Aus dem Unterricht des CAS Digtial Leadership zum Thema «Connecting the Dots – Digital Ecosystems» mit Regine Haschka-Helmer, CEO Seedlab GmbH, berichten Alex Sperb und Johannes Staub.

Ziel des heutigen Tages mit Regine Haschka-Helmer war, die konkrete Vermittlung von Handlungsansätzen zur Umsetzung von Innovationsaktivitäten in Unternehmen. An einen konkreten Fall können die Teilnehmer den gesamten Innovationsprozess hands-on anwenden. Als Basis dafür diente der Seedlab Innovationsprozess.

Die digitale Transformation betrifft alle Bereiche im Unternehmen, verändert nachhaltig Prozesse und lässt völlig neue Geschäftsmodelle entstehen. Die über die Jahre gewachsene Kultur und Strukturen von Unternehmen können nicht schnell und kurzfristig geändert werden. Grosse Unternehmen sollten dabei von Startups lernen. Der Innovationsprozess ist erfolgskritisch!

Im Anschluss an den Theorieblock ging es daran, das Gelernte in die Tat umzusetzen indem wir in kleinen Teams einen Sales Pitch zum Thema unserer Wahl entwickelten und das Ganze im Anschluss einer Investorenjury (Dragons’ Den lässt grüssen) und potentiellen Kunden vorstellten.

Seedlab Innovation Process

Der Prozess setzt sich aus auch 8 Schritten zusammen.

  • Analyze: Organisationsstruktur
    • Welche Strukturen und Prozesse sind bereits vorhanden als Basis für die Innovationsentwicklung?
    • Wo wollen wir hin? Wo sind die Risiken?
    • Warum wurden gewisse Innovationen nicht bereits umgesetzt?
    • Wie sind die Verantwortlichkeiten (Owner, etc.) geregelt?
    • Welche Tools werden verwendet (Kommunikation, Kollaboration, etc.)?
  • Strategy: Strategieentwicklung
    • Festlegung einer Vision / Mission, Roadmap, Assets, Ziele und KPIs
    • Wie könnte das grobe Business Modell aus (Owner Landscape, Abstimmungen, etc.) aussehen?
    • Tools: Umfeldanalyse mittels STEEPLE
  • Radar: Research Struktur
    • Gibt es bereits ähnliche Produkte oder Services?
    • Welche Experten könnten konsultiert werden?
    • Tools: Startup Scouting und Expertendiskussionen
  • Ideation & Evaluation: Workflow / Tools Ideation / Evaluation
    • Konkretisieren welche Prototypen weiterverfolgt werden sollen?
    • Wo bieten sich jetzt schon Kooperationen oder Beteiligungen an?
    • Was wollen wir selber umsetzen?
    • Tools: Mittels Ideation Sprints (Input, Map, Decide, Process, Prototype) Ideen gezielt weiter ausarbeiten und in Bezug setzen
  • Biz Modeling: Workflow / Tools Business Modeling
    • Neue Business Modelle / Adaption bestehender Modell anhand verschiedener Methoden ausarbeiten
    • Tools: Business Modell Canvas, What/Why/How, etc.
  • Prototyping: Umsetzung
    • Klickdummies, MVPs, Alpha Versionen, 3d Prints
    • Customer Journey als Basis
    • Tools: moqups.com, de.wix.com, launchrock.com
  • Measure: Testing
    • Testen der Prototypen mittels Fokusgruppen, Betatestern, Testlabs, etc.
    • Funktional / kommerzielle Auswertung («Was ist der Kunde bereit dafür zu bezahlen?»)
    • Messen der Resultate mittels festgelegten KPIs
  • Learn: Rollout / Refine
    • Go / Go No Entscheidung
    • Go: Umsetzungsplanung, Kooperationen, Investment (excubate, incubate), etc.
    • No Go: Verbessern, Neudefinition oder Exit

Sales Pitches

Die Sales Pitches wurden anhand eines Innovation-Sprints erarbeitet. Normalerweise steht einem hier fast eine ganze Arbeitswoche zur Verfügung – uns blieben dafür rund 4 Stunden.

Bei der Strukturierung eines guten Elevator Pitchs sind folgende Punkte unbedingt zu beachten:

  • für welche Zielgruppe ist das Produkt
  • welches Kundenbedürfnis wird befriedigt
  • was ist der Zielmarkt / Produktkategorie
  • was ist die Besonderheit der Lösung (key benefit)
  • wie steht das Produkt im Vergleich zu Mitbewerbern (USP)

Trotz der knappen Zeit entstanden spannende Ideen und die Präsentatoren zeigten Einfallsreichtum um die Jury zu überzeugen.

Wer aber mal einem echten Profi beim Pitchen zusehen möchte, dem ist das Video von Christoph Sollich wärmstens zu empfehlen. Berlin. Sold. Drop the Mic.