Aus dem CAS Digital Leadership mit Tobias Zehnder berichtet Daniel Ehrensperger:

Ein weiteres Highlight steht am dritten Studientag auf dem Programm: Tobias Zehnder, Co-Founder und Partner der Webrepublic AG, doziert über Digital Marketing.

Bild Tobias Zehnder

Die Lernziele sind nebst dem Verstehen der digitalen Medienlandschaft das Kennen der Stärken und Schwächen der verschiedenen Kanäle sowie das Wissen, wie die eigenen Marketingziele im Web erreicht werden können.

Tobias zeigt auf, dass die heutige Unternehmenssicht der Kommunikation für Online-Kommunikation nicht mehr tauglich ist. Heute beeinflussen immer noch Strategie und Kampagnenziele die Wahl des Kanals, nicht umgekehrt. Die Mediaplanung für digitale Medien ist noch oft sogenannte Restplanung (Restbudget).

Der Online-Handel in der Schweiz wächst aber rasant und macht gesamthaft bereits 6.8 % des Retailumsatzes aus, im Non-Food-Bereich gar 12.3 %.

Marketing und Branding stehen im Zentrum

Digital Marketing hat zwei Hauptziele: Es geht einerseits um die Steigerung des Absatzes (Marketing) und andererseits um die Steigerung der Markenbekanntschaft (Branding).

Ein immer wichtigerer Kanal ist das Mobile Marketing. Es gibt aber immer noch viele Mobile Sites, die als Shopping-Plattform absolut ungeeignet sind. Weitere digitale Kommunikationsformen, die präsentiert werden, sind SEA (Search Engine Advertising), Social Media Werbung, Display, Banner und Video-Werbung sowie Content Marketing.

Ergänzend dazu habe ich mir während des Tages folgende spannenden Aussagen von Tobias notiert:

  • Online-only-Entscheidungen gibt es nicht. Es ist immer ein Crossmedia-Prozess!
  • Messungen über Online-Umsätze sind nicht verlässlich, da nur die Online-Kanäle betrachtet werden. Effektiv werden aber online recherchierte Käufe oft offline (in Filialen) getätigt
  • Heute existiert eine starke Fragmentierung der Mediennutzung. Das bedeutet: mehr Aufwand, um kleinere Zielgruppen zu erreichen
  • Werbeausgaben für Online-Kanäle sind, relativ gesehen, deutlich kleiner als die Online-Nutzung
  • Klassische Online-Werbung und Suchmaschinen-Werbung machen einen Grossteil des Online-Werbebudgets aus
  • 45 % aller heutigen Shopping-Journeys enthalten einen mobilen Kanal
  • 40 % wechseln den Kanal während des Einkaufsprozesses
  • 30 % aller Online-Erstkontakte schliessen den Einkauf in der Filiale ab
  • Tests haben gezeigt, dass statische Werbung höhere Aufmerksamkeit generieren kann als bewegte Werbung, da dadurch eine höhere Relevanz-Vermutung erzeugt wird. Statische Banners werden nicht auf den ersten Blick als Werbung „abgetan“

Bild Web RepublicAbgerundet wird ein äusserst spannender Tag durch einen Besuch bei Webrepublic in Tiefenbrunnen. Nach dem Rundgang gibt es einige Inputs von Tom Hanan, dem Gründer und Managing Director, die uns gebannt an seinen Lippen hängen lassen.

Der abschliessende Apéro und das gemeinsame Bier bei Webrepublic sind die Sahne obendrauf. Herzlichen Dank dafür!