Diesen Gastbeitrag aus dem Digital Society Report schreibt Felix Walker:

2017 haben 72 Prozent der Schweizer und Schweizerinnen innerhalb von zwölf Monaten mindestens einmal im Internet eingekauft, das sind 4,9 Millionen Personen. 2010 waren es noch 50 Prozent gewesen. Dieses beeindruckend Wachstum wird in einer jetzt veröffentlichenStudie des Bundesamtes für Statistik in einer Studie zum E-Commerce in der Schweiz belegt.

Die Autoren fanden aber auch heraus, dass es immer noch viele ältere Konsumenten gibt, die sich noch nicht mit dem E-Commerce angefreundet haben. Es zeige sich ein digitaler Graben, schreiben sie, am grössten sei er zwischen den verschiedenen Altersklassen und Bildungsstufen. Während 91 Prozent der 25- bis 34-Jährigen im Internet Waren oder Dienstleistungen bestellten, seien es bei den 64- bis 74-Jährigen lediglich 51 Prozent. In den obersten Altersklassen sinke dieser Anteil sogar auf weniger als 20 Prozent. Auch in Bezug auf den Bildungsstand bestünden erhebliche Unterschiede. 85 Prozent der Personen mit Tertiärabschluss und nur 46 Prozent der Personen ohne nachobligatorische Ausbildung kauften im Internet ein.

Die BFS-Studie gibt auch Aufschlüsse über die Waren, die im Internet gekauft werden:

“Am gefragtesten sind Zugbillette und Flugtickets. Sie werden von 3,3 Millionen Personen und somit von zwei Dritteln der E-Konsumentinnen und E-Konsumenten online bestellt. Dahinter folgen, mit rund drei Millionen Personen, Kleider sowie Übernachtungen in Hotels oder Ferienunterkünften. Eintrittskarten für Sport- oder Kulturveranstaltungen (Kino, Konzerte, Vorstellungen) werden von über 2,5 Millionen Personen im Internet gekauft, Musik von 1,7 Millionen Personen. Mit weniger als einer Million sind E-Konsumentinnen und E-Konsumenten von Filmen noch schwach vertreten. Weniger als ein Viertel der E-Konsumentinnen und E-Konsumenten bzw. 1,2 Millionen Personen haben Nahrungsmittel, Getränke oder Blumen gekauft. Finanzdienstleistungen, die über das übliche E-Banking hinausgehen, wie zum Beispiel der Abschluss von Versicherungen, der Börsenhandel oder die Aufnahme von Krediten, werden von verhältnismässig wenigen Personen online abgewickelt. Auch die Teilnahme an Wetten oder Lotterien sowie der Kauf von Medikamenten erfolgen eher selten online, betreffen aber mittlerweile immerhin mehrere hunderttausend Personen“.

Was die Häufigkeit der Käufe betrifft, ergibt sich ein interessantes und eher unerwartetes Detail:  Die mit der Einkaufshäufigkeit gemessene Intensität der E-Commerce-Nutzung in den dicht besiedelten Regionen der städtischen Kerne, wo 30 Prozent der Kundschaft mindestens sechs Online-Käufe tätigen, deutlich höher ist als in den dünn besiedelten ländlichen Gebieten (20 Prozent) und in den mitteldicht besiedelten Gebieten (23 Prozent).

Mit anderen Worten: Dort wo es am meisten Läden hat, kaufen die Menschen am meisten im Internet ein. Wo Läden dünn gesät sind, ist auch die Lust auf Internetshopping weniger ausgeprägt.