Aus dem Unterricht des CAS Digital Risk Management mit Sven Ruoss berichtet Daniel Schüpbach.

Sven Ruoss vorzustellen, wäre Wasser in den Rhein getragen oder, hier in Zürich, in die Limmat. Er war im laufenden Semester bereits am 10. Februar 2017 einmal als Referent mit dem Thema „Digitale Transformation“ bei uns im DRM17-1.

Der heutige Morgen knüpft an jene Inhalte vom Februar an und gibt uns folgende Erweiterungen (u.a. Geschäftsmodelle), welche stringent durch das gesamte Themengebiet verlaufen:

Zur Einleitung nimmt Sven in einem Intro den roten Faden zum vorangegangenen wieder auf.
Im zweiten Kapitel spricht er über die sogenannte GAFA-Ökonomie, im dritten und vierten Teil der Vorlesung besprechen wir vertieft über die Plattform-Disruption resp. Digitale Geschäftsmodelle und im letzen Teil des heutigen Morgen ist dann unter dem Thema „Business Modell Generation“ eine Gruppenarbeit angesagt.

Der letzte Teil des Scripts „Erfolgsstrategien im Digital Business“ konnte aus Zeitgründen nicht mehr behandelt werden. Ich werde aber zur Ergänzung den einen oder anderen Hinweis aus der Präsentation von Sven in den Blog einbinden.

  1. Intro

    Zur Einleitung erzählt uns Sven die Erfolgsgeschichte des 20 Minuten News Magazines. Als dieses neue Zeitungsformat, und damit auch verbunden neue Geschäftsmodell, erschien gaben alle etablierten Verlagshäuser dem neuen Zeitungskind keine 12 Monate Überlebenschance. ABER – bereits nach kurzer Zeit etablierte sich dieses neue Zeitungsangebot zum erfolgreichsten Verlagsartikel in der Schweiz und somit auch rentabelsten zu jener Zeit.
    Verglichen mit der Gegenwart musste zu jener vom Verlag eine umfangreiche und kostenintensive Vorarbeit geleistet werden. Heute sind ganz andere Formen der Finanzierung möglich.
    Am Beispiel einer neuen Online-Nachrichten Plattform Republik zeigt Sven die Dynamik einer Finanzierungsmöglichkeit auf. Innerhalb kurzer Zeit hatten die Macher mittels Crowdfunding einen Weltrekord im Sammeln von Geld aufgestellt. Das Ziel war CHF 750’000 für den Beginn zu erhalten.
    Am ersten Tag nach dem Start des Crowdfundings hatten die Organisatoren bereits CHF 1’884’000 zusammen. Ein paar Tage später waren es bereits über CHF 2 Mio. von rund 8’500 Unterstützern – Weltrekord. Die Konklusion aus dieser Geschichte: Die Verlagsbranche, stellvertretend für so viele Branchen und Sektoren, muss neue Geschäftsmodellle überlegen und implementieren. Alleine der Werbemarkt für Printmedien in der Schweiz verliert im laufenden Jahr rund 20% an Umsatz – das macht nicht wirklich Spass!

    Wo stehen wir heute in der digitalen Transformation?
    Die Digitalisierung verändert schlussendlich unser Verhalten, die Produkte und Dienstleistungen resp. das Angebot und ganze Unternehmen.

    Heute sprechen wir von neuen Geschäftsmodellen, die Leute „süchtig“ machen, so dass Geld damit verdient werden kann.

  2. GAFA – Ökonomie

    GAFA = Google, Apple, Facebook, Amazon. Lasst uns einmal genauer hinsehen, was diese Unternehmen, Champions, besonders gut machen. Die Kundenbeziehungen werden durch diese Gatekeepers aufgebaut. Der direkte Kontakt zum Produzenten geht (ein wenig bis substantiell) verloren. Der Mehrwert liegt klar im Wissen der Kundendaten.

    Der Trend ist beängstigend aber Realität: Die Grossen werden noch grösser und die Kleinen sterben aus.

    Die probevollen Kriegskassen ermöglichen zudem eine Diversifikation in klassische Business Modelle, um einen zusätzlichen zeitlichen Vorsprung zu erhalten.

    Man kann sagen, dass die Technologie Players die Macht übernommen haben. GAFA drängen in alle Branchen und Segmente.

    Horizontale und vertikale Diversifikation werden durchexerziert (verwirrend, ist im Modell grad umgekehrt dargestellt).

    Definition gemäss Wikipedia

    Zudem befinden wir uns im dritten Zyklus, in Abhängigkeit auch vom Internet der Dinge. Small-Screens überholen gerade die Big Screens. GAFA fokussieren stark auf Mobile.

    Warum lieben Nutzer diese digitalen Champions?

    Ganz einfach, weil sie Dienste designen, die sich in unseren Alltag integrieren lassen.

    Dies Erfolgsrezept lässt sich mit der „Zahnbürste nachvollziehen, resp. testen.

  3. Plattform-Disruption

    Wir sprechen über die Entwicklung der Geschäftsmodelle anhand einiger Bsp. u.a. Uber, airbnb, alibaba. Uber hat keine Produktionskosten mehr, airbn ebenfalls… Eigentlich ist es, nichts anders als ein digitalisiertes Vermittler-Business. Für Endkunden müsste es eigentlich besser sein, da die  Produktionskosten billiger werden. Wenn wir aber die Kennzahlen vergleichen, stellen wir folgende Relationen fest: Welche Definitionen von  Plattformen verwenden wir mit Sven: innovationspalttformen vs. transaktionsplattformen

    Theorie zu Plattformen: Wer die Norm macht, hat die Macht!

    Diese Entwicklung ist spannend, aber auch hoch riskant -> Monopolbildung – the winner takes its all Mentalität breitet sich aus.

    Aber – Die Eintrittshürden (Entwicklungs-/Produktionskosten) für neue Marketplayers sind dafür nicht so hoch. Es benötigt aber ein enorm grosses Marketing-Budget, damit man überhaupt von potentiellen Kunden wahrgenommen wird. Als Beispiel sei die „SIROOP Kampagne“ von Coop und Swisscom erwähnt – ist damit bereits ein Erfolg garantiert??

    Ein erfolgreiches Rezept zeigt uns Amazon mit dem Amazon go Projekt auf. Dank solchen Aktionen schafft es Amazon in einem eher kleinen oder einem nicht vorhandenen Wachstumsmarkt trotzdem zu wachsen.

  4.  Digitale Geschäftsmodell

    In der ganen digitalen Welt sieht man eine Tendenz; d.h. früher, brauchten Unternehmer viel Geld für die Gründung!

    Heute, eher kleine Investitionskosten, da sehr viel „virtuelles“ Geld vorhanden ist.

    Die „Start-Kosten“ haben sich verlagert, hin zu Marketingkosten und einer Veränderung der Mitarbeiter Know-hows. Man kann sagen, dass das digitale Geschäftsmodell eigentlich sehr eng mit Plattformen verbunden ist.

    Es gibt nur wenige neue Geschäftsmodelle, die nicht mit Plattformen in einer Relation stehen.

    Als Beispiel sei an dieser Stelle Blacksocks erwähnt. Mit dem Abo Gedanke wird zusätzlich ein weiteres Kunden-Bedürfnis abgedeckt.

    Geschäftsmodelle verschieben vom Produkt hin zum Service Gedanken.

    Als Bsp. dafür sei der Nike Rennschuh erwähnt.

    Oder einmal mehr, Uber – es ist so einfach, darum wollen wir es weder missen noch unseren persönlichen Lebensablauf, Tagesablauf ändern.

    Im Anschluss gibt uns Sven noch eine Übersicht der digitalen   Geschäftsmodelle.

    Was sehr stark im Aufwind ist, wie bereits erwähnt, ist der ganze Bereich vom Internet der Dinge. Manchmal ist aber auch eine Idee einfach zu früh. Am Bsp von  Shazam, die Idee ist 1999 entstanden, das Unternehmen 2002 gegründet, konnte der Durchbruch erst mit dem aufkommenden Smartphone, ab 2007, beginnen.

    Ein digitales Geschäftsmodell basiert aber grundsätzlich auf folgenden Pfeilern = Teilen statt haben!!

  5. Business Modell Generation. Im letzten Teil des Morgens gab es dann eine Gruppenarbeit. Aufgabe war das Erstellen eines Business Modells für eine fiktive Neugründung.

    Die Ausarbeitung und Präsentation sollte auf dem Grundprinzip von Canvas basieren.

    Folgende 5 Ideen wurden vorgetragen:

    Your Butler / Kopieren die idee von Uber für Hausdienste.
    brondobrod – aber subito (blaue post-it)
    You name it – smart home
    happy pens – glückliche haustiere – all in one Dienstleistungen rund ums Haustier.
    versicherungsplattform – input der bedürfnisse auf plattform, anbieter können angebote abgeben.

  6. Erfolgsstrategien im Digital Business