Diesen Gastbeitrag aus dem Digital Society Report schreibt Felix Walker:

Fälschungen entwickeln sich zur Geissel des Internets. Nach den amerikanischen Präsidentschaftswahlen drehte sich die Diskussion vor allem um gefälschte News und falsche News-Sites. Unseriöse Websites können uns nicht nur Falschheiten vorgaukeln, sie können auch unseren Computer gefährden – wenn sie mit Malware verseucht sind. Noch gefährlicher wird es aber wenn  man sich im App-Store eine gefälschte App herunterlädt und damit den Trojaner freiwillig auf dem Smartphone installiert.

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Apps, Apps, Apps: Die digitalen Stores sind voll davon. Doch sind sie alle echt? Screengrab: Google Play Store

 

Wenn es um gefälschte Apps geht, gehen App-Konsumenten sowohl in  Apples App Store und Googles Play Store ein Risiko ein. Gerade vor Weihnachten schnellt die Zahl der gefälschten Apps jeweils in die Höhe, und die eingebauten Prüffilter der App-Stores scheinen nicht leistungsfähig genug  zu sein. Heise.de berichtet:

“Vermeintliche Shopping-Apps großer Anbieter und Marken werden pünktlich zum Weihnachtsgeschäft zu einem Problem im App Store für iPhone und iPad, wie die New York Times berichtet. Allein in den vergangenen Wochen seien mehrere Hundert derartiger Fake-Apps durch Apples Zulassungsprüfung in den Store gelangt. Dazu zählte etwa eine Software, die sich als App des Sportartikelherstellers Puma ausgibt, sowie vermeintliche Apps der Einzelhandelskette Foot Locker und Christian Dior.
Manche der Fake-Apps seien relative harmlos und versuchen über eingeblendete Werbung Geld zu verdienen, es gebe aber auch Exemplare darunter, die an die Kreditkarteninformationen und weitere Daten des Nutzers gelangen wollen oder Malware erhalten […]
Der iPhone-Konzern hat Ende vergangene Woche – nach einer Anfrage der New York Times – Hunderte dieser gefälschten Apps aus dem Store entfernt, schreibt die Zeitung, allerdings seien einen Tag später erste leicht modifizierte Varianten bereits wieder im App Store aufgetaucht.“

Aber Android User haben die App-Fälscher im Visier, wie man beim Antivirusspezialisten Symantec nachlesen kann:

“Im Google Play Store® (zuvor als Android Marketplace® bezeichnet) gibt es eine nicht unbeachtliche Anzahl gefälschter Apps, die unerwünschte Probleme verursachen können. Beispielsweise könnten Sie sich einen Virus auf Ihrem Mobilgerät einfangen oder Ihre persönlichen und vertraulichen Daten könnten in die Hände von Kriminellen geraten, die Ihre ganze Existenz gefährden könnten.“

Was ist zu tun? Wie immer können Schwierigkeiten weitgehend vermieden werden, wenn gewisse Vorsichtsmassnahmen eingehalten werden. Die Süddeutsche Zeitung bringt eine Tippliste:

Bekanntheit: Je größer der Hype um eine App, desto größer die Gefahr durch Fälschungen. Wenn es also viele Angebote mit ähnlichem Namen gibt, sollte man achtsam sein: Auffallend schlechte Rechtschreibung und Logos mit schwacher Bildqualität sind bei gefälschten Apps üblich.
Entwicklername: Etablierte Unternehmen entwickeln Apps meist im eigenen Unternehmen. Demnach sollte die E-Mailadresse des Entwicklers den Domainnamen des Unternehmens haben, wie whatsapp.com. Ist das nicht der Fall, ist Skepsis angebracht. […]
Downloads: Eine hohe Anzahl an Downloads wirkt vertrauenswürdig, kann aber auch erkauft sein. Sind nur wenige Downloads sichtbar, sollten externe Rezensionen hinzugezogen werden.
App-Rezensionen: Bewertungen und Nutzerkommentare geben ähnlichen Aufschluss wie Downloadzahlen – aber auch sie können gekauft sein. Nutzer sollten die Authentizität prüfen. Je unterschiedlicher die Beiträge, desto wahrscheinlicher sind sie von echten Nutzern geschrieben worden. Im Zweifel sollten eher schlechte als gute Bewertungen betrachtet werden.

Die ganze Liste findet sich hier.