Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management schreibt Beat Enderlin:

 

Daniel Krebser (Atizo AG) führte uns ein in das Thema “Die Weisheit der Vielen“. Oder anders ausgedrückt, weshalb bei der RTL-Sendung „Wer wird Millionär“ der Publikumsjoker – in 9 von 10 Fällen – dem Kandidaten in die nächste Runde verhilft.

Hierbei handelt es sich um das Phänomen, welches 1906 von Francis Galton anlässlich einer Nutztiermesse zum ersten Mal erfasst wurde: Damals hatten rund 800 Messebesucher, mit unterschiedlichem beruflichen Hintergrund, das Schlachtgewicht eines Rindes im Durchschnitt besser geschätzt, als mancher Experte (zum Beispiel der Metzger). Und noch heute gilt: Die Kumulation von der in der Gruppe geteilten Information, führt oftmals zu besseren Lösungsansätzen als Entscheidungen, die auf einen Einzelnen, wenn auch ein sogenannter Experte, zurückzuführen sind.

Für ein erfolgreiches Crowdsourcing, in den Worten von Daniel Krebser ausgedrückt, sind folgende Faktoren massgebend:

Klare Fragestellung
Eine möglichst diversifizierte Community
Optimale Aggregation der Resultate

Heutzutage machen sich immer mehr Unternehmen die “Weisheit der Vielen” zu Nutze, um sich und ihre Produkte weiter zu entwickeln. Die heutige Generation sei wesentlich offener und nicht darauf aus, Wissen für sich zu behalten. Gerne teilt sie ihre Kenntnisse, um selber ebenfalls wieder von anderen profitieren zu können. Die Motivationsgründe sind aber weniger selbstlos, als sie scheinen: Das Projekt muss schon einen Sinn haben, Spass machen und bestenfalls etwas Ruhm bringen.

Nicht zu unterschätzen ist, dass es von den Unternehmen durchaus auch Mut braucht, sich zu öffnen und Meinungen/Ideen von aussen einzuholen und zuzulassen. Es ist eine Frage der Kultur. Denn wie am Morgen bei Moritz und dem Thema „Communities“ besprochen, so ist auch hier das „Not-invented-here-Syndrom“ ein Problem: Nicht alle Firmen können damit umgehen, wenn möglicherweise ausserhalb des Betriebes die besseren Ideen entwickelt werden, als von den eigenen Leuten. Erfolgreiche Open Innovation beruht jedoch auf dem Prinzip, Wissen von aussen aufzunehmen und intern nutzbar zu machen – zum Beispiel Migipedia.

Den Nachmittag haben wir Crowd-sourcend abgeschlossen: Auf atizo.com platzierten wir in Gruppen unsere Fragen bei der Community:

Atizo

Soviel ich weiss, ist diese Gruppe noch mit der Auswertung und hoffentlich bald mit den Vorbereitungen beschäftigt. Der Rest der Klasse freut sich schon – ganz nach dem Motto: „Lieber Augenringe als gar keinen Schmuck!“