Aus dem Unterricht des CAS Digital Insurance mit Dozentin Dipl.Ing. Britta Zuber zum Thema Leadership berichtet Peter Lüssi:

Für die erfolgreiche Transformation in die digitalisierte Welt braucht es erstens ein funktionsfähiges Team und zweitens ein starkes Leadership. Ein super Team mit super Leadern ist folglich Voraussetzung dafür. Einfach, nicht wahr? Nein, nicht ganz! Neue Prozesse bieten auch neue Herausforderungen. Die Generation Y hat andere Bedürfnisse als die ältere Generation. Somit sind diese gut zu managen. Mensch “sein” ist das Motto. So geht es dementsprechend darum, als Team zusammen zu finden und zusammen zu arbeiten.

Neue Prozesse – neue Herausforderungen im Digital Leadership

Einiges ist und wird anders und neu: Methoden, Strukturen, Kommunikationsformen, Prozesse, zeitliche und räumliche Rahmen, Arbeitsteilung. Daher sind in der Rekrutierung neue Wege zu gehen. So ist auch Agilität im Digital Leadership besonders gefragt. Neue Erfahrungen führen zu erhöhter Produktion neuer Hirnzellen. Nun, wie ist das zu verstehen? Sport, Schule, Spiel sind Erfahrungswerte älterer Generationen. Gamen, Smartphones sind wichtige Erfahrungswerte der neuen Generationen. Somit ändert sich das Denken und Verhalten. Damit richtig umzugehen, scheint demnach die hohe Kunst zu sein.

Vor- und Nachteile der Digitalisierung aus Sicht des Leadership

Je nach Betrachtung können somit die nachstehenden Punkte als Vor- oder Nachteile gesehen werden. Besondere Anforderungen werden damit an die Leaders gestellt:

  • Flexibilität: Steigt, arbeiten kann man somit von überall.
  • Selbstbestimmung: Ist nicht für jeden ein Gewinn. Leaders müssen den Draht zum Team finden.
  • Schnelligkeit: Letztlich mehr Zeit für Anderes.
  • Komplexität: Top Team nötig, runterbrechen auf Kompetenzen, Entscheidungen teilen, Vertrauen geben.
  • Zeit- und Ortsunabhängigkeit: Immer in Bereitschaft, letztlich Erschöpfungsgefahr.
  • Verantwortungsteilung: Dies bedingt fähige Leader, welche das Team auch gut einschätzen können. Wer kann was gut, was weniger gut?
  • Hoher Toleranz- und Verständnis-Level: Fehlertoleranz, Fehlermanagement.
  • Abgabe von Autorität und Entscheidungen: Demokratisch, “start up Feeling”.
  • Selbstorganisation: Kann zu Überforderung führen.

Der Transformationsprozess

Der Transformationsprozess stellt entsprechende Anforderungen an das Leadership. Geht es weiter, wie bisher? Oder braucht es andere und neue Kompetenzen? Alter Kuchen oder schliesslich neue “Cookies”?

In der Schulungsdokumentation von Britta Zuber im e-learning ist der Transformationsprozess (nach Kotter) wie folgt aufgezeigt:

  • Vertrauen und Kenntnisse über das Team gewinnen
  • Dringlichkeit vermitteln
  • Ziele und Zwischenziele unter Zusammenarbeit der Geschäftsführung und des Teams definieren
  • Zielumsetzung

Was habe ich dabei gelernt?

Vor allem: auch “small wins” sind wichtig! Bei der Zielumsetzung darf die Wertschätzung keinesfalls fehlen. Es soll auch mal die Erreichung eines Zwischenziels gefeiert werden. Aus der Sicht des Leadership wird die beste Transformation erreicht, wenn menschlich ein guter Draht zum Team vorhanden ist. Nicht nur das Fachliche zählt.

Dann ging es an die Arbeit beim ersten Workshop. Wir haben in Gruppen die für uns perfekte Führungskraft modelliert! So haben wir schlussendlich die “Eierlegende Wollmilchsau” erfunden!

Andreas beim Präsentieren workshop Leadership

Unruhe im Zimmer: Sie LIEST uns! Sie kann uns LESEN!

Dann, bei der Präsentation der perfekten Führungskraft, hat uns Britta Zuber in die Welt der Körpersprache eingeführt. Wow, faszinierend, aber auch etwas beunruhigend… Unweigerlich und deshalb haben einige begonnen, ihre Körperhaltung zu verändern. Ich auch. Gerade sitzen und Hände aus den Hosentaschen. Hände auf den Rücken, vor den Körper, gerade stehen beim Präsentieren. Wir haben den Händedruck geübt und interpretiert… Dabei haben wir den Hinweis auf Paul Ekman und seine Bücher bekommen. Diese befassen sich unter anderem mit nonverbaler Kommunikation. Die Fernsehserie “Lie to me” basiert ebenfalls auf seinen Erkenntnissen.

Die agile Führungswelt

Was ist “Agil” überhaupt? Dazu gibt es viele Meinungen und Attribute. Ich nehme mal diejenige nach Duden: “Agilität ist die Fähigkeit einer Organisation, flexibel, aktiv, anpassungsfähig und mit Initiative in Zeiten des Wandels und der Unsicherheit zu agieren.” Alles klar? In den Schulungsunterlagen sind ebenfalls Merkmale von agilen Teams aufgeführt. Diese helfen mir, das besser zu verstehen: Selbstorganisierend, Teamentscheidungen, keine disziplinarischen Vorgaben, Visualisierung des Workflows, Iteratives Vorgehen, Retrospektiven sowie Daily Stand-ups. Dort sind auch einige wichtige agile Werte zu finden: Verlässlichkeit, Einfachheit, Feedback, Fokus, Kommunikation, Mut, Offenheit und Respekt.

Wir haben dann in Arbeitsgruppen funktionsfähige und agile Teams gebildet. Besseres kennenlernen und Austauschen unserer Werte waren dabei sehr wertvoll. So habe ich schliesslich zwei wichtige Dinge für mich mitgenommen:

  • Meine Umgebung muss merken, welches meine Werte sind. Werte sind aber zu “leben”!
  • Botschaften werden zu 55 % mit Körpersprache, zu 38 % mit der Stimme und mit 7 % mit Inhalt übermittelt!

Gruppenarbeit “Turmbau”

Zum Schluss des Tages haben wir dann die Aufgabe erhalten, in zwei Gruppen zu basteln. So, ich hasse basteln. Das gibt bei mir immer klebrige Finger… Nun, wir hatten je einen möglichst hohen Turm mit Papier, Schere und LEIM zu bauen. Die Gruppendynamik war toll. Unser Turm war selbstverständlich höher! Aber die Stabilität liess schliesslich zu wünschen übrig. Die zweite Gruppe hat dafür ein stabiles Werk gebaut! Ich meine, wir haben zwei Siegerteams hervorgebracht!

Turm workshop Leadership hoch

Turm workshop Leadership stabil

Damit war ein interessanter Studientag mit vielen Einblicken zu Ende. Ich empfehle Euch, die gesamte Unterlage im e-learning nochmals durchzugehen. Darin ist viel interessantes Material enthalten, welches zu vertiefen ist. Danke, Britta Zuber! Auf Initiative von Jasmin haben wir den Tag dann im Sinne von Teambildung – man soll auch mal feiern! – bei Bier und guten Gesprächen in der Rio Bar ausklingen lassen. Danke, Jasmin!