Aus dem Unterricht des CAS Disruptive Technologies berichtet Christina Ueberschlag:

Der Abschlussnachmittag des ersten Kursblocks war dem Thema “Umfeld der Wearables” gewidmet. Robert Weiss – Programmierer, Berater, Publizist (unter anderem verfasst er den ICT-Marktreport WEISSBUCH, welcher 2014 das 25-jährige Jubiläum feierte) und leidenschaftlicher Sammler von Technologiegeräten – nahm uns mit auf eine Reise durch die Computer- und Technologiegeschichte.

Bis 2020 werden 40 Zettabyte (1 Zettabyte entspricht 1021 Bytes respektive 1‘000‘000‘000‘000‘000‘000‘000 Bytes) digitale Daten verfügbar sein. Eine unvorstellbar grosse Menge, die uns einmal mehr deutlich aufzeigt, dass Big Data, Analytics und Cloud zu den grossen Herausforderungen der nächsten Jahre zählen dürften.

Dies als Blick in die Zukunft. Wie wurde es jedoch möglich, dass solche Datenmengen überhaupt entstehen konnten? Die Antwort: Transistoren.

Auf den Spuren des Silicon Valley

Seit etwa 1940 experimentierten William Bradford Shockley, John Bardeen und Walter H. Brattain (Nobelpreis 1956) in den Bell Telephone Labs mit gezüchteten Germanium- und Silizium-Kristallen und stellten 1947 den ersten funktionsfähigen Transistor her, der die Elektronenröhre als Verstärker und Schalter ablöste. Praxistauglich wurde der Transistor allerdings erst 1952. Bell Labs stellte 1955 den ersten Computer mit 800 Transistoren und 11’000 Dioden vor, der 20-mal weniger Strom brauchte als ein vergleichbarer Röhrenrechner. Ab 1957 stellte Siemens den ersten volltransistorisierten Computer in Serie her. Weitere Investitionen in Bildung und Forschung folgten. Das Resultat waren Transistoren und integrierte Schaltungen aus Tausenden von Transistoren und weiteren Elementen auf einem kleinem Siliziumplättchen. Väter der neue Technologie waren u.a. Jean Hoerni (aus der Schweiz stammend, Fairchild Inc.) und Jack St. Clair Kilby (Texas Instruments).

Interessant zu wissen ist auch, dass das chemische Element Silizium – auf Englisch Silicon – Namensgeber für das Silicon Valley war.

Potential ausgeschöpft?

Das mooresche Gesetz besagt, dass sich die Komplexität integrierter Schaltkreise mit minimalen Komponentenkosten regelmässig in einem Zeitraum von 18 Monaten verdoppelt. Unter Komplexität verstand Gordon Moore, der das Gesetz 1965 formulierte, die Anzahl der Schaltkreiskomponenten auf einem integrierten Schaltkreis. Gelegentlich ist auch von einer Verdoppelung der Integrationsdichte die Rede, also der Anzahl an Transistoren pro Flächeneinheit. Dieser Technologiefortschritt bildete eine wesentliche Grundlage der “digitalen Revolution”.

Langsam aber sicher kommt die Silizium-Technologie an ihre Grenzen. Die Zukunft liegt in atomaren Schaltungen.

Wearable Devices 1.0

Anfang der 1980er Jahre hatte die Entwicklung der Siliziumtechnologie einen Stand erreicht, der es erlaubte, ganze Rechenwerke auf einem Mikrochip zusammenzufassen. Solche Mikroprozessoren ermöglichten es, Computer für den Schreibtischgebrauch herzustellen. Die Computer wurden immer kleiner, bald tragbar; der erste Schritt in Richtung “Wearable Devices” war getan.

Robert Weiss hatte uns aus seiner Sammlung diverse “antike” Wearable Devices mitgebracht. Zumindest die “Digital Natives” unter den Mitstudierenden dürften sich nicht mehr an Geräte wie das NATEL A (1978) oder NATEL B (1983) erinnern. Wer hatte ein “Knochen-Handy”? Und wer besass einen “Palm Handheld”? Auch die Vorgänger der heutigen “Tablets” waren in der Sammlung vertreten.

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Am Schluss des Referats zeigte uns Robert Weiss einen Überblick über den “Wearable Tech Market” von vandrico.com. Schliesslich beendeten wir den Nachmittag mit einem Blick in die Kristallkugel und einer Diskussion über unsere persönlichen Erfahrungen mit “Wearables”.

Wearable Techmarket