Aus dem Unterricht CAS Digital Real Estate mit Dozent Vishal Mallick berichtet Bruno Koller:

Unter richtige Coworking Betreiber in der Schweiz versteht Vishal Mallick solche wie z.B. Village Office oder Impact Hub. Das ist, vereinfacht gesagt, ein Raum zum Arbeiten sowie zwecks Austausch und ‘Socializing’ mit Gleichgesinnten. Der Hauptgedanke dahinter ist das ‘Community-Feeling’.

Der Hauptgrund, dass jemand Coworking Flächen benutzt, ist die Flexibilität (dafür bezahlt man aber auch bei langfristiger Betrachtung viel).

Coworking Flächen (Ort unbekannt)

 

 

 

 

 

 

Grosse Anbieter wie z.B. Regus, Design Offices und Wework sind seiner Ansicht nach nicht richtige Coworker im ursprünglichen Sinn. Es sind aber die Einzigen, die damit richtig Geld verdienen. Dies hauptsächlich mit grossen Nutzern (Firmen), die den Mitarbeitern das ‘Coworking Feeling’ aus unterschiedlichsten Gründen anbieten.

Ist Coworking ein Hype?

Laut Vishal ja, obwohl er das nicht direkt einräumt. Ein grosser Anteil, d.h. ca. 90% wird nach wie vor die übliche Büronutzung bleiben. Weshalb? Weil die Eigentümer von Immobilien irgendwann beginnen werden, eigene flexible Angebote umzusetzen. Sie haben es in der Hand, umfassende und flexible Services direkt anzubieten, anstelle das Feld einzig den professionellen Coworking-Betreibern zu überlassen.

Dann gibt auch ‘asymmetrische Coworking Anbieter’. Ein Beispiel einer Bank ist das Angebot der ZKB an Zürich’s Bahnhofstrasse. Der Hauptzweck ist Marketing, der Nutzen für die Bank vermutlich kaum messbar.


 

 

 

daycrunch by Performance Buildings

Daycrunch verfolgt einen anderen Ansatz: Vereinzelte Sitzungszimmer/Arbeitsplätze werden in Objekten gratis angemietet, der Eigentümer ist am Umsatz beteiligt. Die Einrichtung stammt von Anbietern, die das Mobiliar etc. kostenlos zur Verfügung stellen, die wiederum auch am Umsatz beteiligt sind. Das Angebot ist durchgehend vollautomatisiert, benötigt kein Personal vor Ort und die Räume sind 24/7 nutzbar.

Dadurch, dass Daycrunch kein Geld in Marketing einsetzt und dank der Vollautomatisierung kein Personal notwendig ist, verbleibt dem Eigentümer letztendlich ein höherer Return als auf die üblichen Coworking-Angebote zu setzen.

Daycrunch verdient natürlich auch daran, aber vorwiegend mehr an der pb3 Technologie, die ganze Gebäude- und Anwenderfuktionalitäten mittels API Technologie (‘application programming interface’) integral verknüpft. API ist ein Programmteil, der von einem Softwaresystem anderen Programmen zur Anbindung an das System zur Verfügung gestellt wird. Setzen Gebäudeeigentümer diese Technologie um, verfügen sie über eine gute digitale Grundlage zur erfolgreichen Umsetzung flexible Mietmodelle aller Art.

Ob Coworking stark ‘gehypt’ wird oder nicht, das wird sich zeigen. Allerdings sind Eigentümer von kommerziellen Mietflächen gut beraten, sich eingehend mit diesen Trend auseinanderzusetzen. Denn eines ist klar: Professionelle Coworking-Anbieter verstehen den Einsatz digitaler Systeme. Das selber zu verstehen und richtig ein- und anzuwenden, ist schon die zukünftige ‘halbe Miete’.