Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management schreibt Caroline Bamert:

Prof. Dr. Christian Hoffmann hat heute über den Tod der Gatekeeper, sprich wie die Medienkonzerne die Kontrolle darüber verloren haben, worüber in der Welt gesprochen wird, doziert.

Demokratisierung des Informationsprozesses Früher entschieden wenige Medienschaffende (Gatekeeper), welche Inhalte die Leser interessieren und publizierten diese in ihren Medien. Eine Leserpartizipation war selten möglich. Durch das Web 2.0 hat sich dieses Ungleichgewicht radikal verändert. Heute kann jeder, der will am Mediengeschehen teilnehmen. Auch orientieren sich die Medienschaffenden heute am Geschreibsel und Getwittere der Massen. Denn was die Massen bewegt, scheint zu interessieren und wird publizistisch aufgenommen. Diese Demokratisierung des Informationsprozesses wurde durch die Userfreundlichkeit vom Web 2.0 möglich gemacht.

Wer wissen will, was aktuell auf der Welt geschieht, informiert sich über Twitter oder anderen Online-Media-Plattformen. Wer wissen will, was gestern passiert ist, abonniert eine Printzeitung. Da News möglichst neu sein sollten, hat das Medium “abonnierte Tageszeitung” stark an Auflage verloren.

Sozialisierung, Egomarketing und Netzwerke Der Erfolg der sozialen Medien liegt in der Natur des Menschen. Er liebt es zu teilen und interagieren, sich selbst zu vermarkten und seine Glücksmomente mit Freunden und Bekannten zu teilen. Menschen haben dies schon immer gemacht. Dank den Social-Media-Netzwerken geht es einfach schneller und das erreichte Zielpublikum ist erst noch grösser. Apropos Netzwerke: Das Experiment “Six Degrees of Separation” beweist den Mythos “It’s a small world”, der besagt, dass jeder Mensch mit einer anderen Person durchschnittlich durch maximal sechs Personen getrennt ist.

In der Lehre der “Aufmerksamkeits-Ökonomie” wird die Aufmerksamkeit des Menschens als knappes Gut betrachtet. Mit der zunehmenden Vernetzung und den Online Medien sinken die Kosten für Information und Unterhaltung immer weiter. Begrenzend ist nicht mehr der Zugang, sondern die Aufmerksamkeit.

Mein Fazit? Der Gatekeeper ist tot, es lebe der Barkeeper.