Aus dem Unterricht des CAS Social Media Management berichtet Patrick Herr:

Ein neugieriger Samstagnachmittag mit Markus Maurer ist wie hungrig in die Migros gehen: Du schleppst brutal viel mit nach Hause. Eine Zusammenfassung zu Dingen wie kreisender Erregung, Mohrenköpfe in Malaysia und wieso man an gewissen Orten besser nicht von Social Media spricht.

… und wer war im März 1995 in den Charts?

„Warum Social Media? Umdenken in Unternehmen“ – das ist das Label von Markus Maurers Präsentation. Er vergleicht die heutige Situation mit der, von Mitte der 90er Jahre.

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Ja. Im März 1995 war Vangelis die Nummer 1 der Charts, GC wurde Fussballmeister, Kaspar Villiger amtete als Bundespräsident und in der Schweiz waren 412 (vierhundertzwölf!) Seiten mit der Endung .ch registriert. „Machen wir auch so eine Homepage“ lautete damals die Diskussion in den Unternehmen. Eine Frage, die sich heute nicht mehr stellt. Das ist noch keine zwanzig Jahre her. Remember?

2014 wird diskutiert, ob man „auf dem Facebook“ einsteigen soll. In ein paar Jahren wird man milde darüber lächeln. Bis es soweit ist, müssen aber die Entscheidungsträger (GL, eGL oder wie sie auch immer heissen) von Social Media überzeugt werden. Und das ist in der Regel ein Kampf von Vorurteilen, Skepis und Ressourcen vs. Argumente.

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Macht Social Media Sinn?

Das ist die Frage, die sehr oft im Mittelpunkt steht. Wie bei allem, was neu ist.

Dieselbe Frage wurde ja schon bei Webseiten gestellt, bei der Einführung des Telefons und von E-Mails. Tatsache ist: Social Media ist in erster Linie ein Kommunikationskanal. Wie eine Webseite, wie E-Mails, wie das Telefon, die Buschtrommel, Rauchzeichen oder Höhenmalereien. Halt einfach neu. Genau darum macht Social Media Sinn: Weil die Menschen sich auf diesem Kanal austauschen. Und wer sich dieser Entwicklung verschliesst, zieht eine Mauer zwischen sich und den anderen hoch. Aber dass die Mauer weg muss, das wissen wir schon seit 1989.

Denn nur wer mitsegelt, hat eine Chance, sagt Markus Maurer. Bestes Beispiel ist die Musikbranche, die sich nicht verändern wollte und durch die Umstände völlig umgekrempelt wurde. Hotellerie (Tripadvisor, AirBnB) oder Verkehr (Uber) sind andere Stichworte.

Markus untermaurert seine Thesen mit Peter Kruse, seinem persönlichen Helden. Das sind drei Minuten für die Ewigkeit. Die eingangs erwähnte „kreisende Erregung” – hier ist sie zu hören.

Some perfect hits

Damit haben wir die GL aber noch nicht überzeugt. Der Boxkampf geht weiter. Hier eine kleine Auswahl von Maurer-Quotes, mit denen man einen Treffer landen kann:

  • Sprecht nicht über Social Media, das erschreckt den „alten Mann“ in der GL. Sprecht stattdessen vom digitalen Wandel.
  • Bietet Lösungen an. Zeigt auf, wie das Unternehmen von Social Media profitiert
  • Social Media hat keine Zukunft – Social Media ist Realität und Alltag. Immer mehr.
  • Es gibt einen Kulturwandel: Firmen werden an dem gemessen, was sie machen. Nicht mehr an dem, was sie sagen
  • Das mobile Internet treibt Social Media zu einem noch schnelleren Wachstum an – wer nicht mitsegelt, geht unter
  • Das Kundenverhalten hat sich geändert: Information, Preis, Test, Empfehlungen – alles online verfügbar
  • It’s NOT about technology – it’s about customers: Inhalt, Inhalt, Inhalt!
  • Kontrolle ist unmöglich, aber wir können unseren Kunden zuhören, mitmachen und lernen
  • Die Giesskanne ist out. Mit Social Media kann man zielgruppengerecht werben
  • So werden heute Reisen gebucht: 12 mal googeln, 21 Reisesites besuchen und 29 Tage bis zur Entscheidung. Und was macht dein Unternehmen im Netz?

Der affine Leser nickt. Genau. Passt. Punktlandung. Aber das sehen nicht alle so.

Workshop – Wir spielen Verkauf

Die Ausgangslage des kleinen Workshops war folgende: Antrag für eine Fanpage des Brands auf Facebook und Twitter bei der GL. Ich will 40’000 Franken jährlich und eine 40-Prozent-Stelle für die Bewirtschaftung der Kanäle.

Ich bin nicht sicher, ob das Budget für die Mohrenköpfe in Malaysia oder das soziale Bier gesprochen worden wäre. Aber lehrreich war es alleweil.

Die Situation in der GL ist nicht viel anders, als die im Netz: Battle for attention & Know the customer. Deine Kunden sind die Chefs, die Entscheidungsträger. Du willst ihr Geld und ihr Vertrauen. Was heisst das? Sprich die Sprache deiner Kunden, biete Lösungen an, stelle das Bedürfnis der Kunden in den Vordergrund, mach deinen Kunden das Leben einfacher – und rede nicht Wischiwaschi sondern Klartext. Denn du bist nur ein Traktandum von vielen, du hast 10 Minuten Zeit und maximal 5 Slides.

Was bleibt

  1. Der Verkauf eine Kernkompetenz des Social Media Managers
  2. Kenne deine Argumente und deine Tools
  3. Soignez les détails (Google Maps, AGB Facebook etc.)

Markus Maurer? Find ich gut. – PH