Aus dem Unterricht des CAS Disruptive Technologies mit Dozentin Cornelia Diethelm zum Thema «Digital Ethics – Erfolgreiche Kundenorientierung für neue Geschäftsmodelle» berichtet Studentin Michelle Gisler.

Digital Ethics ist in diesem Jahr einer der 10 Technologietrends nach Gartner und bringt durch den Einsatz von neuen Technologien ganz neue Fragen auf. Welche Herausforderungen entstehen und auf was Unternehmen achten müssen, durften wir an einem spannenden Freitagvormittag von Cornelia Diethelm erfahren.

We will never achieve technology’s true potential without the full faith and confidence of the people who use ist. – Tim Cook

Das Vertrauen der Menschen an ein Unternehmen ist extrem wichtig und darf nicht vernachlässigt werden. Unternehmen, welche die Unsicherheiten und Anliegen der Kunden bspw. betreffend persönlichen Informationen nicht ernst nehmen, riskieren eine Gegenreaktion.

Was ist Digitale Ethik?

Cornelia Diethelm beschreibt die Ethik als Helikopterperspektive. Man schaut von oben das Verhalten und die Reaktionen der verschiedenen Akteure und versucht nach den folgenden Grundsätzen zu handeln:

  • Kritische Reflexion der Moral
  • Argumentative Begründung
  • Stakeholder-Orientierung
  • Sich selbständig ein Urteil fällen

Dark pattern ist ein user interface, welches einen Menschen irreführen soll und beispielsweise zu einem ungewollten Abschluss bringt. Ein gutes Beispiel dafür ist das Cookie-Pop-up der Swiss.

Beim Akzeptieren der Cookie-Einstellungen stösst man auf das Pop-up, bei welchem man auswählen kann, für was man seine Daten zur Verfügung stellen möchte. Beim Bestätigen seiner Auswahl klickt man dann aus Reflex auf den roten Button und es werden alle Daten automatisch für jegliche Zwecke freigegeben. Wir haben rege darüber diskutiert, ob und wieso das ethisch nicht korrekt ist. Durch solche dark patterns kann das Vertrauen der Kunden schnell verloren gehen. Es ist also gesunder Menschenverstand gefragt und es sollte nicht nötig sein, solche Irreführungen durch Gesetze zu verbieten.

Die Moral

Man unterscheidet folgende drei Bereiche der Moral:

  • Alltagsmoral: Normen und Werte, die unser Verhalten im Alltag bestimmen. Bspw. Anstandsregeln, politische Überzeugungen, Religion und weitere moralische Grundüberzeugungen.
  • Recht: Positives Recht, das durch staatliche Zwangsgewalt durchgesetzt wird wie Verfassung, Gesetze und Ausführungsbestimmungen.
  • Berufsethos: Normen und Werte der eigenen Berufsgruppe; bestimmt durch Ethik-Kodizes und individuelle Überzeugungen.

Technische Entwicklungen beeinflussen die Moral, welche zudem nicht überall gleich verstanden wird und historisch sowie kulturell wandelbar ist.

Was bringt die Zukunft?

Der Japaner Akihiko Kondo heiratete im Jahr 2018 die Comic-Figur und virtual reality Sängerin Hatsune Miku. Er ist der Meinung, dass man alle Arten von Liebe betrachten muss. Auch über Sexroboter haben wir gesprochen – Haben diese auch Rechte und wie soll damit umgegangen werden?

I believe we must consider all kinds of love and all kinds of happiness. – Akihiko Kondo

Nicht zu vernachlässigen sind menschliche Fähigkeiten, die in der Zukunft wichtiger werden, da diese nicht durch eine Maschine ersetzt werden können:

  1. Kommunikation
  2. Inhalt
  3. Kontext
  4. Emotionale Kompetenz
  5. Weiterbildung
  6. Netzwerke
  7. Ethik

Die schnellvorantreibende Digitalisierung wird noch eine Menge Fragen hervorrufen. Diese Fragen betreffen uns alle, egal ob als Privatperson, als Mitarbeitende einer Firma oder als Teil der Gesellschaft. Es gilt also:

  • Kritischer sein
  • Mit Verstand überlegen: Ist das möglich?
  • Wissen, welche Möglichkeiten es gibt
  • Kommunikation vorantreiben.

Weitere spannende Insights zum Thema Digital Ethics findet man im Whitepaper der HWZ.