Aus dem Unterricht des CAS Digital Leadership mit Prof. Falk Uebernickel berichtet Oliver Huber:

Design Thinking ist Denkhaltung, Vorgehensweise und Methode zugleich. Der Ansatz ist Treiber von Innovation und Mittel strategischer Entwicklung.

Design Thinking basiert auf der Annahme, dass herausragende Innovationen erschaffen werden können, wenn Menschen unterschiedlicher Disziplinen in einem die Kreativität fördernden Umfeld zusammenarbeiten, gemeinsam eine Fragestellung entwickeln, die Bedürfnisse und Motivationen von Menschen berücksichtigen und Konzepte entwickeln, die mehrfach geprüft werden. Design Thinking hat erst in den letzten Jahren zunehmend an Aufmerksamkeit erfahren, obwohl es bereits 1962 in den Grundzügen im Silicon Valley entstand. Als geistiger Vater des Design Thinkings gilt Larry Leifer, Professor in Mechanical Engineering an der Stanford University.

Falk Uebernickel, unser Referent und “Coach“ an diesem Donnerstag, versprach uns einen lehrreichen sowie intensiven Praxistag und er sollte Recht behalten – Wir wurden gefördert und gefordert. Als “Warm up“ durften wir innerhalb von 10 Minuten die Brieftasche unseres Sitznachbars neu gestalten und so den Design Thinking-Ansatz im Schnelldurchgang kennenlernen. Die Resultate des “Wallet Exercise“ konnten sich sehen lassen.

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Der Design Thinking-Ansatz ist “human centered“ – An den Bedürfnissen des Menschen orientiert. Wir tauchen also in die Welt des Konsumenten ein und bauen ein tiefgehendes Verständnis für Ihn und sein Handeln auf. Im Gegensatz zu anderen agilen Methoden wie z.B. SCRUM geht es beim Design Thinking nicht um das Lösen von bekannten Problemen. Der Prozess zielt vielmehr darauf ab, möglichst unterschiedliche Erfahrungen, Meinungen und Perspektiven zusammenzubringen, die dann die eigentliche, am Anfang unbekannte und oftmals diffus anmutende Problemstellung (“Wicked Problem“) herausfiltert, welche dann als Grundlage für die Innovationsentwicklung steht. Doch wie sieht dieser Prozess im Detail aus?

Der iterative Prozess des Design Thinkings besteht aus folgenden fünf respektive sechs Schritten:

design-thinking

Iteration bedeutet, dass der Prozess mehrfach wiederholt wird. Man nähert sich also “step by step“ einer möglichst optimalen Lösung an. Durch das wiederkehrende Durchlaufen des Prozesses können neue Insights / Learnings generiert werden und die Innovation respektive Lösung somit stetig verbessert werden. Im Rahmen der “Healthy Food Challenge“ durften wir die einzelnen Schritte des Design Thinkings dann auch gleich praktisch anwenden. Die Aufgabenstellung: „Create a product or service somewhere in the intersection of Food & Health for the Consumer market“ –  Here we go…

Define

Was wissen wir alles über “Food & Health“ und was (noch) nicht? Um uns auf das Thema einzustimmen, tragen wir in einem ersten Schritt unseren (Un-)Wissensstand auf der “Design Space Map“ zusammen und diskutieren diesen in der Gruppe.

define

Needfinding

Wir tauchen ein in die Welt von Veganer Adi, Mutter Marianna und “Chefkoch“ Frank und versuchen deren expliziten, wie auch impliziten Bedürfnisse mittels Zuhören und Beobachten zu eruieren.

needfinding

Synthesis

Die Statements und Beobachtungen werden auf Post-its transferiert, in die “Design Space Map“ integriert und in der Gruppe diskutiert. Nachdem alle Teilnehmer den gleichen Wissensstand zu den Personas besitzen, versuchen wir die Statements und Beobachtungen zusammen mit unseren Punkten aus der Define-Phase zu gruppieren und aus diesen Cluster neue Insights herauszubilden.

synthesis

Ideate

„From problem to solution space“. In einer intensiven Brainstorming-Session versuchen wir die Insights in inspirierende Ideen zu transformieren. Dabei werden mögliche Lösungsansätze nach dem Prinzip “How might we…“ zusammengetragen und erst in einem nächsten Schritt für das anschliessende Prototyping bewertet und priorisiert.

ideate

Prototyping

Nach dem Ansatz “Right / Rapid / Rough“ entwickeln wir mit viel Enthusiasmus erlebbare Prototypen und präsentieren diese zum Schluss des Unterrichts der Klasse. Falk Uebernickel zeigt sich ab den vorgestellten Resultaten begeistert.

prototyping

Testing / (Re)Define

In Realität würde nun das Testing starten und die daraus gewonnen Erkenntnisse wieder in den iterativen Prozess des Design Thinkings einfliessen. Wir beschliessen aber mit der Präsentation unserer ersten Prototypen diesen inspirierenden Schultag.