Aus dem Unterricht des CAS Disruptive Technologies mit Christophe Vetterli berichtet Urs Reimann.

Einsatzgebiete der Methode

Werden in Firmen Innovations-Potentiale nicht zufriedenstellend gehoben, können Innovations-Management Methoden zu signifikanten Verbesserungen führen. Am Anfang der Methodenwahl sollte geklärt werden, welche grundlegenden Ziele verfolgt werden. Diese können zum Beispiel sein: Produktverbesserung, Produktinnovation, Geschäftsmodell-Innovation, Service-Innovation oder Ideen & Inspiration.

«Design Thinking» ist eine solche Methode bzw. ein Ansatz, welcher zur Erreichung der oben genannten Ziele angewendet werden kann. Obwohl das Thema «Design Thinking» aktuell sehr prominent diskutiert wird, existiert dieser Ansatz bereits seit den 80iger-Jahren. Als Entwickler und Vertreter der Methode gelten der Informatiker Terry Winograd, Larry Leifer und David Kelley, der Gründer der Design- und Innovationsagentur IDEO, die das Konzept auch vermarkten.

Die «Design Thinking» Methode zeichnet sich damit aus, dass diese im Gegensatz zu anderen Methoden wie «Stage Gate, TRIZ, Scrum oder Six Sigma» einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, sehr Kunden-Orientiert ist und speziell in folgenden Bereichen erfolgreich zu Anwendung kommt (Auszug aus der Unterrichtsfolie 11):

  • Disruptive innovation: creates a new market which unexpectedly overtakes an existing market.
  • Revolutionary innovation: an unexpected innovation in an existing market.
  • Incremental innovation: the gradual improvement of a product by using new insights.
  • Improvement / Development: the improvement / development of a product through better use of existing resources.

Ein zentraler Bestandteil der Methode ist, dass in kurzen Zyklen in Form von Gruppenarbeiten (Interdisziplinäre Teams, inkl. Kunde) einfache Prototypen gebaut bzw. diese sukzessive verbessert werden. Bei jedem durchlaufenen Zyklus werden die oft Dominaten Phasen wie «Orientierung und Planung» zugunsten der Phase «Bauen» immer kürzer. Die repetitiven Zyklen, führen zu vielen Erkenntnissen / Prototypen in kürzester Zeit.

BILD: (Auszug aus der Unterrichtsfolie 06)

Anwendung der Methode

Die «Design Thinking» Methode folgt einem iterativen Prozess. Dieser Prozess ist nicht eindeutig festgelegt. Es gibt je nach Quelle verschiedene Ausprägungen davon. Der Dozent Christophe Vetterli beschreibt den Prozess in seinem Script wie folgt:

  • Phase 1) Needfinding and Instandt Expertice (Understand, Observe, Synthesize)
  • Phase 2) Brainstorm (Ideate)
  • Phase 3) Prototype (Build)
  • Phase 4) Test (Learn)
  • Phase 5 (Re-Define the Problem (Designs never ends)

Eine weitere weit verbreitete Ausprägung des «Design Thinking» Prozesses kommt von der «Universität Stanford», wo auch der Mitbegründer der «Design Thinking» Methode David Kelley als Professor aktiv ist.

Grundsätzlich folgen die verschiedenen Ausprägungen jedoch denselben Grundsätzen.