Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management mit Philipp Sauber berichtet Natalie Brägger:

Die eierlegende Wollmilchsau – sie muss ihren Kopf für ziemlich vieles herhalten. So sagt Philipp Sauber, Content Marketing sei eine eierlegende Wollmilchsau. Und der Automobilhersteller VW sagt, sein Servicepaket sei eine eierlegende Wollmilchsau. Ob letzteres wirklich stimmt, kann ich so kaum beurteilen. Zum Content Marketing aber wissen wir: Wenn man es richtig macht, kann es eine eierlegende Wollmilchsau sein.

Zur Definition von Content Marketing ein ganz einfaches Beispiel: Content Marketing bedeutet nicht, dass man seinem Kunden sagt, dass man den besten Käse verkauft. Content Marketing hat zum Ziel, dass der Kunde selbst erkennt und versteht, dass man den besten Käse verkauft. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen verschiedene Faktoren beachtet werden:

1.  Strategie:

Am Anfang steht die Strategie. Eine Content-Marketing-Strategie richtet sich nach den Unternehmenszielen. Aus diesen leitet man Fokusthemen ab und definiert die Zielgruppen. Wichtig in der Strategie ist auch das Festlegen der Gefässe, auf denen man den Content verbreiten möchte. Ein Blog ist der ideale Hub für Content Marketing. Und schliesslich braucht einen Redaktionsplan und klare Zielsetzungen bezüglich KPI: Wie viele User wollen wir erreichen?

2. Technik:

Hinter jedem Blog steht ein Content Management System, bei diesem HWZ-Blog beispielsweise WordPress. Wichtig bei der Auswahl des CMS ist, dass man das Security Management genau unter die Lupe nimmt. Hacker-Attacken nehmen laufend zu und der Aufwand ist gross, wenn man deshalb ganze Seiten neu aufsetzen muss. Empfohlen ist auch die Verschlüsselung mit Hyper Text Transfer Protocol Secure (HTTPS). Es weckt nicht nur Vertrauen bei den Nutzern, sondern Google rankt Seiten mit HTTPS auch höher als andere.

3. Design:

Responsive Design ist heute bei jedem Blog ein Muss. Zudem empfiehlt Philipp Sauber, Blog-Beiträge laufend zu ergänzen, statt unzählige neue zu schreiben. So kann man den Traffic auf einem Blog-Beitrag hoch halten. Um lange Blog-Beiträge übersichtlich zu gestalten, können Accordions eingesetzt werden.

4. Texter-Briefing:

Für das Erstellen von Content im Web braucht es gute Themen und Geschichten. Wenn man beim Schreiben dazu auch noch die passenden Keywords einsetzt, wird der Content eher gefunden. Eine Keyword-Analyse hilft herauszufinden, nach welchen Stichworten die Internetnutzer im Zusammenhang mit einem gewissen Thema suchen. Ein Tool, das dabei hilft ist http://keywordtool.io/. Wichtig ist auch, Synonyme einzusetzen. Ebenso sollte guter Content Fragen beantworten: Wer auf Google etwas sucht, gibt oft eine konkrete Frage ein (Bsp. Wie teuer ist ein Passivhaus?). Wer mit seinem Content solche Fragen beantworten kann, hat Interessierte auf seiner Seite.

5. Suchmaschinenoptimierung (SEO):

Den Besucher eines Blogs holen wir am einfachsten dort ab, wo er nach einer konkreten Dienstleistung oder Antwort auf eine Frage sucht: auf einer Suchmaschine. Entsprechend wichtig ist das Google-Ranking. Searchmetrics.com gibt jedes Jahr eine Studie heraus, die aufzeigt welche Ranking-Faktoren wie wichtig sind. Wichtig: Metatags gehören zum Content. Mit dem Title Tag und der Meta Description nehmen wir Einfluss darauf, wie das Suchergebnis für unseren Content aussieht:

fhhwz-metatags

Suchresultat für FH HWZ bei Google

Damit Suchmaschinen auch Bilder und Grafiken finden, müssen sie vertagt sein.

6. Content:

Für gutes Content Marketing sind gute Geschichten gefragt! Wer nicht nur schreibt, sondern auch Bilder, Infografiken und Videos in seinen Blog einfügt, macht seinen Blog spannender und erhöht die Verweildauer der Nutzer. Und auf keinen Fall vergessen: Call to Action!

7. Social Media: 

Zum Content Marketing gehört auch die Content-Distribution. Dafür eignen sich unter anderem Social Media. Wer seinen Content richtig vertagt, nimmt Einfluss darauf, welche Teile zum Beispiel beim Teilen eines Links auf Facebook angezeigt werden.

Vertaggen von Inhalten für Facebook

Vertaggen von Inhalten für Facebook

8. Analytics:

Content Marketing betreibt man nicht in erster Linie weil es Spass macht, sondern weil es auch etwas bringen soll. Wobei es meistens mehr bringt, wenn es den Content-Erstellern auch Spass macht 🙂 Das Messen der definierten KPI gehört zwingend dazu. Die wichtigsten Bestandteile einer Analyse, beispielsweise mit Google Analytics, sind:

  • Zielgruppe – wer bewegt sich auf der Website?
  • Akquisition – woher kommen die Besucher?
  • Verhalten – was machen die Besucher auf der Website?
  • Conversions – wirkt der Call to Action und kommt‘s auch wirklich zu Abschlüssen?