Folgender Blogbeitrag wurde von Nadine Julien im Rahmen eines Leistungsnachweises des CAS LegalTech verfasst und enthält subjektive Färbungen. Bewertet wurde der Beitrag von Studiengangleiter Ioannis Martinis und redigiert von der Redaktion des Institute for Digital Business.

Zuerst möchte ich mit dem allgemeinen Missverständnis über Marketing aufräumen: Marketing ist nicht einfach schöne Farben zu bestimmen für eine Webseite, Präsentationen zu erstellen oder LinkedIn Beiträge zu veröffentlichen. Tobias Steinemann hat dies direkt am Anfang seiner Vorlesung zu Digital Legal Marketing vermittelt und die strategische Wichtigkeit von Marketing in einem Unternehmen aufgezeigt. Deswegen berät Tobias mit seiner Agentur Headstarterz Kunden in der Rechtsbranche, die sich im Bereich Strategie und Marketing weiterentwickeln möchten.

Was ist Marketing? Und was ist Digital Legal Marketing?

Zuerst teilen wir Digital Legal Marketing in zehn Teilbereiche auf. Nachfolgend habe ich jeden Bereich detailliert beschrieben sowie auch teilweise zentrale Fragen für diesen Bereich aufgeführt.

Marktorientierung

Ein Unternehmen beleuchtet die Entwicklungen in der Rechtsbranche näher und nimmt neue Marktteilnehmer:innen wie ALSP (Alternative Legal Service Provider) wahr. Wichtige Fragen für ein Unternehmen sind: welche Produkte oder Dienstleistungen entwickelt die Konkurrenz? Wie wirken sich diese auf das eigene Unternehmen aus? Muss sich das Unternehmen neu positionieren?

Gelegenheiten erkennen und ergreifen

Um Chancen zu erkennen, kann ein Unternehmen zuerst eine SWOT Analyse durchführen und sich so Möglichkeiten für neue Produkte und Services erarbeiten.

Strategien formulieren

Ein Unternehmen formuliert basierend auf den Unternehmenszielen Strategien für den Bereich Marketing. In einem weiteren Schritt entwickelt das Unternehmen aus Strategien Taktiken. Diese zwei Schritte sind zentral, damit die Verantwortlichen zu einem späteren Zeitpunkt eine klare Kommunikation aufbauen und die Ressourcen richtig einsetzen.

Performance messen

Verantwortliche eines Unternehmens definieren KPIs (Key Performance Indicators) um die definierten Strategien und Taktiken messbar zu machen. Basierend darauf analysiert das Unternehmen regelmässig wichtige Unternehmensdaten. Insbesondere die Information, welche Dienstleistungen und Produkte am meisten Umsatz generieren, ist relevant.

Zielgruppenverhalten verstehen

Für ein Unternehmen ist es eine zentrale Aufgabe, ihre Zielgruppen zu verstehen. Das bedeutet, dass ein Unternehmen ihre Zielgruppe nicht nur basierend auf demografischen Daten erstellt, sondern anhand des Verhaltens, Herausforderungen, Ängste und Charaktereigenschaften ausarbeitet. Wichtig ist hier: Man kann nicht alles für jeden sein, sondern muss sich auf die wesentlichen Zielgruppen fokussieren. Ansonsten arbeitet das Unternehmen nicht effizient und verzeichnet einen grossen Streuverlust.

Customer Relationship Management

Die Akquise von Neukund:innen ist aufwändiger und teurer als die Pflege von bestehenden Kund:innen. Ein Unternehmen soll Taktiken ausarbeiten und intern Anreize schaffen, um bestehende Kund:innen weiter auszubauen. Eine Umfrage bei Kund:innen bringt ebenfalls spannendes Feedback über die bestehende Zusammenarbeit.

Brand Management

Das Unternehmen muss die eigenen Dienstleistungen und Produkte von der Konkurrenz abgrenzen und differenzieren. Um dies umzusetzen, muss ein Brand zuerst einen Wiedererkennungswert haben und Kund:innen sollen den Brand mit bestimmten Eigenschaften verbinden. Das Brand Management umfasst nebst dem Corporate Brand auch den Personal Brand vom Partner:in. Daraus kann auch abgeleitet werden, dass alle Mitarbeiter:innen eines Unternehmens ein Brand Ambassador sind und den Brand nach Aussen tragen.

Distribution

Die Distribution beinhaltet das digitale Anbieten von Dienstleistungen und Produkten im juristischen Bereich.

Pricing

Ein Unternehmen definiert den Wert der eigenen Leistung und entscheidet über ein höheres oder tieferes Preisniveau der Dienstleistung oder Produkt. Das bedeutet, dass kein Angebot alleine betrachtet zu teuer ist. Dies basiert nur auf der Wahrnehmung der Zielgruppe und was diese bereit ist, zu zahlen. Mögliche Preisstrukturen für Dienstleistungen oder Produkte sind Fixpreise, Stundensätze oder ein Subscription-Based Model.

Kommunikation

In der Kommunikation ist es zentral, mit wem das Unternehmen über welche Kanäle und mit welchen Inhalten kommuniziert. In diesem Bereich sind auch die Entwicklungen und Formate aus anderen Branchen relevant. Derzeit sind Inhalte, welche dynamische Videos, Livestreams oder Advertainment (unterhaltende Werbeinhalte) umfassen, die Relevantesten.

Es ist wichtig, dass das Unternehmen für deren Zielgruppe relevanten Content auf der Website veröffentlicht. Die Zielgruppe gelangt via Google, Social Media (insbesondere LinkedIn) und Newsletter auf die Website zu diesem Content. Da taucht die Zielgruppe in die Brandwelt des Unternehmens ein, nimmt mit dem Unternehmen Kontakt auf und wird im besten Fall Kund:in.

Gerade während Coronazeiten, als keine Netzwerkveranstaltungen stattfanden, wurde LinkedIn zu einem wichtigen Marketing- und Kommunikationstool in der Rechtsbranche. Über LinkedIn können geschäftliche Inhalte geteilt, Beziehungen gepflegt und auch ausserhalb von Geschäftszeiten mit Kund:innen oder der Zielgruppe kommuniziert werden. Zudem kann die Personal Brand gezielt aufgebaut werden und eine Person kann sich in einem bestimmten Bereichen als Fachexpert:in positionieren.

Noch nicht genug von Digital Legal Marketing?

Dieser Artikel soll einen Einblick in Digital Legal Marketing bieten. Darauf aufbauend kann ein Unternehmen jeden der zehn Punkte vertieft ausarbeiten. Die Covid19-Pandemie hat dem Digital Legal Marketing einen Schub gegeben und wird ein fester Bestandteil in der Vermarktung von Kanzleien, ALSPs oder Startups bleiben und weiter ausgebaut werden.

Bist du interessiert an mehr Informationen zu Marketing? In diesem Blog geben Studierende des HWZ-Studiengangs Digital Marketing Pro vertiefte Einblicke ins Thema Marketing.