Diesen Gastbeitrag aus dem Digital Society Report schreibt Felix Walker:

Streaming hat auch in der Schweiz den Massenmarkt erreicht – das zeigt eine Umfrage des Streaming-Providers Zattoo unter Schweizer  Internet-Nutzern. Dabei zeigt sich: Die TV-Streaming auf dem grossen TV-Bildschirm im Wohnzimmer wird immer selbstverständlicher, und die Nutzer wollen Fernsehen zunehmend flexibel konsumieren.

Dass Streaming bei jenen Usern erfolgreich ist, die es schon mal ausprobiert haben, ist nicht verwunderlich. Streaming ist praktisch, oft werbefrei und unabhängig vom Sendeplan der Produzenten der Inhalte. Junge User, die mit dem Internet aufgewachsen sind, können sich gar nicht mehr vorstellen, genau dann vor dem Fernseher zu sitzen, wenn eine Sendung auf dem Programm steht. Man möchte flexibel sein Lieblings-Programm schauen – auch wenn man mal zu spät nach Hause kommt. Die Ergebnisse der Zattoo-Umfrage zeigen denn auch klare Trends:

60 Prozent der Befragten geben an, YouTube zu nutzen. Live-TV via Internet nutzen 54 Prozent und jeweils rund 30 Prozent nutzen Mediatheken und Video-on-Demand-Angebote. Auch das eigentliche Fernsehen kommt zunehmend nicht mehr über Kabel, Satellit oder Antenne, sondern über das Internet: Schon 25 Prozent der Befragten streamen gelegentlich Live-TV. Angebote wie Mediatheken, YouTube, Netflix und Amazon Prime werden immer öfter auf dem großen Fernseher in der guten Stube konsumiert.

Auch das gute alte Fernsehen wird zunehmend flexibel konsumiert: Jeder Zweite User  nennt “zeitversetzt” als den größten Vorteil von Internet-TV. An zweiter Stelle steht die Verfügbarkeit auf mehreren Geräten – also die Ortsunabhängigkeit. Das verdeutlicht das große Potenzial von TV-Streaming – eben weil es den Bedürfnissen der Nutzer nach Flexibilität und Mobilität entspricht.

Das Streaming-Angebot ist auch in der Schweiz in den letzten Jahren rasant angewachsen und entwickelt sich auch hier zu einer Konkurrenz für die herkömmlichen Produzenten von Inhalten. Die Entwicklung zeigt aber, dass vorläufig noch die wenigsten Konsumenten auf ihre Live-TV-Angebote verzichten wollen – auch im Zeitalter von Netflix und Co. Wie die Zattoo-Umfrage zeigt, erfolgt aber auch die Lieferung traditioneller Inhalte, wie sie zum Beispiel von öffentlich rechtlichen Sendern produziert werden, immer öfter durch das Internet.