgreich abzuschliessen. Die Ausgaben für IoT-Projekte werden bis zum Jahr 2021 schätzungsweise in der Schweiz über 8 Milliarden CHF liegen. Um IoT-Projekte daher erfolgreich abzuschliessen ist es wichtig das IT-Spezialisten vorhanden sind, eine Infrastruktur vorhanden ist und die Arbeitskultur offen für Veränderung ist.

Cloud Modelle

Die Vorteile einer Cloud sind vor allem die Skalierbarkeit von Rechenleistung und Speicherplatz. Cloud Modelle werden in drei Service Modelle IaaS (Infrastructure as a Service), PaaS (Platform as a Service) und SaaS (Sensor as a Service) eingeteilt.

Benutzerverwaltung:

  • IaaS: Data, Applications, Runtime, Middleware, OS
  • PaaS: Data, Applications
  • SaaS: Data

Providerverwaltung:

  • IaaS: Virtualization, Servers, Storage, Networking
  • PaaS: Runtime, Middleware, O/S, Virtualization, Servers, Storage, Networking
  • SaaS: Applications, Runtime, Middleware, O/S, Virtualization, Servers, Storage, Networking

Private Cloud, Public Cloud und Hybrid Cloud. Jedes dieser Modelle bietet Vor- und Nachteile. Die grössten Cloud Anbieter sind Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und die Google Cloud.

Prüfungsfragen:

  1. Was ist LoRaWAN?
  2. Was sind die IoT-Komponenten? (Devices, Data, Connectivity, Cloud)
  3. Welche Cloud Service Modelle gibt es? (SaaS, PaaS, IaaS)