Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management schreibt Francesca Romano:

Karin Friedli, Blogger-Queen aus Leidenschaft und Beraterin bei blogWERK, brachte am trüben Herbstmorgen mit ihrem engagierten Statement für Inhalt und Dialog Sonne in unsere Schulstube. Obwohl tätig in einer Web-Agentur, schlägt ihr Herz für den Content.

Was ist ein Blog?

Blog ist eine Wortkreuzung aus World Wide Web und Log(buch). Ein Blog ist meistens Teil einer Website mit einer Kommentarfunktion. Öffentlich einsehbares Tagebuch oder Journal. Die Beiträge erscheinen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge; Relevanz wird durch Aktualität definiert. Mittels Blog können die gesamten Social-Media-Aktivitäten einer Unternehmung zusammengeführt werden. Dieses Tool eignet sich hervorragend als Dialogmedium.

Ein Blog zeichnet sich aus durch…

Permalinks: Nur so kann der Blogger seine Leser zum richtigen Inhalt führen. Der Link ist fix und führt immer zum gleichen Artikel. Der Beitrag bleibt dauerhaft auffindbar. Bei sprechenden Links erhält der Linkname zudem Hinweise auf den Inhalt des Links. Sprechende Links helfen bei der Google-Suche.

Interaktivität wird durch die Kommentarfunktion und Trackbacks (Erwähnung des Artikels in anderen Blogs oder Verlinkung auf den eigenen Blog) erreicht. Mittels der Kommentarfunktion tritt das Unternehmen in direkten Dialog mit seinen Kunden. Diese unmittelbare Response-Möglichkeit wird von vielen Unternehmen gefürchtet. Keep cool! Kaum je ein Kommentar führt gleich zu einem Shitstorm. Vor allem Corporate Blogs generieren selten viele Kommentare. Darf ich als Blogger (unangenehme) Kommentare ignorieren? Nein, wie im realen Leben wird ein Feedback erwartet. Karin Friedli empfiehlt, initial Kommentarregeln festzulegen. Netiquette als Möglichkeit, Spam oder der Platzierung von Werbung im Blog Herr zu werden. Bei blogWERK stehen diese Regeln über jeder Kommentarfunktion à Kommentarregeln von blogWERK. Dem Unternehmen steht es zudem frei, ob jeder Kommentar via E-Mail zuerst zum Blogger gelangt und dieser über die Freischaltung entscheidet (geschlossene Variante). In der Praxis hat sich der semi-offene Weg durchgesetzt: Jeder Kommentator, von dem Beiträge bereits einmal freigeschaltet wurden, kann zukünftig ungefiltert bloggen.

Ein hoher Vernetzungsgrad wird durch den Aufbau eines Wissensnetzwerks erreicht. Im Gegensatz zur (statischen) Website (owned content) verlässt der Blogger seine Organisation, indem er auf externe Quellen verlinkt. Dies führt zu einem anderen Leseverhalten, da der Blogleser bereit ist, mehr zu investieren und die Informationen sehr bewusst konsumiert. Ein Blog muss über reine Marketing-Ziele hinausgehen, um den Leser nicht zu langweilen. Glaubwürdigkeit erreicht man durch die Berücksichtigung journalistischer Ziele und eine mehrheitlich sachliche Berichterstattung

Braucht es im Zeitalter von Facebooks weiterhin Blogs? Ja, denn unser Blog…

Unser Blog

Eine contentbasierte, nachhaltige Social-Media-Strategie funktioniert nur mit Blog! Für die Platzierung von Inhalt, der über die Community hinausgehen soll, bietet sich der Blog an. Der Content erfährt so weder eine Beschränkung im Umfang, und der Blogger ist von keiner externen Plattform abhängig.

Der Interaktivität wurde auch im Unterricht Rechnung getragen: In Gruppen wurden fünf Corporate Blogs auf ihre Blog-Tauglichkeit hin untersucht. Die Kommunikationsziele waren nicht bei allen untersuchten Blogs erkennbar. Oft hat sich die Kommunikation auf das nach Aussentragen von Insights beschränkt, und der Vernetzungsgedanke kam zu kurz.

Redaktionskonzept

Ohne Stakeholder-Analyse der Blog-Adressaten und Redaktionskonzept kein erfolgreicher Corporate Blog.

Die beiden Buddies Blog und Google

(Gut gemachte) Blogs sind eine tolle Sache, weil sie die Identität einer Marke oder eines Unternehmens transportieren, Verbindungen schaffen und Inhalte auffindbar halten. Sie werden zu sehr guten Freunden von Google, weil Google Blogs sehr schnell findet. Weil Blogs mehr Traffic generieren als eine (statische) Website, muss das Blog möglichst eng mit der eigenen Website verbunden sein, um die Suchmaschinenoptimierung zu forcieren. Da der Content-Stamm bestehen bleibt, können auch alte Blog-Beiträge wieder gefunden werden. Der Blogger kann die Lesbarkeit für Google erhöhen, wenn er sich an gewisse Strukturvorgaben hält: Die Kernaussage muss bereits im Titel enthalten sein. Das Wichtigste kommt zuerst and don’t beat around the bush!

Content is king – dialogue is queen – technology is the servant

Ist der Inhalt schlecht, nützt die beste Blog-Technologie und das professionellste Layout nichts, und der Leser ist nicht motiviert, den Inhalt zu kommentieren oder gar zu sharen.

Das KUDOS-Prinzip zeigt auf, was den Inhalt von Social-Media-Kanälen wertvoll macht:

  • Knowledgeable
  • Useful
  • Desirable
  • Open
  • Shareable
Karin Friedlis engagierter Einsatz für eine contentbasierte, nachhaltige Social-Media-Strategie.

Karin Friedlis engagierter Einsatz für eine contentbasierte, nachhaltige Social-Media-Strategie.

Tipps für den erfolgreichen Blog-Einsatz

  • Ausprobieren
  • Zuhören
  • Ernst nehmen
  • Keep it simple
  • Weg von der Website
  • Inhalt statt Technologie (The king rules the blog!)
  • Offen sein
  • Persönlichkeit zeigen
  • In «News» denken
  • Langfristig denken
  • Den Ton treffen
  • Vernetzen
  • Dranbleiben

Last but not least dürfen die Kosten eines Blogs nicht vergessen werden. Das Aufwändige ist nicht die Konzeptionsphase, sondern die anschliessende Betriebsphase. blogWERK zeigt anhand eines Rechenbeispiels auf, dass das Bewirtschaften eines Blogs kontinuierliches Arbeiten bedeutet, mit rund 15 Stunden pro Woche ist zu rechnen. à Rechenbeispiel

Content matters! Danke Karin, gerne wieder einmal an anderer Stelle.