Aus dem Unterricht des CAS Digital Leadership mit Patrick Comboeuf berichtet Lawrence Schmidmeier und Fabian a Marca:

Mit dem Leitsatz «This program is not about learning of facts, but a training of your mind to think» starten am 9. Februar 24 Studenten der HWZ in die erste Stunde des CAS DLS 18-1 mit dem Ziel, in den Olymp der Digital Leaders aufzusteigen.

Nach Bekanntmachung der Spielregeln und Patricks Erwartungshaltung an die Studierenden, diskutieren wir fünf provokante Thesen im Plenum:

  1. Digitization in Switzerland – we ain’t seen nothing yet
  2. Die Zukunft ist nicht aufzuhalten
  3. Die grösste Bedrohung für etablierte Branchen kommt von ausserhalb
  4. Die heute gelebten Führungsmodelle haben ein baldiges Ablaufdatum
  5. Alle Unternehmen müssen sich mit der folgenden Fragestellung auseinandersetzen: «Wie würden wir unser Unternehmen zerstören, wenn wir das wollten?»

Was heisst das nun? Die Welt ist im Wandel. 8 von 10 Schweizer Unternehmen sind heute nicht digital ready und müssen sich fit trimmen für das digitale Zeitalter. Dafür braucht es mehr Digital Leader! Good News for us 😉

Von „Marketing is everything“ zu „Digital is everything“

Während früher Marketing die Königsdisziplin und ausschlaggebend für alles war, stehen heute der Kundenfokus und die digitale Excellence im Fokus. Was nützt das beste Produkt mit dem besten Preis, das beste (gekaufte) Rating mit dem grössten Filialnetz, die beste Distribution oder das grösste Marketingbudget heute, wenn morgen die Welt vielleicht ganz anders ausschaut? Kunden haben zunehmend höhere Erwartungen was Produkte und Services betrifft und immer mehr Start-ups drängen auf den Markt, um sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden. Die Luft wird immer dünner. Marketing ist nach wie vor wichtig, aber Themen wie Open Data, Plattformen & APIs sind die grossen Hebel der Digitalisierung. Alle Unternehmen in jeder Branche sind von der Digitalisierung betroffen. ALLE!

Zum Abschluss der Einführung beamt Patrick das HWZ Digital Leader Manifesto an die Wand:

HWZ Digital Manifesto

Patrick Comboeuf gab uns Einblicke in das Rahmenprogramm der Silicon Valley Reise im Juni. Die 2 Gruppen wurden noch einmal vorgestellt. Es wurde darüber hinaus die Möglichkeit erwähnt, dass Schüler in eine andere Gruppe wechseln können. Dies müsste aber im Laufe der Woche an Evi Tolis gemeldet werden.

Auf Folgendes wurde hingewiesen:
Wichtig für die Reise ist eine gute Vorbereitung. Die Schüler werden eine intensive Zeit miteinander verbringen. Dies bedeutet eine gute Vorbereitung für ein interaktives Mitmachen. Die Reise wird kein Urlaubs-Trip zur Erholung sein! Also bitte keinen Fokus auf Tinder Dates etc. Es wird auch kaum Zeit dafür übrig bleiben.

Verhaltensregeln wurden in der Klasse besprochen. Es wurde ausdrücklich darauf eingegangen, was erlaubt ist und was nicht. Es wurde uns ans Herz gelegt, die Regeln und Sitten in einem fremden Land zu beachten, was bedeute, sich auch angemessen auf Touren zu verhalten.

Eine gute Vorbereitung ist das A und O

In der Klasse übten die Studenten das persönliche Vorstellen. In 3er Gruppen konnten sich die Studenten näher kennenlernen, indem sie sich gegenseitig vorstellten (natürlich auf Englisch). Das eigene Vorstellen kann entweder fade runtergesprochen werden oder es kann interaktiv und einladend gestaltet werden. Dies ist eine Kunst, die geübt, das heisst „vorbereitet“ werden kann.

Wie kann man sich vorbereiten, um einen Mehrwert aus der Studienreise zu generieren?

Spezifische Fragen vorab vorbereiten! Studenten, mit der Absicht etwas herausfinden zu wollen, haben in den vergangenen Leadership Studienreisen am meisten profitiert. Beispiele wie ein guter Mehrwert generiert werden kann:

  • Gibt es Fragen zu deiner Arbeit, die beantwortet werden können?
  • Fragen, die einen Zusammenhang mit der CAS Arbeit oder Masterarbeit haben?
  • Gibt es Projekte, in dem ein Austausch hilfreich wäre, um eine andere Sichtweise zu erlangen?
  • Suchst du irgendwelche Inspirationen? Beispielsweise zu Technologien?

Natürlich können auch noch weitere Fragen gestellt werden.

Was bewegt das Business?

Nach der ausführlichen Einleitung zur Studienreise ins Silicon Valley kam man zu der Frage „Was eigentlich das Business bewegt?“ Menschen mit ihren Ideen und Bedürfnissen sind die Treiber von Business. Communities wiederum treiben Menschen an, beispielsweise mit Religionen, Beziehungen, Gruppenzusammenhalt, gemeinsame Interessen etc. Was aber treibt Communities an? Die Antwort ist „Content“, besser gesagt „Erinnerungen“.

Storytelling die Kraft des Erzählens

Es sind die Emotionen, die uns erst menschlich machen. Es sind Geschichten, die uns diese Emotionen erleben lassen. Wie gut Storytelling ankommt, sehen wir nur schon an den YouTube Views. Patrick Comboeuf zeigte der Klasse in diesem Zusammenhang ein paar schöne Beispiele:

EDEKA Weihnachtsclip – #heimkommen
ifolor Weihnachten

Storytelling ist eine Kunst für sich. Neben der Geschichte, die erzählt wird, muss dem Produkt oder der Marke eine Hauptrolle zugeteilt werden.

Jedes Produkt/Dienstleistung hat ein Ablaufdatum

Produkte werden geboren, haben einen Hype und sterben. Ein eindrückliches Beispiel ist hier der Apple iPod. Als der iPod herauskam war dies ein riesen Erfolg. Doch irgendwann hat das iPhone das Produkt iPod abgelöst. Es ist wichtig, die Lösung zu optimieren und nicht das Kundenbedürfnis. Anhand der folgenden Grafik kann die die S-Kurve von Produktlebenszyklen gut demonstriert werden.

S-Kurve-Produkte


Customer Experience

„80% aller Unternehmen glauben, sie bieten eine überdurchschnittliche Customer Experience“. Doch die Wahrheit ist bitter: „Ganze 8% ihrer Kunden stimmen zu“. Die Innen- und Aussensicht sind nicht immer kongruent. Das Nutzererlebnis bestimmt über den Erfolg. Die Lösung einer guter Customer Experience soll einfach sein und nicht den Kunden unnötig mit einer Flut von Informationen verwirren. Ein lustiges Beispiel dazu ist folgendes Video:

Google Analytics In Real Life – Online Checkout:
https://www.youtube.com/watch?v=3Sk7cOqB9Dk

Neue Business Modelle

In einem wachsenden Business entstehen manchmal neue ungeplante Business Cases. Die SBB ist ein riesiges Unternehmen mit Fokus „Dienstleistung Transport auf der Schiene“. Wird das Business Model auseinandergenommen, kommt zum Vorschein, dass die SBB 3800 Toiletten hat, die sie zur Verfügung stellen. Ein weiteres Beispiel ist die SwissLife. Der Lebensversicherungskonzern hat sich während der Jahre das grösste Netzwerk (semi-) professioneller Steuererklärungsausfüller aufgebaut. Ein ungenutztes Potential, mit dem ein ganz neuer Business Case aufgebaut werden könnte. In der Komplexität des Wachstums von Unternehmen wird oft das Potential für weitere Business Modelle ausser Acht gelassen, was früher oder später den Erfolg oder das Scheitern eines Unternehmens ausmachen kann.

Neues Potential nutzen: Amazon Buchladen mit neuen Konzept. Anstatt „Bestseller“ wird hier „Books Kindle Readers Finish in 3 Days or Less“ verwendet. Bücher können mit Smartphone und App gescannt und online bestellt oder heruntergeladen werden.

Zum Abschluss noch ein Foto von unserer Digital Leadership Klasse 2018! Die Köpfe rauchen und alle freuen sich bereits auf das erste Glas Wein beim Apéro!