Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management mit Karin Friedli berichtet Claudio Kneschaurek:

Ein Blog ist das Zuhause unseres Contents. Im Gegensatz zu den extraorbitanten Immobilien-Preisen in der Stadt Zürich sogar ein ziemlich billiges Zuhause. Billig und trotzdem extrem nützlich und wirkungsvoll. Die Voraussetzungen sind also relativ günstig und einfach, aber aufgepasst liebe Mitstudentinnen und Mitstudenten, ein Blog muss gut sein, denn nur so wird er gelesen und schlussendlich geteilt. Jetzt fragt ihr euch bestimmt, wie schreibe ich einen guten Blog? Das braucht natürlich einige Skills und Know how. In den unten folgenden Abschnitten erfahrt ihr mehr darüber.

Als kurze Auflockerung und für all diejenigen, welche Englisch als Muttersprache haben und sich schon die ganze Zeit darüber aufregen, warum ein Nomen im Deutschen immer drei verschiedene Artikel hat. Ich kann euch ein bisschen beruhigen, denn die Chance, dass ihr den richtigen Artikel wählt, hat sich verdoppelt. „Der Blog“ oder „das Blog“ ihr könnt beides schreiben. „Die Blog“ empfehle ich – als alter Duden-Fanatiker – hingegen eher weniger, weil das wäre falsch. So, genug mit Grammatik und ab in die Thematik!

Wo kriege ich die Inhalte für den Blog?

Da müsst ihr oftmals gar nicht zu weit suchen, denn in eurem Unternehmen gibt es fast immer genug Inhalte. Denkt bspw. an Kundenumfragen, welche in der Vergangenheit durchgeführt worden sind oder Kundenanfragen/-feedbacks, welche immer wieder an eure Unternehmen gelangen und ihr als wertvoll erachtet. Diese könnt ihr gut gebrauchen.

Selbstverständlich können Inhalte für Blogs aber auch aus Fachmagazinen, Studien, Statistiken oder aktuellen Ereignisse, welche u.a. auch einen Impact auf die Produkte/Dienstleistungen eurer Unternehmen haben, an Land gezogen werden. Auch Gast-Referate können gut gebraucht werden.

Inhaltlich sollten wir also alle genügend Material haben, einen Corporate Blog zu betreiben. Aber in einer Sache werden wir bestimmt einer Meinung sein und zwar muss ein Blog gut sein.

Was braucht es für einen guten Blog?

Einfach mal loslegen und schreiben, was einem in den Sinn kommt? Das ist leider zu einfach. Für einen guten Blog braucht man sowohl „Hardskills“ als auch „Softskills“. Beide sind essentiell, um erfolgreich zu sein und daher wichtig, uns die Definition mal näher zu betrachten.

Hard-Skills beinhalten technologische und funktionale Skills und sind sehr wertvoll. Sie halten die Seiten aktuell, dynamisch und sorgen für wiederkehrende Besucher. Nehmt die folgenden Punkte daher auf und gestaltet euren Blog wie folgt:

  • Umgekehrt chronologisch: Je aktueller/neuer, desto besser. Also kurz: Das Neuste steht immer zuerst! Diese Regel aber nicht beim Wein anwenden.
  • Strukturiert in Artikeln: Übersicht und Detail dann mit Permalink/Deeplink
  • Zweiweg-Kommunikation und Vernetzung: Kommentare und Trackbacks sind wichtig, damit ein Dialog zwischen Leser/Kunde und Verfasser/Firma überhaupt entstehen kann
  • Medienübergreifend: Einbindung von verschiedenen Formen und Formaten

Soft-Skills beinhalten inhaltliche und tonale Skills und sind eine reine Konzept-Frage. Im Vordergrund steht hier die Einbettung in die Strategie, Ziele und Zielgruppen. Auch hier einige Beispiele aus der Vorlesung:

  • Die Blogs müssen subjektiver sein als klassischen News
  • Eine gewisse Nähe zum Leser ist zentral für einen guten Blog
  • Es braucht Raum für Geschichten, Gesichter und Charaktere
  • Raum für themenübergreifendes Know-how, Nutzwert, Service, Vernetzung und Anwendung von Wissen
  • Blog muss aktuell gehalten werden und es sollte regelmässig etwas passieren. Hier ist Ausdauer und Disziplin gefragt.

Was macht den Blog heutzutage noch wertvoll?

In der Zeit von Social Media könnte man sich ja fragen, ob ein Blog überhaupt noch wertvoll ist? Damit ihr aber gar nicht auf die Idee kommt euch das zu hinterfragen, schmeisse ich euch paar Punkte auf den Tisch, die unterstreichen, dass ein Blog extrem wertvoll ist.

Ein Unternehmen kann sich mit einem Blog einerseits positionieren und die Vorteile seiner Produkte/Dienstleistungen dem Kunde nahe bringen und aufzeigen. Andererseits ist ein Blog wie eingangs erwähnt, das Zuhause eures Contents. Ihr könnt den Blog selber strukturieren (Text, Video, Slideshow usw.), er ist unabhängig von externen Diensten (die Infrastruktur gehört euch) und arbeitet überdies hervorragend mit Social Media zusammen. Die alten Blog-Beiträge sind jederzeit auffindbar (long tail) und können sich so schlussendlich positiv auf die Suchmaschinen auswirken.

Wichtig ist, die Share-Möglichkeiten prominent zu platzieren und dann gilt grundsätzlich „sharen, sharen, sharen!“. Versucht eine möglichst grosse Reichweite zu erzielen. Nur so kann eine Community aufgebaut werden und ihr könnt von den Feedbacks (Kommentare, Likes etc.) der Leser profitieren.

Kurz zusammengefasst: Nutz die vorhanden Inhalte, macht euch Gedanken über die notwendigen Skills, schreibt Blogs, teilt diese in den sozialen Medien und baut eure Community auf! Viel Erfolg und Spass damit.