Aus dem Unterricht des CAS Mobile Business mit Karin Christen berichtet Nadine Hirs:

Auch im zweiten Teil des Themas Mobile Web Technology nimmt uns die Interaction Designerin Karin Christen auf einen technischen Exkurs mit.
Das gemeinsame Grundverständnis, das im ersten Teil erarbeitet wurde, bildete die Basis für die nachfolgende Vorlesung mit Schwerpunkt auf nativen und hybriden Apps.

Kurz zu den Unterschieden der einzelnen App-Formen:

  • Web App (HTML 5 App)
    Plattformübergreifende Anwendung, die im Browser läuft. Da jedes Smartphone/Tablet einen Internetbrowser besitzt, können Web Apps auf allen Plattformen genutzt werden.
    Im Hintergrund stehen die üblichen Web Technologien, wie HTML5, CSS und JavaScript. Die Grenze zwischen den Web Apps und herkömmlichen Webseiten ist durch die starke Verbreitung von HTML5 allerdings ziemlich fliessend geworden.
  • Native App
    Installiert auf einem Device. Wird mit Hilfe von Tools und Sprachen, die durch die entsprechenden Plattformen unterstützt werden entwickelt. Native Apps laufen ausschliesslich auf den Zielplattformen.
    iOS – XCode/Objective-C/Swift
    Android – Eclipse/Android Studio/Java
    Windows – Visual Studio/C#
  • Hybride App
    Der Versuch das Beste aus Ansätzen von nativen Apps und Web Apps zu vereinen. Hybride Apps basieren auf Web Technologien wie HTML5, CSS oder Java Script und laufen in einem Webview Container, sind allerdings als native Apps verpackt, damit sie auf native APIs und Funktionen vom entsprechenden Betriebssystem zugreifen können. Sie unterscheiden sich optisch kaum von nativen Apps.
  • Content matters!
    Steht die Einführung einer nativen App zu Diskussion, sollte jeweils beachtet werden, auf welchen Plattformen programmiert wird, und wie das Streuungsspektrum der Zielgruppe verläuft. Zudem existieren durchaus Prozesse, die auf einer Web App die Kundenfreundlichkeit einer Organsiation unterstreichen, aber auf einer nativen App störend wirken.

Folgende Features können auf native APIs zugreifen:
Voice, GPS, Kamera, Kontakte, Push Notification, Acceleromator, In-App Purchases, Device Pairing, etc.

Eine Übersicht zu Entscheidungskriterien verdeutlicht nochmals die Unterschiede der einzelnen App-Typen.
Zudem gilt die generelle Empfehlung diese Matrix in grundsätzliche Überlegungen bezüglich strategischer Ausrichtung, Zielpublikum etc. künftiger Apps einfliessen zu lassen, da sie die relevantesten Merkmale abbildet.


Analog zu bestehenden IT Systemen existiert auch im App-Universum keine eierlegende Wollmilchsau, und wie üblich gilt auch hier der Hinweis nach einem sauberen Requirements Engineering, um mit Karins Worten zu schliessen:
“There is no one-size-fits-all solution for a mobile development process”.