Aus San Francisco von der HWZ Silicon Valley Tour berichten Andreas Oehrli und Ivan Emch

Let the last day in SF begin! Pünktlich, müde aber trotzdem gut gelaunt treffen die Studenten in der HWZ Homebase The Vault ein.

Nach einer kleinen Verspätung von unserem französischen Speaker Mathieu Aguesse von Schoollab kann es losgehen. Matthieu Aguesse ist seit mehr als 4 Jahren CEO von Schoolab. Schoolab ist ein Innovationsstudio, welches vor 14 Jahren gegründet wurde. Das Unternehmen erweitert die Grenzen der offenen Innovation, indem sie die praxisorientierte Zusammenarbeit zwischen Studenten, Startups und Unternehmen verbessern. Mit Sitz in Europa und der Bay Area entwickeln sie Bildungs- und Beschleunigungsprogramme zur Unterstützung globaler Innovatoren.

Corporate Innovation

Warum ist das Silicon Valley so erfolgreich? Gemäss Mathieu liegen die Hauptgründe darin, dass hier die besten Universitäten der Welt sind und ein einzigartiges EcoSystem entstanden ist. Das EcoSystem besteht aus den Top-Universitäten (Stanford, UC Berkeley), den grössten Tech-Unternehmen der Welt, disruptiven Startups und vielen Investoren (VC). Diese Kombination auf so engem Raum macht das Silicon Valley auch heute noch einzigartig und lässt sich auch nicht so einfach kopieren.

Die Mission von Schoollab ist folgende:

“Leuten zu helfen Zuversicht in die Zukunft zu haben – dank unternehmerischem Mindset”.

Die Grundidee von Schoollab war die tollen Ideen und Mindset aus dem Silicon Valley nach Frankreich zu bringen. Genau mit dieser Herausforderung wurde Schoollab 2005 an der Stanford University gegründet. Mittlerweile hat Schoollab ein einzigartiges EcoSystem aufgebaut und bietet folgende Leistungen an:

  1. Education
  2. Consulting
  3. Startups acceleration
  4. Co-working

Hier noch ein Geheimtipp für alle Kapitalisten unter den Blog-Lesern: Mit Abstand am meisten Umsatz und Ertrag wird im Bereich Consulting generiert! Warum konzentriert sich also Schoollab nicht nur auf diesen Bereich? Der Grund ist ganz einfach, weil genau dieses hybride Businessmodel von Schoollab der grosse Wettbewerbsvorteil ist. Durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Units, der verschiedenen Industrien und auch der weltweit verschiedenen Schoollab-Standorte ist ein einzigartiges Netzwerk verfügbar.

Falls die Unternehmen solche Innovationslabs selber in der Firma aufbauen wollen, dann ist es extrem wichtig, dass man nicht einfach eine Innovations-Abteilung aufbaut und dann hofft, dass aus diesem Innovation-Hub tolle Ideen kommen. Viel wichtiger ist, dass man neben dieser Abteilung ein hybrides Innovations-EcoSystem innerhalb aber auch ausserhalb der Unternehmung aufbaut – ganz nach dem Vorbild von Schoollab.

Anschliessend zeigte uns Mathieu noch einige Use-Cases aus dem Schoollab. Neben aktuellen Projekten beschäftigt sich Schoollab auch stark mit der Zukunft. Denn wer sich nur mit den aktuellen Themen beschäftigt ist bereits zu spät. Wie wäre es wenn Küchen in Zukunft pro Stunde Nutzung bezahlt werden oder wenn man Shampoo mit einer Monatsrate bezahlt?

Aktuelle Trends werden ebenso kritisch hinterfragt:

  1. Ist der Organic-Hype wirklich so gut für die Welt? Was passiert wenn alle Leute nur noch organische Produkte essen möchten? Welche Auswirkungen hätte dies beispielsweise auf die Biodiversität?
  2. Ist Plastik wirklich so schlecht für die Welt? Plastik wurde vor vielen Jahren erfunden, weil ganz viel Holz für die Lagerung/Verpackungen verwendet wurde und sich alle beklagt haben, dass damit die natürlichen Ressourcen (z.Bsp. die Wälder) kaputt gehen.

Zum Abschluss gab uns Mathieu noch folgende Key-Learning mit auf den Weg:

  1. In Netzwerken und in einem EcoSystem denken. Dies ist eines der Success-Factors vom Silicon Valley und von Schoollab.
  2. Die Ethik immer im Fokus haben. Dies ist generell ein riesiger Vorteil der Europäer und wird in Zukunft immer wichtiger werden, da diese Werte für die Mitarbeiter, Kunden und weitere Stakeholder zentral werden.

Als kleines “Merci” für diese inspirierende Präsentation überreichte Ivan eine grosse “Schoggi” an Mathieu – merci beaucoup!

May the DIOM be With You!

Was nehmen wir vom Silicon Valley mit in die Schweiz? Was wollen wir am Montag umsetzen wenn wir wieder zurück im Büro sind? Die Studenten hatten nun die Gelegenheit ihre DIOM (Do it on Monday) Ideen zu pitchen.

Wer traut sich zuerst? Angesteckt vom Silicon Valley Groove meldet sich Andy Frey sofort und betritt die Pitch-Bühne.

Andy – the Stage is yours:

Andy möchte einen Ideen- und Inspirations-Canvas auf einem riesigen Poster erstellen und dieses in sein Büro hängen. Damit will er sicherstellen, dass die Eindrücke aus dem Silicon Valley nie verloren gehen. Von diesem Canvas will er sich dann eine Idee herausnehmen und sich auf diese eine Sache fokussieren und konsequent umsetzen. Unser Chief Financial Officer – kurz CFO – von der Firma Sihl hat sich grosszügigerweise bereit erklärt das Papier für das Canvas-Poster zu sponsern.

Simon möchte ein wöchentliches Innovations-Meeting…

…mit seinem Team aufbauen wo alle von seinem Team eine Idee einbringen müssen, was man in der Firma verändern, respektive verbessern kann. Die Ideen können in alle Richtungen gehen und gute Ideen sollen incentiviert werden. Zudem will er ein Wissenskarussel mit den jüngeren Kollegen von der Bank oder sogar externen Personen aufbauen und einmal im Jahr eine “Innovation Night” veranstalten, wo die Ideen vor einem grösseren Publikum gepitcht werden können.

Daniel war inspiriert vom “Two Curve Framework” vom Future Lab….

…Die zweite Kurve bei ABB könnte sein, in Zukunft ganze Industrieanlagen als “Digital Twin” zu erstellen. Dazu wird er extern mit Ingenieurfirmen Kontakt aufnehmen und zudem seine Zertifikatsarbeit zu diesem Thema schreiben und die Handlungsempfehlungen intern präsentieren.

André will den Spirit vom Silicon Valley in die ZKB bringen.

Doch was ist das überhaupt? Erstens ist dies die sogenannte “Fehlerkultur” und zweitens sollte man sich ab und zu Zeit nehmen um zu reflektieren. André will deshalb seinem Team bewusst dafür Zeit einräumen. Als weiteres will er in seinem Team eine “FuckUp-Night” implementieren, wo über “Failures” gesprochen wird und Learnings daraus generiert werden. Guter Input von Andy Frey: Solche “FuckUp-Nights” unbedingt extern machen und nicht im Büro. Zudem muss es während der Arbeitszeit sein und nicht freiwillig am Abend.

Carsten hat die Idee ein neues Kreditkarten-Produkt von Cembra zu entwickeln.

2-3 Wochen pro Jahr kann die Kreditkarte kostenlos im Ausland ohne FX-Rate benutzt werden, evtl. gegen eine kleine Flatrate. Als zweite Idee will Carsten in seinem Team umsetzen, dass neue Ideen immer mit einem Pressetext zu präsentieren (Prozess bei AWS) sind und und nicht mit einer 20-seitigen PowerPoint Präsentation. Zudem will er seinem Team vermitteln, dass sie noch kundenorientierter denken und handeln sollten als bisher- also Outside-In und nicht Inside-Out!

Gold Rush City Tour

Nachdem sich die Studenten bei einem ausgiebigen Mittagessen gestärkt hatten (ausser dem Blogger-Team) machten wir uns auf den Weg die Geschichte von San Francisco etwas besser kennenzulernen. Dabei erfuhren wir von unserem fachkundigen Tour-Guide, dass die Stadt schon mehrmals von einer Disruption betroffen war, insbesondere während des kalifornischen Goldrausches von 1848 – 1855. Heute ist die Situation wieder ähnlich, jedoch mit dem neuen und noch viel wertvolleren Gold – unseren Daten!