Aus dem Unterricht des CAS Digital Leadership mit Chanel Greco berichtet Kristian Kleiber.

Der heutige Morgen ist im Unterricht des CAS Digital Leadership keine Selbstverständlichkeit. Nein, denn für das Thema Code Literacy haben sich die Mehrheit der Studierenden, ganz demokratisch nach Schweizer Art im Rahmen einer Abstimmung, aus einer Auswahl von möglichen Themen entschieden. Soviel kann ich schon mal vorwegnehmen: Wir haben die Entscheidung nicht bereut.

Programm or be programmed

Was haben die heutigen Primarschülerinnen und Primarschüler, was viele künftige digitale Leader noch nicht haben? Genau, die Kenntnis des Programmierens, denn gemäss dem neuen Lehrplan 21 lernen heute bereits Schülerinnen und Schüler in jungen Jahren die grundlegenden Verständnisse des Programmierens. So gehört es sich natürlich auch für die digitalen Leader der Zukunft dazu, diese mit den grundlegenden Bausteinen des Programmierens auszustatten.

Doch was genau bedeutet eigentlich Code Literacy?

Code Literacy beschreibt die Fähigkeit, eine Zusammenstellung von Zahlen, Buchstaben und Symbolen in einer Programmiersprache zu erstellen, lesen und zu adaptieren. Einfacher gesagt: Code Literacy beschreibt die Fähigkeit sowas zu verstehen und anwenden zu können:

Für Programmier-Anfänger, wie ich einer bin, klinkt dies immer noch etwas abstrakt und suspekt, aber wir sind heute umgeben von genau solchen Codes. Egal ob im Backofen, im Auto, im Ticketautomat der SBB oder beim täglichen Einkauf, und Trotzdem verstehen wir vergleichsweise wenig darüber. Was bewirkt ein spezieller Code? Was für ein Prozess wird damit angestossen? Mithilfe der Fähigkeit von Code Literacy solltest Du die Fragen beantworten können.

Zusammengefasst musst Du dir folgendes merken: Code Literacy ermöglicht uns, Technologien anzuwenden, um die (digitale) Welt zu verstehen, mit ihr zu sprechen und diese anwenden können. Ein Zitat von Steve Jobs bringt es auf den Punkt:

Computational Thinking

Ein weiterer Begriff, welcher beim Programmieren zur Anwendung kommt ist Computational Thinking. Dabei handelt es sich um eine Methode, welche aus 4 Schritten besteht, und helfen soll, komplexe Probleme zu lösen.

Programmieren sagt dem Computer, was er zu tun hat. Computational Thinking hilft uns zu definieren, was genau wir dem Computer sagen müssen. Es hilft uns also, einen Algorithmus zu definieren, was nichts anderes als eine Schritt-für-Schritt Anleitung ist.

Das Verfahren Computational Thinking kann Dir übrigens auch bei anderen komplexen Problemen helfen, wie Beispielsweise…

  • …Wahl einer Arbeitsstelle
  • …Wahl einer Weiterbildung
  • …Schreiben einer Diplomarbeit
  • …Weltreise planen
  • …Prozesse digital abbilden
  • etc.

Verschiedene Programmiersprachen und welche Sprache versteht der Computer?

Heute existieren weit mehr als 2’000 unterschiedliche Programmiersprachen zum Erstellen der oben beschriebenen Codes. Da jedoch die Sprache des Computer Maschinencode heisst und im Binärsystem geschrieben wird, versteht dieser lediglich 0 und 1. Damit also ein Computer die geschriebenen Codes in einer Programmiersprache auch lesen kann, müssen diese durch einen sogenannten Compiler übersetzt werden. Der erste Compiler wurde von Grace Hopper 1952 entwickelt.

Programmiersprachen können auch mit den menschlichen Sprachen, also Mutter- und Fremdsprachen, verglichen werden. Das Erlernen der ersten Programmiersprache, quasi seine Muttersprache, bedeutet nicht, dass man alle anderen Programmiersprachen, die Fremdsprachen, automatisch kann. Jede Sprache hat dabei ein eigenes Wörterbuch.

Eine der ersten Programmiersprachen war Fortran, welche 1954 veröffentlicht wurde. Cobol war die erste Sprache, welche für Business-Anwendungen, z.B. für Buchhaltungssysteme, verwendet wurde und ist bis heute noch im Einsatz (Edgar Schuler, Tagesanzeiger, 2018). Nachfolgend möchte ich Euch einige modernere Programmiersprachen kurz vorstellen:

«C»

Eine der moderneren Programmiersprachen ist «C». Diese ist unter anderem am weitesten verbreitet, wobei sich mit dieser Sprache auch Hardware-Komponente steuern lassen. Das Betriebssystem Windows läuft mit dieser Programmiersprache.

Python

Python ist eine weitere äusserst moderne Programmiersprache. Machine Learning hat diese Sprache bekannt werden lassen. Bekannte Beispiele für ihre Anwendung sind Youtube, Spotify oder Dropbox. Python ist eine Sprache welche insbesondere für Anfänger einfach zu erlernen ist.

Java

Auch eine moderne Programmiersprache ist Java. Diese Sprache wird heute oft an Universitäten unterrichtet. Android kann hier als bekanntestes Beispiel für ihren Einsatz genannt werden.

JavaScript (JS)

JavaScript soll nicht mit Java vergleichen werden, denn bei JS handelt es sich um eine der drei Sprachen, die einen Browser verstehen (die anderen beiden Sprachen sind CSS und HTML). Diese Sprache ist besonders für Front-End-Entwickler relevant, also für die grafische Gestaltung und Darstellung von Benutzeroberflächen (z.B. Webseiten). Beispiele sind hier PayPal, LinkedIn oder Netflix.

Ruby

Ruby wurde 1993 von einem japanischen Entwickler veröffentlicht und ist insbesondere in der Start-Up Szene beliebt. Diese Sprache ist äusserst einfach zu erlernen, jedoch auch eine etwas langsame Sprache. Sie ist also nicht gedacht für Machine Learning oder Data Scienence. Bekannte Beispiele sind Airbnb, GitHub oder KICKSTARTER.

Es gibt aus der grossen Auswahl der Programmiersprache nicht die Beste oder die Schlechteste. Es kommt dabei immer auf die Anwendung an.

Let’s code with Ruby

Jetzt geht’s ans Eingemachte. Bevor Du hier mit der praktischen Anwendung starten kannst, solltest Du dir die folgendenden Grundlagen aneignen. Übrigens: hier findest Du das Wörterbuch von Ruby.

Grundlagen

Du kannst Werte in Ruby ganz einfach miteinander vergleichen. Verwende zwei Gleichzeichen um nach Gleichheit zu prüfen:

String bezeichnet eine Abfolge von Textzeichen. Du kannst diese entweder mit doppelten («) oder einfachen (‘) Anführungszeichen umschliessen.

Um einen Code am Bildschirm entsprechend ausgeben zu können, benutzen wir «puts»

Verwende #{ … } innerhalb von doppelten Anführungszeichen, um Ruby Code innerhalb eines Strings hinzuzufügen.

Mit Ruby kannst du Variablen erstellen, die Werte repräsentieren. Mit dem =  Symbol weisst du der Variable einen Wert zu.

Wenn das Programm auf gets stösst, hält es an und wartet auf eine Eingabe durch den Benutzer, die mit der Taste Enter bestätigt werden muss. Wenn man gets gets.chomp im Programm schreibt, wird keine neue Zeile der Benutzerangabe hinzugefügt.

Wie die meisten Programmiersprachen, enthält Ruby bedingte Anweisungen (conditionals). Diese Anweisungen führen dazu, dass Code nur dann ausgeführt wird, wenn die Bedingung erfüllt wurde.

Wir können mehrere bedingte Anweisung aneinanderhängen mit if/elsif/else.

So Jetzt bist Du an der Reihe. Mit den obigen Grundlagen solltest Du in der Lage sein die folgende Aufgabe selbstständig lösen zu können:

master21.academy/number

Viel Spass und denk daran, Übung macht den Meister 😊

Literaturtipps

Möchtest Du mehr erfahren, hier gibt’s einige gute Bücher

Ausbildungsmöglichkeiten: