Aus dem Unterricht CAS Digital Finance mit Dozent Martin Meyer berichtet Studentin Angela Di Rosa.

Innovativ denken?

«Formuliere eine Vision und denke 5 Jahre voraus», so lautete eine Aufgabe an die Klasse ‘Digital Finance’.

Trotz unseren Bemühungen valable zukunftsgerichtete Innovationen zu erforschen, zeigte uns unser Dozent Martin Meyer, Innovation & Client Centric Design bei UBS Wealth Management, schon sehr bald auf, dass unsere Neuerungen in weniger als 2 Jahren bereits anwendbar sind und somit keine Visionen oder weit entfernte Innovationen sind.

Doch scheint so, dass unsere Klasse diesbezüglich nicht einzigartig ist, und wir im Alltag allgemein oft zu kurzfristig denken. Im Geschäftsleben geht es praktisch immer darum, rasche Veränderungen in ein Unternehmen und in bestehende Prozesse zu bringen. Die Gründe sind vielfältig: aufholende Konkurrenten, neue Verhaltensmerkmale der Konsumenten, bis hin zu Kosteneinsparungen und vieles mehr. Man wünscht sich sofort wirksame und kosteneffiziente Massnahmen und bleibt dadurch in der Gegenwart stecken. Offensichtlich fehlt die Zeit, um wirklich in die Zukunft zu blicken und neue Businessmodelle zu schaffen! Am Beispiel der Finanzindustrie sehen wir aber doch schon etliche Erfolgsgeschichten, wie sich rasch ein Umfeld verändern lässt.

Momentum nutzen!

Die Stars in der Finanzbranche (auch Fintechler oder Fintech Start-up’s genannt) lösen aus der komplexen Wertschöpfungskette der Finanzindustrie einen einzelnen Prozess heraus, definieren ihn unabhängig von jeglichen Systemen und festgefahrenen Unternehmensabläufe neu, und entwickeln einfache, innovative und zukunftsorientierte Lösungen.Wie viele solcher Stars es bereits in der Schweiz sind, zeigt dies am besten die ‘Born in Switzerland’- Map, welche regelmässig von Luc Schuurmann, Head Private Banking, Exec. Mgmt Bank Linth LLB AG, aufdatiert wird.

Bist du (auch) ein Visionär?

Alfred Escher hat es vorgemacht. Er war ein Schweizer Visionär, der seine Ideen gegen alle Widerstände umgesetzt hat. Er hat nicht nur den Gotthardtunnel gebaut – sondern daneben auch ein komplettes Ökosystem gebaut, das sein Projekt unterstützte (Crédit-Suisse, ETH, etc.). Von diesen Unternehmertypen gibt es heute leider viel zu wenige.

Es gibt kein Erfolgsrezept für angehende Visionäre oder erfolgreiche Intrapreneure bei Banken, aber diese Punkte können dich unterstützen, eine Vision Wirklichkeit werden zu lassen:

  • Suche dir einen Ambassador / Sponsor aus dem Senior Management
  • Baue ein Netzwerk auf, wobei du auch gleich die negativen Influencers abholst
  • Setze bei den jeweiligen Ansprechpersonen auf der richtigen Flughöhe an
  • Wähle den richtigen Zeitpunkt
  • Gib nicht beim ersten Widerstand auf – bleib am Ball und bleib hartnäckig
  • Mit Rückschlägen musst du rechnen
  • Vision versteht nicht jeder, aber die Problemlösung und den Kundennutzen kannst du schildern
  • Mit einer frechen Diplomatie kommt man oft weiter als man denkt 😉

«Schlussendlich aber entscheidet die Firmenkultur!»

So das Feedback von unserem heutigen Dozenten, denn bei einem Change in der heutigen Finanzindustrie sind 75% des Aufwandes im kulturellen Bereich zu finden und nur 25% bei der Technologie!

Nun lass uns aber auch die Unternehmerseite analysieren. Nehmen wir an, die Unternehmerkultur stimmt, dann

  • befähige deine Mitarbeiter ihre eigenen Ideen zu entwickeln
  • von 10 innovativen Ideen sollte mindestens 1 umgesetzt werden
  • motiviere und wertschätze die Mitarbeiter, befreie den angehenden Visionär 2-3 Tage vom Alltagsgeschäft damit er sich 100%ig der neuen Idee widmen kann.

Hierzu gibt es fix und fertige Starter-Packages: z.b. die Swisscom Kickbox oder du kreierst eine eigene Innovationsbox für deine Firma!

Back to the Future!

Wenn schon in die Stapfen eines Innovators, dann soll auf jeden Fall auch ein Blick den Megatrends gewidmet werden.

Wann ist der Trend Mega?

Gemäss dem amerikanischen Futurologe John Naisbitt, muss eine solche strukturelle Veränderung global, von sozialen Schichten unabhängig, sowie über eine längere Zeit beobachtbar sein, und zwar in den unterschiedlichsten Aspekten. Das heisst, wir werden gegenwärtig bereits von den zukünftigen Megatrends begleitet.

Typische Megatrends sind Globalisierung, Individualisierung, Urbanisierung, Digitalisierung, Global Aging, Konnektivität und Sicherheit.

Dies ist kein Metronetz, sondern die Zwischenhalte (Subtrends),welche sich auf dem Weg zum Megatrends entwickeln.

Megatrend-Map

 

Subtrends sind Chancen

Durchbreche das vorhandene Muster im Unternehmen und nimm diese Chancen als dein neuer Ausgangspunkt ein, um dich der/deiner neuen Idee zu widmen.

Möge der Trend die Macht sein aber vergiss nicht – der Mensch ist und bleibt im Zentrum!

Goodies und Inspirationen zum Thema

Eine weitere ausführliche Map kannst du auch hier abrufen (UBS WM Innovation Map).
Youtube-Video von Susanne Grieger-Langer, Profiler
Präsentation von Matthias Horx, Trend- und Zukunftsforscher / Gründer Zukunftsinstitut Deutschland & Österreich.